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La Triperie - Bruder Bernhard
steht ein für die Inneren Werte!!!

9. November 2009

Cindy Sander: Paris den Finger

Ist sie nun ein Star oder nicht? Ich bin mir immer noch nicht sicher, selbst nach tagelanger Beschäftigung mit Cindy Sander.

Sagt selber: Wie findet ihr das hier? Ich empfehle zum Einstimmen eine Aufnahme aus dem Partykeller der Sanders, Cindy übt (mit Freundinnen?) die Choreographie zu ihrem Hit “Papillons de lumière”

http://www.youtube.com/watch?v=fNa34npPiwE



Hier gibt’s übrigens den Text für die der Sprache Alexandre Dumas Mächtigen http://www.tictacflo.com/paroles-cindy-sander-papillon-de-lumiere-clip

Wer ist Cindy Sander?

Ich habe wie gesagt Tage gebraucht, diese Frage zu beantworten. Das Material, alles im Netz zu finden, ist überwältigend, manchmal auch widersprüchlich, immer trivial, gerade deshalb faszinierend.

Cindy Sander: damals, 2008, ist sie 30 Jahre alt, verheiratet, ein Kind, sie führt ihr eigenes Nagelstudio im Keller ihres Eigenheimes in L’Hôpital, eine Kleinstadt in der Lorraine, an der Grenze zum deutschen Saarland, rund 5500 Einwohner, über 70 Vereine und Vereinigungen sind auf der Webseite der Stadt aufgeführt, darunter so exotische wie “Jojo’s Friends”, aber auch die AVAL, “Association à Vocations Artistiques de L’Hôpital”, die “Amicale des transplantes”, die “Amicale des sapeurs-pompiers”, was es halt so braucht in einer abgeschiedenen Kleinstadt. Die kulturelle Agenda der nächsten Wochen enthält ein Scrabble-Turnier, eine Ornithologische Ausstellung, den Weihnachtsmarkt der AVAL und einige Chorkonzerte. Immerhin wissen wir jetzt, was ‘vocations artistiques’ bedeutet – ein Hang zum Kunsthandwerk. Ein hartes Pflaster für eine Künstlerin wie Cindy?

Cindy will seit ihrem neunten Altersjahr Sängerin werden. Damals hat ihre Mutter, früher selber ‘chanteuse de bal’, für sie ein kleines Lied geschrieben, um sie über den Tod ihres Vaters hinwegzutrösten. Noch heute kann sich Cindy die Tränen nicht verkneifen, wenn sie davon erzählt, und noch heute führt sie ihren Vater ins Feld, dem sie den Erfolg quasi schuldet. Und ich bin überzeugt, sowohl die Tränen wie die Berufung sind echt. In 20 Jahren wird Cindy ein kleiner Star in ihrer Region, der Lorraine, mit über 100 Konzerten, einigen gescheiterten Castings und Eurovisions-Bewerbungen – und nun will sie ihre grosse Chance packen und an den regionalen Castings für die Sendung “Nouvelle Star” des Kommerzsenders M6 teilnehmen.

Hier rechnet sie sich grosse Chancen aus: Schliesslich ist sie bereits erfolgreiche Sängerin, mit eigenem Fanclub in der Lorraine, einem ergebenen Umfeld, sie ist sogar mal zusammen mit Jurymitglied Lio aufgetreten, einer der grossen Namen der französischen Show- und New-Wave-Szene. Lio wird sicher etwas für sie tun, sagt sie. Und alles lässt sich auch sehr gut an. Nach dem Vorgespräch interessiert sich die Redaktion der Sendung sehr für Cindy, dreht am Vortag einen kleinen Film mit ihr, empfiehlt ihr ein Medley statt ihrem geplanten Shakira-Song, welches sie unter Aufbietung all ihrer Showgestik dann der Jury darbieten soll. Cindy und ihr Mann Sébastien sind sich sicher: Das ist es jetzt, der Durchbruch ist da.

