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La Triperie - Bruder Bernhard
steht ein für die Inneren Werte!!!

3. Dezember 2009

Hämisch die Einen, erschrocken die Andern


Mein Entsetzen über die verlorene Abstimmung ist noch nicht verflogen – es wird ganz im Gegenteil eher noch grösser, wenn ich nun die Scharmützel im Hinterland verfolge.

Ich bin davon überzeugt, jene, die eben mal ein Zeichen gegen die eigene gefühlte Benachteiligung setzen wollten, dürften ein wenig erschrocken sein über das Resultat – das hätten sie nun doch nicht gewollt, dem Rassismus hierzulande dermassen Vorschub zu leisten. Denn dass es ein Votum gegen Muslime war, nicht einfach gegen ein Bauwerk, das ist wohl jedem klar, das wurde auch ganz offen gesagt. Dass der Rassismus angeheizt wurde, das zeigt sich nun täglich, in der Boulevardpresse und in den Blogs. Das war auch vor der Abstimmung schon klar, das musste jeder wissen.

Nun finden sich also diese Leute, die sich selber als gemässigt, weltoffen, nachdenklich, undogmatisch und unideologisch sehen, plötzlich im Lotterbett mit den Ewiggestrigen, den unbelehrbaren Rechten, den Kämpfern gegen jegliche Emanzipation, den Pöblern gegen ‘die da oben’, gegen die ‘classe politique’. Links will ich hier ausnahmsweise keine geben, wer die Diskussionen verfolgt hat, ist unweigerlich auf die Äusserungen von allerhand Triumphalisten gestossen.

Die Triumphalisten: Lauter Häme, laute und leise Häme über “Gutmenschen”, “Linke”, “die Elite”, die “intellektuellen Grossgeister”, die “hochintelligenten Schmierfinken”, die “Schreibtischtäter”, die den Kontakt mit “dem Volk”, “den einfachen Leuten”, “den Büetzern” verloren haben.

Häme ist es, denn offenbar hatten auch die Schlechtmenschen, die mit dem ‘Kontakt’, die ‘den Leuten zuhören’, die ‘ihre Sorgen ernst nehmen’, das Resultat nicht kommen sehen; deren Oskar Freyzinger etwa gab nach der gewonnen Abstimmung zu Protokoll, auch er sei überrascht und hätte eigentlich mit 40-45% gerechnet. Entwaffnende Ehrlichkeit… Aber im Nachhinein kann sich nun jeder Blogger als Prophet aufspielen und sich hurtig aus der Intelligentsja davon stehlen. Um sich dafür im sogenannten “Ätsch”-Lager wieder zu finden.

Im Lager jener auch, die uns vorhalten, das Volk dürfe alles, das Volk habe immer recht, wer das nicht wahrhabe, sei ein Undemokrat, und abgehoben sowieso. Nun, so bin ich halt Undemokrat, denn ich denke wirklich, die Mehrheit hat nicht immer recht, die Mehrheit darf nicht alles. Sie darf nicht ‘Ätsch’ stimmen. Sie darf nicht auf Kosten einer Minderheit ihrem Frust freien Lauf lassen. Die Mehrheit darf kritisiert, ja gar angeprangert werden. Und kommt die Kritik mal aus dem Ausland, ist sie deshalb nicht weniger wahr. Auch wenn der Stammtisch natürlich meint, sie als die übliche Einmischung fremder Fötzel abtun zu können.

Ich bin seit 1992 nicht mehr so nachhaltig sauer gewesen.

1992 wurde der Beitritt zum EWR, der späteren EU, abgelehnt. Von den Grünen und den Rechten, damals aber wenigstens aus unterschiedlichen und sachlichen Gründen, ganz ohne ‘Ätsch’. Daran haben wir jedoch heute noch zu kauen, der Entscheid wird wohl bald unter dem Druck der Verhältnisse korrigiert werden. So wird es uns auch mit der Kampagne gegen die Muslime gehen. Zunächst aber wird die SVP ihre unverhoffte Beute noch eine Zeit lang schütteln. Die nächsten Schritte sind bereits angekündigt: Burkaverbot, Kopftuchverbot, Schwimmzwang, Sprachkurszwang, Menschenrechtskonvention kündigen – jeder Tag eine neue Idee. Derweil die selben Kreise, die den Muslimen am Liebsten bis ins Schlafzimmer hinein regieren würden, für sich selber selbstverständlich die abstrusesten Ausnahmen in Anspruch nehmen. So gibt etwa ein Führer der christlichen EDU und Kämpfer gegen alles Islamische zu Protokoll, seine Kinder nicht in gewisse Unterrichtsstunden zu schicken. Sinnigerweise in einem Interview, in dem er ‘keine Ausnahmen für Muslime’ fordert. Beispiel: Wenn ein Zauberer käme, verstiesse das gegen seinen Glauben…. Dann blieben seine Kinder dem Unterricht fern. Der Mann merkt wohl gar nicht mehr, was er da eigentlich sagt.