Sébastien, übrigens, ist Cindys allergrösster Fan. Wir konnten ihn kurz im Video weiter oben sehen. Er hat sich in die Sängerin verliebt, sie erobert und geheiratet, danach hat er seinen Coiffeursalon verkauft und ist in die Fabrik gegangen, um seine berufliche Belastung zu reduzieren und Cindy zu ihren Konzerten begleiten zu können. Er hat im Keller ihres gemeinsamen Hauses einen Partyraum mit Mischpult, Discolichtern und stimmungsvoller Deko eingerichtet, ist ihr Impresario und Tontechniker im heimischen Studio. Ich finde den Mann beeindruckend, muss ich sagen.

Das Casting

Das Casting macht Webgeschichte. Cindy tritt vor die Jury, , singt mit grossem Haar und grosser Gestik ihr Medley, eine Mischung aus Pop, Music-Hall und dem Musical “Die Zehn Gebote”; Feixen bei der Jury, danach vernichtende Kommentare wie “Du singst wie Dalida 1973″, “mit allen tölpelhaften Ticks die’s gibt”, “wir suchen hier die Sängerin des Jahres 2008, und du kommst mit einem Stil des letzten Jahrtausends” – Konsternation beim Gatten Sébastien, der sich das alles in den Kulissen anhören muss, Stoik und Abgang bei Cindy. Danach, in den Gängen, Tränen, sie will ihre Karrierepläne aufgeben. Heimreise nach L’Hôpital, zu Partyraum und Kellerstudio, Nagelstudio und Eigenheim im Einfamilienhausquartier.

Der Buzz

Am andern Tag schon geht der Buzz im Web los: Es gründen sich Unterstützungsgruppen für Cindy, die ihre Rehabilitierung verlangen, ihre Rückkehr in die Sendung. Blogs setzen sich für sie ein, Fanvideos werden auf Youtube und Dailymotion eingestellt. Schon da ist allerdings nicht ganz klar, kommt diese Unterstützung von Herzen oder ist da auch Häme dabei, das diebische Vergnügen, etwas zum “So- schlecht-es-ist-schon-wieder-gut” hochzujubeln. Bestimmt aber spielt der Reflex gegen die Parisiointellos mit, diese Stilpolizisten aus der Hauptstadt, die meinen, über den einzig guten Geschmack zu verfügen. Lächerliche Figuren wie Jurymitglied Philippe Manoeuvre, Chef von “Rock et Folk”, der grundsätzlich seine Lederjacke und Sonnenbrille nie abnimmt, was ihm den Look einer Mumie verleiht, er aber bestimmt arschcool findet. Ein armer Kerl. Wie auch die andern drei Jurymitglieder, bei denen man sich schon mal fragen muss, was bringt angeblich erfolgreiche Musikstars wie Lio, Sinclair oder André Manoukian dazu, ihre Zeit in solch einem Ausbund an Seichtigkeit zu verbringen? Geld? TV-Geilheit? Torschlusspanik? Verzweiflung?

Und es melden sich Produzenten zu Hause bei den Sanders, die den Buzz ausnutzen wollen. Aber die Familie ist gewarnt. Schon einmal hat ein sogenannter Produzent ihnen 20′000 CHF aus den Rippen geleiert, um danach natürlich seine grossen Versprechungen nicht zu halten. Sie fahren trotzdem in ihrem Kleinwagen zu einem benachbarten Komponisten, der ein Lied für Cindy geschrieben habe und es nun mit ihr aufnehmen und veröffentlichen wolle. Die Besprechung findet stilgerecht in der kleinbürgerlichen Küche des Komponisten statt, auch dessen Mutter ist anwesend, und beide haben schon recht konkrete Pläne, wie die Single ‘Papillon de lumière’ zu promoten wäre, etwa in Discos, deshalb müsste dann bald eine englische Version folgen, denn in den Clubs sei vor allem das Englische gefragt. Cindy ist skeptisch, sie weiss, sie hat nur diesen einen Schuss, sie muss unter vielen Angeboten auswählen, jetzt darf sie keinen Fehler machen.

Sie ist aber sehr angetan von der autobiographischen Komponente des Liedes, der Schmetterling im Licht der Scheinwerfer, der allen Lästermäulern zum Trotz seinen Weg geht, falls man solches von einem Schmetterling überhaupt sagen kann. Das ist natürlich sie. Und schon gehts hinunter ins Kellerstudio des Komponisten, das mit digitalen Midi-Apparaturen verstellt ist, und innerhalb eines Tages nimmt sie eine Version des Songs auf – geiles Synthie-Riff am Anfang, im Fall, ich kann davon gar nicht genug kriegen.

Die lokalen Medien springen auf den Cindy-Hype und das “Alle gegen Paris” an, die Auftritte und Berichte häufen sich, der lokale TV-Sender NRJ bringt ein längeres Porträt vom Kinderstar zum Schmetterling, und nun kann M6 nicht mehr anders, sie bitten Cindy zurück auf die ganz grosse Bühne! Cindy hat einen triumphalen Auftritt, bei dem wieder nicht zu unterscheiden, wieviel ist Ernst, wieviel ist Ironie. Sicher ist es Trash, wahrscheinlich sogar Camp. Aber das interessiert jetzt nur noch einen Aficionado wie mich. Aber wer bis hierher gelesen hat, gehört sowieso auch zu Letzteren.

Der ganz grosse Auftritt soll Cindys Rache an der Jury sein; eine Rache, die gelingt, denn Manoeuvre zeigt während ihrer umjubelten Performance ein angeödetes Gesicht und seine Humorlosigkeit, Klavierspieler Manoukian setzt gar noch einen drauf. Am Ende des Vortrags und bevor Cindy auf der Bühne einen Scoop verkündet, entschuldigt er sich mit diesem blasierten scheinheiligen Lächeln mit einem Dada-Gedicht, das ihm während ihres Auftritts eingefallen sei: “rose est la vie et moi est-ce qui vont les équimoses des eskimos homo est-ce qui” (oder so irgendwie) – Cindy guckt zuerst verständnislos, was Wunder auch, bedankt sich dann aber ganz artig und von ganzem Herzen, als hätte er sie nicht grad verarscht, sondern sei wirklich echt bekehrt und zerknirscht. Genau hier wieder zeigt sich dieses arrogante Pariser Getue, woraus der Cindy-Kult ja auch genährt wurde. Mit anderen Worten: 2:0 für Cindy, und die Tölpel merken das nicht mal. Ah nein, 3:0, denn vorher hat die Jury über Cindy diskutiert und gemeint, sie sei halt eine unmögliche Figur, bei ihr seien “alle Codes total falsch”. Ah nein, eigentlich 4:0, denn vorher noch hatte Lio auf Cindys Äusserung in einem Film, sie sei schon mal mit Lio zusammen aufgetreten, gemeint, sie könne sich nicht entsinnen, sie hätten sich möglicherweise mal gekreuzt, das müsse bei einer dieser GDM gewesen sein – GDM, “Galas de merde”, die man halt in schlechten Zeiten einfach machen müsse. Schenkelklopfen bei der Jury.
ah, noch der Clip, hier ist er: http://www.youtube.com/watch?v=ZgTk0xc9a-E

Der Scoop, den Cindy an diesem Abend auf der Bühne stolz verkündet: Sie hat einen Vertrag mit dem Sender abgeschlossen, der ihre Single ‘Papillon de lumière’ und weitere Titel veröffentlichen will.

Leben eines Stars

Von nun an gehört Cindy zur Andouillette-Prominenz der Franzosen, wo sich die Containerbewohner, Castingsieger, Nacktmodells etc. versammeln. Irgend wann übrigens hat es auch eine Zeitschrift mit Nacktfotos von Sander gegeben, aber vor allem ist sie überall hingegangen, wo man ihr einen Auftritt bot, mit oder ohne Musik, egal. Kein Wunder, erlebte man sie zwischendurch ausgelaugt, ja gar ernüchtert. Aber für mich macht sie in allen Aufnahmen aus dieser Zeit eine starke Figur. Gleichgültig, wer alles versucht, von ihrer Popularität zu profitieren, sich über diese Landpomeranze erhaben zu fühlen, sie vorzuführen als eine, die nicht mal merkt, dass sie verarscht wird. Blonde Schnepfen mit spitzen Bemerkungen, vordergründlicher Freundlichkeit und gleichzeitig unverkennbarem Spott, die sie in Glanz-und-Gloria-Sendungen aufs Glatteis zu führen versuchen. An ihr tropft das alles ab, sie bleibt nett, tut, als merke sie nichts – Klasse, muss man einfach sagen.