Der Geist ist aus der Flasche, und die Zauberlehrlinge werden sich wahrscheinlich noch wünschen, sie hätten sie nie geöffnet. 60% haben einer Initiative zugestimmt, die gegen die Menschenrechte verstösst. Dass man darauf noch stolz sein kann, da dabei zu sein, sich über Leute erhebt, die sich dieses Resultats schämen? Da bin ich gerne “Elite”, “hochintelligent”, “intellektueller Grossgeist”.

Und konstatiere: All diese angeblich Benachteiligten, die ‘nie SVP wählen würden’, die nur ‘der Politik ein Zeichen geben’ wollten, haben etwas gemeinsam. Für sie ist der Staat offenkundig auch Mutterersatz. Wieso kriegt der andere mehr als ich? Wieso hört sie mir nicht zu? Mutter soll es endlich richten. Sonst tu ich halt täubelen. Jetzt habt ihr den Dreck. Vielleicht hört sie mir jetzt endlich zu.

Aber vielleicht bin ich auch einfach nur arrogant, und das waren alles unverschämt reife Demokraten.


PS: Der Link auf die beizzweinull gehört noch dazu, ganz einfach, weil ich die kühlen und klaren Argumente von Mara vor Allem nur bewundern kann, und das bleibend dokumentiert gehört.

Abgelegt unter: Praxistest — Tags:, — Bruder Bernhard @ 08:30

29. November 2009

Bigotte Schweizer

Das hätte ich jetzt nicht erwartet: Dass diese Minarettsverbotsinitiative angenommen wird, und das so deutlich. Wenn man sich vor Augen führt, wer alles für diese Initiative getrommelt hat, ist es allerdings kein Wunder:

  • ‘Feministinnen’ wie die freisinnige Julia Onken sahen in Minaretten Schwänze und machten ein Riesentamtam daraus
  • von SVP über PNOS bis zu den ganz obskuren rechten Gruppierungen waren sowieso alle für das Verbot
  • dem Defensivschweizer und seiner vermummten Frau ist sowieso alles Fremde suspekt
  • die Heilige-Schrift-Fetischisten der Missions-, Ur-, Frei-, Heils- etc. -Kirchen
  • und zu guter Letzt kommen noch all die Bauchnabelhorcher, die dafür plädierten, einem unguten Gefühl ungeniert Ausdruck zu geben. Ich bin fast sicher, die haben den Ausschlag gegeben, weil sie das JA salonfähig gemacht haben

Eine saubere Gesellschaft….

Wir wollen nicht vergessen: Auch Christen fordern gerne ein alttestamentarisches Strafgesetzbuch, unterdrücken ihre Frauen wo’s nur geht (ist halt nicht mehr so einfach wie noch vor ein paar wenigen Jahren) – ach, was will ich noch mehr aufzählen, ist ja sinnlos, alles ist gesagt, es wurde entschieden in voller Kenntnis der Verhältnisse.

Diese Haltung schadet der Schweiz mehr als all die so gern angeprangerten Abzockler und Hochrisikobankler.

Und wenn ich jetzt etwas nicht hören will, dann sind das die scheinheiligen Kommentare wie ‘Jetzt ist die Politik gefordert’ – denn die Politik, das sind nicht einfach die Politiker, an die man das Scheitern dann so wohlfeil delegiert, die Politik, das sind wir alle, und vor allem sind es diese Politikforderer.

Ein bisschen ist mir schlecht.

Abgelegt unter: Kotzen — Tags:, — Bruder Bernhard @ 15:00

21. Oktober 2009

Blogger’s Paradise

Gemerkt? Dieser Beitrag spielt an auf Läden wie ‘Johnny’s Paradise’, also auf Johnny Hallyday, also auf Frankreich, also auf den Clan Sarkozy. Logischer Durchstich… selbstrefentieller Einstieg für neblig-trübe Tage und lange Nächte. Also, schalte das Radio ein, nimm dir Zeit und folge mir ein oder zwei Stündlein. Das hier ist nichts für 20 Minuten..