Da ist zum Beispiel diese Kuh, die sie einführt mit “sie sind ja ein grosser Star im Spital”, weil ihr Wohnort ja L’Hôpital heisst. Oder jene, die sie verspottet, weil Cindy von sich sagt, sie sei eine ganz gewöhnliche Person, und die ihr und uns zu verstehen gibt, dass das doch bei Gott niemand anzweifle. Häme macht auch das schönste Geschöpf hässlich – Cindy lässt sie voll in diese Falle laufen. Köstlich.

Und in diesem Gewitter von dummen Kommentaren wie dick, dumm, hässlich, schlecht angezogen geht die Karriere von Cindy Sander weiter. Sie veröffentlicht eine zweite Single, die allerdings nicht mehr an “Papillon de lumière” heran reicht. Der Trash-Faktor ist immer noch sehr sehr hoch, aber die Aufnahme ist dünn und dumpf. Schade.

Heute spielt sich Cindy Sanders Karriere vor allem in der heimatlichen Lorraine ab, wo sie zu einer Ikone der Gays geworden ist, was eigentlich ganz folgerichtig ist, denn sie hat halt von Natur aus diesen Travestie-Touch von Glitter Glimmer Federn Solarium und dicker Schminke, und auch ihre Auftritte scheuen die ganz grosse Geste nicht. Das müssen tolle Abende sein!


Die kommentierte Filmografie

Das TV-Porträt in zwei Teilen auf nrj2

Teil 1: Die harten Jahre, Studio im Keller, der Mann als grösster Fan
http://www.dailymotion.com/video/x5qhi0_lincroyable-ascension-de-cindy-sand_fun

Teil 2: Cindy’s Geburtstagsfeier im Keller mit Freunden und Familie, Polonaise, die Hintergründe ihrer Choreographie
http://www.dailymotion.com/video/x5qhtm_lincroyable-ascension-de-cindy-sand_fun

Die Rückkehr zur Castingshow

– ich hätte mir schon Hilfe von Lio erhofft
— ich muss ihr mal begegnet sein, bei einer dieser GDM, die man einfach machen muss, wenn es noch nicht so gut läuft
— Sie hat alle, aber auch alle Codes falsch
(Dailymotion http://www.dailymotion.com/video/x4lp66_cindy-sander-nouvelle-star-debat-su_music)
Der Gala-Auftritt, der die Jury zum Schweigen bringen soll: http://www.youtube.com/watch?v=ZgTk0xc9a-E

TV-Shows

Cindy erklärt, wie sie vom Sender manipuliert worden ist, um beim Casting eine möglichst lächerliche Figur abzugeben http://www.youtube.com/watch?v=9nMXVXvWpdk

20minutes.fr zeigt die Cindy, wie sie eigentlich am Casting auftreten wollte, mit dem Shakira-Song (glaube ich zumindest…) http://www.wat.tv/video/cindy-sander-chez-20minutes-fr-ja8h_h9ao_.html
Dies untermauert ihre Behauptung, von der Redaktion in einen tölpelhaften Auftritt gelockt worden zu sein. Denn hier ist sie bestimmt nicht tölpelhaft. Langweilig? Kann ich nicht widersprechen, bei allem Respekt. Aber ich finde dieses Gute-Gesinge sowieso ganz grundsätzlich etwas vom Allerlangweiligsten, ich nenne das seit ewig, politisch unkorrekt zwar, aber deutlich: Vokalfaschismus. Korrekt wäre, ich gebe zu, Vokalfetischismus – aber das schlägt halt weniger ein. Vielleicht könnte man es, als Parallele zum Gitarrenwixer, Stimmbandwixerei nennen. Inhaltslos, unbedeutend, aufgeblasen. Gut singen ist schlecht singen. Und umgekehrt.

Ein typisches Beispiel für die Süffisanz der ‘Mandarine’, Moderatoren und Präsentatoren von TV-Sendungen:
Die subtile Fertigmacherei der blonden Schnepfe einer lokalen Fernsehstation prallt an Cindy ganz einfach ab und fällt auf sie selber zurück: http://www.youtube.com/watch?v=mtvlNWfKhqY&NR=1&feature=fvwp

Die selbe TV-Station, eine andere blonde Schnepfe macht sich über Cindy lustig, auf diese typisch bourgeoise subtile Weise, die an Cindy Sander so schön abtropft, dass man nicht weiss, merkt sie es nicht, oder weiss sie, dass solche Attacken zu ihrem Vorteil sind: http://www.youtube.com/watch?v=8gIMAMtJRO4&feature=channel

Hier wird Cindy von einer auffallend schönen Moderatorin mit einem leicht hinterhältigen Lächeln befragt zu ihrem zweischneidigen Erfolg, zur Verarschung ihres Stils; Cindy meint, wichtig sei, dass von ihr gesprochen werde, gut oder schlecht sei letztlich egal, und sie danke allen, auch ihren Kritikern
http://www.youtube.com/watch?v=_9IQcoWoIWw

Hier wird Cindy Sander auf offener Szene als talentlos beschimpft http://www.youtube.com/watch?v=PLILQjmpwiI. Dumm nur, dass die Beschimpfung von einem erfolglosen Sänger kommt, der meint, er müsse hier noch seine Myspace-Seite erwähnen, weil dann alle an den Rechner spurten würden und sich seine Musik anhören täten. Damit beweist er nur, dass er zu Recht erfolglos ist – keine Ahnung von den Gesetzen des Pop.

Cindy gibt ihren Hit in einer kleinen TV-Show zum besten, das ist nun nur noch hier, um auch diese Seite zu zeigen (beschissenes Playback, unsicherer Gesang, nicht-existentes Dekor, katastrophale Choreographie, lasches Publikum – Lokalfernsehen halt, da muss man durch auf dem Weg zur Spitze) http://www.youtube.com/watch?v=OkGoMmYJeKw

Coverversionen Persiflagen im Web

eine schöne Metalversion: http://www.dailymotion.com/video/x5nikl_cindy-sanders-papillon-de-lumiere-c_music

Diese Kunstgewerbeschülerinnenperformance wird hier verlinkt, weil sie bei einem späteren Auftritt Cindys vor richtigen Studenten zitiert und deshalb auch die Breitenwirkung des Youtube-Underground aufs Schönste illustriert http://www.youtube.com/watch?v=OtDiQgXcKwA

eine weitere Persiflage: J’ai le fion en chou-fleur besteht aus Anspielungen auf zu scharfes Essen, welches bekanntlich zweimal brennt…

Es ist unglaublich, welche Kreativität die Cindyparodiewelle auf den Dörfern hervorruft. Hier die Parodie von Elise et Christelle, an der mir vor allem der Aspekt “totale zen” gefällt http://www.youtube.com/watch?v=yCExGyJpCAc

Oder hier: superschlecht, aber eben doch eine Hommage, da steckt Arbeit dahinter, immerhin haben sich alle umgezogen, vorher geübt… Man beachte das Kind, das plötzlich nach seiner Mutter zu schreien beginnt. Cindy Sander als Animatorin lustiger Nachbarntreffen auf dem Land http://www.youtube.com/watch?v=LKc4D5DB_5Q

es finden sich aber natürlich auch Hommages an Cindy; diesen Tek Kitsch Lorraine Mix mag ich besonders

noch mehr Medienclips

Cindy zu Gast bei den Freaks von Fun Radio (”stimmt es, dass du die ersten Hundert bezahlst, die den Song downloaden?”) – Cindy macht wieder mal jeden Scheiss mit, scheinbar ohne sich durch den Spott beeindrucken zu lassen – a real trooper, wie es sich gehört, sie imponiert mir immer mehr http://www.youtube.com/watch?v=l3dWJ0FJEJA

Cindy Sander macht wirklich bei jedem Seich mit, solange es nur fürs TV ist: http://www.youtube.com/watch?v=OspXx3P7g-o&feature=related, hier singt sie, begleitet nur von einem Notebook, Plastic Bertrand Ca plane pour moi. Das kann man nur noch Todesverachtung nennen.