Apropos 20 Minuten: Je langweiliger die Schweizer Presse geworden ist in den letzten Monaten, desto mehr frequentiere ich die französischen Medien, vor allem im Netz natürlich – denn TV habe ich nicht, Presse ist teuer und papierverschwenderisch, und das Zusammenwachsen der Medien ist in Frankreich schon so weit fortgeschritten, dass die Verlinkereien uferlos sind. Ich kann locker einen ganzen Tag im Franzosennetz verbringen, und finde Material für eine Woche, wahrscheinlich gar für einen Monat.

Zusammen ohne die HIV-Positiven, die Schwulen, die Obdachlosen, die Immigranten, die ...

Zusammen ohne die HIV-Positiven, die Schwulen, die Behinderten, die Immigranten, die ...

Allein die Eskapaden des Staatspräsidenten Nicolas Sarkozy, der aus Frankreich eine präsidentielle Monarchie gemacht hat, mit Königin Carla und Thronfolger Jean – das allein gibt Tag für Tag neuen Stoff her, Dallas im Elysée, sozusagen. Mit Nebendarstellern wie der in Ungnade gefallenen Alibi-Immigrantin Rachid Dati oder dem bedingungslosen Polanskiverteidiger Frédéric Mitterand, dem nun seine früheren Ausflüge als Sextourist nach Thailand um die Ohren geschlagen werden, vor einer Kulisse eher dumpfer Sozialdemokraten, die immer mehr vermuten lassen, dass sie keine Alternative zu den Rechten sind. Lektüre, Stoff für Stunden, eben.

Und Videos für Tage, wie hier auf Le Post, wo die frappante Ähnlichkeit in der Rhetorik von Vater und Sohn auf die Schippe genommen wird, oder hier, wo in Sekunde 12 der kleine Sarko denselben Trick wie sein Vater verwendet, indem er den Interviewer direkt mit seinem Namen anspricht: “Jamais, Jean-Jacques Cros, depuis le début de mon parcours politique…”. Auf der selben Seite übrigens wird beschrieben, welche Klimmzüge die TV-Redaktion vorführen musste, um Prinz Jean in der Sendung zu haben: Vorbesprechung der Fragen, fast doppelte Redezeit gegenüber ‘normalen’ Politiker – diese Unverfrorenheit ist fast nicht zu glauben, aber vielleicht sieht das nur für uns hier so aus, und unsere Blochers Mörgelis Brunners wirken genau so. Oder? Mit dem Unterschied natürlich, dass sie keine vergleichbare Macht haben.

Louise Bourgoin, Schönheit als Strategie

Louise Bourgoin, Schönheit als Strategie

Bei dieser Devotheit allethalben muss Schützenjäger Sarkozy Père schäumen wegen der stinkfrechen Schönheit Louise Bourgoin, deren Spezialität vor allem die Persiflage aufgeblasener Personen ist. ‘People’ heissen diese ‘Promis’ in Frankreich. Und Louise Bourgoin ist mir begegnet als Jean Sarkozy, einfach göttlich, wenn man die Anspielungen halbwegs versteht – etwa auf den gestohlenen Roller des Präsidentensöhnchen, und den Aufruhr, den der damalige Innenminister und Chef der Polizei, Papa Sarkozy, deswegen veranstaltete. Aber auch als Carla Bruni, als Ségolène Royale, als Shawne Fielding beim Pistolenschiessen hehehe (allerdings ohne Brustimplantate), Louise Bourgoin in Cannes, Louise Bourgoin überrumpelt Eli Roth am Internationalen Tag der Blutspende – ich kann nicht mehr, schaut selber weiter, es scheint noch Dutzende der Clips zu geben.

le 7 sur Sète

le 7 sur Sète

So darf man ruhig sagen, die Ära Sarkozy, die länger dauern kann, da der Thronfolger ja bereits installiert wird, hat sicher ihr Gutes. Sintemalen man mal davon ausgehen darf, dass die Franzosen sich mehr für ein gutes Essen als für Politik interessieren. Das habe ich nicht aus einer wissenschaftlichen Studie, nur aus unzuverlässigen Quellen wie ‘Une année en Provence‘ oder eigenem Erleben als alleiniger Chef, Redakteur und Gourmettester für die Website ‘Gargantuas Homepage’, seit 1997 im Projektstadium; in dieser Funktion habe ich mich vor allem auf die französischen Lastwagenfahrer- und Land- sowie Kleinstadtbeizen kapriziert. War ganz fein, und ich vermisse den Meerfrüchte- und Meerschneckensalat im ‘7 sur Sète‘ ganz extrem, dort, wo sie dir ungefragt einen Liter Rotwein auf den Tisch stellen, das Menu €12.50 kostet, vin café compris, das Dessert wahlweise aus etwas Süssem oder einer freien Auswahl von der Käseplatte besteht (unbedingt den Käse nehmen und noch einen Nachschlag Wein dazu!!!). Unbedingt mal hinfahren, liegt zwar an einer lebensgefährlichen Raserstrecke, aber wer es lebend schafft, wird mit einem gratis Schlafplatz belohnt – hinterm Haus hat es einen grossen gekiesten Parkplatz, wo man sehr gut im Auto übernachten kann. Tja, das ist das einzige, das ich am Autofahren vermisse… Die Lastwagenfahrerbeizen in Frankreich… Und die anschliessende Siesta.

Relais de Donzère - die beste Beiz Frankreichs, mit dem schlechtesten Werbefoto

Relais de Donzère - die beste Beiz Frankreichs, mit dem schlechtesten Werbefoto

Wenn ich grad dabei bin: Unbedingt das ‘Relais de Donzère‘ besuchen, an der berühmt-berüchtigten Route Nationale 7, unter anderem von den belgischen New Waver Honeymoon Killers und in der Folge von den adjektivimmunen Stereo Total besungen. Allein die Salatbar lohnt den Umweg – alles was Kalorien nicht scheut ist dort vertreten, Kartoffel- Linsen- Ochsenmaul- Thon- Sardinen- Taboulé- Mayonnaise- und so weiter-Salat zur freien Auswahl in beliebiger Menge, Wein kommt ungefragt inbegriffen auf den Tisch, Dessert süss oder Käseplatte à discretion, wie es sich gehört, das für 12 € inklusive Kaffee. Schlafen kann man ebenfalls auf dem riesigen Parkplatz zwischen den 40-Tönnern oder, weinbeschwingt, auf der windigen, übersichtlichen, fast geraden Strecke weiter gen Süden hinunter blochen – bald schon kommt dann der Midi, wo die Coopératives vinicole an den Dorfeinfahrten mit Wein ab Schlauch für 3 €/Liter locken… Nichts wie hin! Leere Kanister hat man am besten immer dabei!!

Tja, und so voll gefressen und der Siesta willige Beute ist es kein Wunder, lässt der Franzose die Französin in Ruhe den schönen Sarkozys huldigen, denen nur ein paar ewige Meckerer wie rue89.com immer wieder am Zeug flicken, so etwa mit einer kritischen Recherche über die dubiose Universitätskarriere des Jungen, die die wenigen Lorbeeren brutal in der Luft zerfetzt und so den Eindruck erweckt, wir würden dann bald einen 23-jährigen Minimalisten und Schwätzer an einen ganz wichtigen Posten der französischen Wirtschaft geschoben sehen.  Den Papa vorher listigerweise frei machte, indem er den jetzigen Amtsinhaber unvermittelt einer Altersguillotine unterstellt hat, heisst es. Wohlgemerkt: Es geht um Europas grösste Bürostadt, um den Vorsitz in deren Entwicklungs- und Planungsbehörde!!!

Wie gesagt, Blogger’s Paradise. Deshalb gibt es in Frankreich auch mehrere Blogs, die sich ausschliesslich dem Tag-für-Tag Sarkozys widmen. In meiner Blogroll könnt ihr schon lange Les coulisses de Sarkofrance finden, unter Neu nun auch Sarkofrance, den Unterschied zwischen beiden lest ihr hier. Eine wahre Fundgrube ist auch die Website der Zeitschrift Bakchich und vor allem deren TV-Kanal bakchich.tv. Weniger frech, aber ausgiebig ist auch die französische Ausgabe des Videokanals Daily Motion.