Hier tritt Cindy Sander in einer studentischen Talkshow auf, wirklich nicht ihr Publikum, man lässt es sie auch merken, zum Beispiel durch den offensichtlich ungeplanten Auftritt der Schmetterlinge, die wir schon von Youtube her kennen, eine eindeutige Anspielung auf die Parodien und Persiflagen – Cindy lässt sich überhaupt nichts anmerken und nimmt wie immer alles als Kompliment. Diese Taktik sollte man sich merken! http://www.youtube.com/watch?v=8epgDQQ_xMY Am Schluss entlarvt der Moderator durch einen fiesen Trick das Vollplayback – oder ist er nur total unprofessionnell? Könnte ja auch sein…

Es gibt noch eine zweite Aufnahme desselben Anlasses aus dem Publikum, wo man die Tristesse solcher GDM sehr gut erkennt http://www.youtube.com/watch?v=ebDpT8CZydk

Mir gefällt dieser Bootleg-Clip eines Discoauftrittes vom Mai 2008 sehr gut, denn hier spürt man diese Mischung aus Verarschung und Verehrung, wobei letzteres überwiegt. Total camp, schon nur wegen der billigen Deko (das Wort ‘Papillon’ aus Buntpapier im Hintergrund, der wichtigtuerische Security-Herr auf der Bühne) http://www.youtube.com/watch?v=2nGaR45h3Tk

Cindy Sander, Star von Lorrainegay – hier Video einer Soirée spéciale Cindy Sander http://www.youtube.com/watch?v=eWSXlsNWEfs in der Gd’O Bar Metz http://www.gdobar.com/, wo es wirklich toll abgehen muss. Die Site unbedingt ganz anschauen! Auch dem Link nach Lorrainegay http://www.lorrainegay.com/ folgen, wer sich über “3000 ans d’homosexualité à Metz” informieren will. Eine sehr gute Site.

neuer Song

Cindy’s aktueller Song als Clip auf youtube http://www.youtube.com/watch?v=mbMzsPwehNg
Hier gefällt sie mir nicht mehr so gut, der Song ist lasch, nennt man das eigentlich R’n'B? Der Sound ist auch nicht so gut, schlechte Kopie? Aber er ist absolut sehenswert, und sei es nur wegen der “scène culte” in der Mitte, die hier auch alleinstehend angeschaut werden kann http://www.youtube.com/watch?v=UBrKrvC3Ga4

Entsprechend ist leider die Parodie ihrer Fans von Lille Loves Cindy geraten, aber die Site ist wirklich schön http://lillelovescindy.neuf.fr/

Live dröhnt der Song trotzdem toll aus den Boxen, hört euch nur mal das hier an http://www.youtube.com/watch?v=vP8dEK0awdQ

Zum Schluss

Heute findet Cindy Sander ihr Publikum vor allem im Milieu Gay, wie die Franzosen das ganz schön sagen, und der Moderator bezeichnet sie gar als “Icone gay” – Ende gut, alles gut, findet auch Cindy http://www.youtube.com/watch?v=R-uQo3I9bSw

Cindy Sander bei der Talkshow “ça se discute”, im Januar 2008, noch vor dem Casting und der darauffolgenden Cindymania: Träume, Tingeln durch über 50 Castings, Absagen, ein erster Erfolg http://www.dailymotion.com/video/x4k173_cindy-sander-dans-ca-se-discute_news

Cindy Sander: Einträge in der Datenbank Ozap

Cindy Sander auf Wikipedia

Bericht vom Casting, wo Cindy Sander so heruntergemacht worden ist (Blog): http://fr.tv.yahoo.com/blog-nouvelle-star/article/18/

Ein längerer Blogeintrag über Cindy Sander, einer der wenigen echten Texte: http://trashpolitique.blogspot.com/2008/12/cindy-sander.html

Cindy Sander, offizielle Myspace-Seite

Der Blog von Cindy Sander!!!