Ich hab’s ja gesagt – nimm dir Zeit, ein Stündlein oder zwei. Ich lasse euch jetzt wahrscheinlich auch ein paar Tage in Ruhe, damit ihr den Links folgen und euch so richtig rhizomatisch vertöhrlen könnt – au revoir, à bientôt. Und wenn ihr mal nach Sète hinunter fahrt und noch einen gut gesicherten Platz frei habt – meldet euch bei:

le frère Bernard

Abgelegt unter: Unterhaltungskunst — Tags:, , , , — Bruder Bernhard @ 19:01

20. Februar 2009

Der gallige Strauss(-Kahn)

Vorgeschichte
Dominique Strauss-Kahn, kurz DSK, ist der perfekte Nachfolger von Paul Wolf(owitz) – wie dieser trägt er seine animalischen Instinkte am Rockaufschlag spazieren.

Paul Wolfowitz, wir erinnern uns, war Chef der Weltbank, bis er über sein Zizi stolperte. Wegen Begünstigung einer Geliebten, die ebenfalls für die Weltbank arbeitete, musste er 2007 auf weltweiten Druck den Hut nehmen. Strauss-Kahn, der hier als Wolfowitz’ Nachfolger (nur in den Schlagzeilen – aber ich würde killen für eine Pointe….) eingeführt wird, ist seit 2007 Chef nicht der Weltbank, sondern des Internationalen Währungsfonds.

Beiden ist gemeinsam, dass sie der Günstlingswirtschaft zwecks sexueller Befriedigung bezichtigt wurden. Bei Strauss-Kahn ging die Untersuchung glimpflich aus – seine Argumentation, die Sache habe sich ausschliesslich im privaten Bereich abgespielt, wurde vom IWF akzeptiert. Die dadurch ausgelöste Berichterstattung förderte aber unappetitliche Szenen aus DSK’s Sexleben zu Tage. Vor allem eine junge Journalistin, die DSK als brachialen Einforderer sexueller Dienstleistungen erlebt haben will, brachte ein unglaublich primitives Silberrücken-Macho-Ich-nehme-mir-was-mir-gefällt-Verhalten an die Öffentlichkeit. Tatsächlich scheint DSK davon auszugehen, dass Frauen für ihn frei verfügbar sind, will man diesen Berichten glauben. Er kann gar nicht anders, liest man!

Der neue Skandal
Diese Woche war DSK nun Gast beim französischen Radiosender TF1. In der Sendung 7/10 wird der Gast jeweils durch den Satiriker Stéphane Guillon eingeführt – im Fall DSK allerdings eher vorgeführt.

In wenigen Minuten wird Dominique Strauss-Kahn in dieses Studio eindringen (Kunstpause), sein erster Besuch in Frankreich seit seiner Affäre mit einer jungen Ungarin, der Verantwortlichen für den Fotokopierer beim IWF. Dominique erweist uns die Ehre dieses ersten Interviews [..... ] Selbstverständlich wurden erhebliche Sicherheitsmassnahmen in der Redaktion vorgekehrt (im frz.: ‘au sein de la rédaction’ – was auch Busen heisst:-) ) – Pardon, das Wort ‘Busen’ darf ich hier nicht in den Mund nehmen, weil sonst das Tier geweckt wird ….. etc etc
Zum Höhepunkt kommt Guillon mit der Behauptung, die Sicherheitsmassnahmen bestünden darin, dass den Mitarbeiterinnen der Sendung untersagt worden sei, sich aufreizend zu kleiden, die Redaktionsleiterin werde DSK in einer Burka empfangen, sämtliches weibliche Personal des Senders sei in andere Etagen evakuiert worden.

Hier gibts die Videos zur Sendung: Guillons freches Wühlen in Zweideutigkeiten, DSK’s gallige Antwort noch vor dem Interview. Frankreich lacht sich einen Schranz, DSK klebt noch immer an der Decke – und da er Sozialist ist, besteht für den Satiriker wohl keine Gefahr seitens Sarkozys, der ja immer mal wieder einem unliebsamen Sender oder Journalisten ganz unverhohlen mit Sanktionen bei Majestätsbeleidigungen droht.

In der nächsten Sendung übrigens gab sich Guillon unbeeindruckt: Die Einführung für die Chefin der französischen Sozialisten Martine Aubry begann er mit der Information, man hätte ihn gebeten, auf Sprüche über ihr Äusseres zu verzichten. Ich habe dann nicht weiter zugehört, aber ich kann mir vorstellen, was danach kam…

Abgelegt unter: Hinweis — Tags:, — Bruder Bernhard @ 14:25

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