Abgelegt unter: Unterhaltungskunst — Tags:, , , — Bruder Bernhard @ 15:04

11. Oktober 2008

Bruder Bernhards Antwort auf die Krise!!!

Langsam beginnt der Nebel sich zu lichten – ich wandere entlang hoher Berge, noch ist nichts zu sehen, aber meine tiefempfundenen Gedanken sind bei euch, euch Menschen da unten, Frauen, Manne, Kinder, Hunde, in den Niederungen des Alltags, wo hinter jeder Ecke ein neues Problem, eine neue Botschaft Hiobs …. Sorry, falscher Anfang – ich bin einfach kein Schriftsteller, die Tiefe will sich nicht einstellen. Also, mit der Tür ins Haus:

Die Lösung ist gefunden!!! Fürchtet euch nicht, denn wir haben das alles schon mal erlebt, und haben es vorbildlich gemeistert. Und unser Bundesrat entpuppt sich als geniales Team von Krisenmanagern!!!

Zunächst: Gestern Freitag konnte ich lesen, es sei nun alles gesagt zur Krise, nun solle man entweder schweigen oder Zuversicht verbreiten, denn genau daran mangle es eigentlich. Die ganze Krise ist Psychologie!!! Deshalb schon mal ein Bravo unserem Bundesrat: Er lebt schon seit Wochen nach genau dieser Maxime. Er ging sogar so weit, den federführenden Bundesrat Merz durch eine vorgetäuschte Herzattacke hinter die Kulissen zu verschieben – genialer Schachzug, wirklich. Denn wie gesagt: Die Krise wäre keine, wenn nicht so ein Riesengstürm drum herum gemacht würde. Geld abziehen von der UBS: blöder können die Schweizer wirklich nicht mehr sein – den Ast absägen, auf dem alle sitzen, also wirklich, mir bleibt die Sprache weg!!! Macht die UBS Konkurs, haben wir hier isländische Verhältnisse, gopf!!!

Aber das macht überhaupt nichts, denn wie gesagt, die Lösung ist gefunden!!! Und es ist eine doppelte Lösung, die zwei oder sogar drei Fliegen mit einer grossen Klappe erschlägt.

Das erste Problem ist, dass die Schweiz laut Herrn De Weck, einem sehr gebildeten Mann, sich die Grossbanken eigentlich gar nicht leisten kann, da die auf dem Spiel stehenden Summen die finanziellen Möglichkeiten unseres Landes schlicht übersteigen. Lest selber im Magazin vom 4. Oktober.

Das zweite Problem ist, dass die Landwirtschaft sowieso schon lange nicht mehr die Rolle spielt, die sie noch in den Goldenen Fünfziger Jahren spielte, als der Sonderfall Schweiz noch nicht mit Spott überhäuft wurde, als wir Schweizer noch etwas galten in der Welt!!

Die Lösung ist einfach: Mehr Landwirtschaft tut not!!! Und zwar Gemüseanbau, denn die Fleischwirtschaft hat ihren ideellen Bankrott bereits hinter sich – nur hat es noch niemand gemerkt. Ich werde darauf später eingehen.

Man sollte eben öfters die Karrierebeilagen der Tageszeitungen lesen!!! Diese gehören beileibe nicht sofort ins Altpapier, wie das ein Grossteil der Leser hier bestimmt jetzt denkt. Nein. So entnehme ich jetzt einer solchen, dass im Vallée de Joux jährlich 3 Millionen Autokilometer eingespart werden, was einer Reduktion von nur 270 Autos pro Tag entspricht, die nicht mehr zur Arbeit pendeln – weil die Fabrik Jaeger-Le Coultre dort hinten keine neuen Parkplätze bauen konnte und so ein Mobilitätskonzept für ihre Angestellten förderte, welches den Unsinn der 1,1 Personen, mit denen ein Pendlerauto normalerweise bestückt ist, bekämpft.


Also haben die Grünen doch recht, muss ich jetzt eingestehen: Weniger Parkplätze bauen, innovative Lösungen suchen!!!

Bruder Bernhards innovative Lösung:
Zurück in die Vergangenheit. Zurück zur Anbauschlacht!!! Wir wollen unseren Friedrich Traugott Wahlen wieder haben!

Während des 2. WeltKrieges wurden in der Schweiz die Väter an die Front geschickt, Frauen und Alte blieben daheim und rissen die Erde von Pausen-, Sport- und sonstigen -Plätzen auf, um dort Kartoffeln zu pflanzen, die Bevölkerung zu ernähren. DAS MÜSSEN WIR WIEDER MACHEN! Rechne: Wenn die Sitzplätze in den Autos endlich wieder ihrer ursprünglichen Bestimmung zugeführt würden, statt als Ablage für Blackberry, leere Bierflaschen und miese Gratiszeitungen zweckentfremdet zu werden, könnten wir DREI VON VIER PARKPLÄTZEN aufheben!!! Ja, bei Gott: Das müssen wir aber SOFORT tun. Die Krise wartet nicht!!! Und dann pflanzen wir dort Kartoffeln!!! Oder noch lieber den weissen Mais, den es bis jetzt erst im Rheintal gibt – der ist so was von köstlich, und der daraus gewonnene Türkenriebel eine absolute Delikatesse – vielleicht verrate ich hier mal das Rezept…

Jetzt dürft ihr selber nachzählen, wie viele Probleme durch diesen Vorschlag gelöst werden: Verkehrs-, furzende-Rinder-, Einkommens-, Betonierung-der-Landschaft-, etc-Probleme werden dadurch gelöst. Und die Schweiz wäre endlich wieder wie früher: Besser als andere anderen, ein Sonderfall, eine Insel im Reich des Bösen!!!

Abgelegt unter: BB erklärt die Welt, Essen — Tags:, — Bruder Bernhard @ 11:51

20. September 2008

In der Eau-de-Cologne-Hölle

Es war eine schöne Reise mit unserem Jodelchörli – Paris, Pigalle, Crazy Horse. Lange ist’s her. Aber den Duft habe ich immer noch in der Nase. Den Duft frisch eingeseifter Körper.

Damals gab’s nämlich noch keinen TGV, und wir mussten wie die hinterletzten Gammler den Nachtzug nehmen – Fahrzeit gute 8 Stunden ab Basel. Auf der Rückfahrt ist’s dann passiert: Bei Mulhouse im Elsass, es war so um die 6 Uhr morgens, quetschten sich noch ein Halbes Dutzend Elsässer in unser Abteil. Wir, die wir die ganze Nacht z Bluemete Trögli gesungen hatten, waren entsprechend müde und mussten übernächtigt gewirkt haben. Die verächtlichen Blicke dieser penetrant rechtschaffenen Elsässer sind mir heute noch gegenwärtig. Aber viiiieeeel schlimmer: Der Gestank dieser Pendlerclique, siehe oben, als wären sie beim Seifensieden in den Topf gefallen. Etwa so muss Kurt Beck, der aufrechte Deutsche Sozialdemobart, riechen. Sie glichen ihm auch, äusserlich. Sie sprachen aber dieses Halbfranzösisch (wenn überhaupt ein Wort fiel…)

An diese markante Episode musste ich denken, als ich auf einer Blogwerbung dieses Argument für ein gebrauchtes Einfamilienhaus auf dem Land fand:

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Ja, so ist sie wohl, die Ostschweiz. Nur dort sind solche Argumente vorstellbar, oder Schilder wie dies hier, auf dem Sportplatz von Rebstein im Kanton St. Gallen:

öffnungszeiten sportplatz rebstein eingeschränkt

Es scheint, manche Leute können die Grabesruh kaum mehr erwarten! Wenn Sie auch dazu gehören: Das gebrauchte Einfamilienhaus hat 240 Quadratmeter und kostet knapp unter einer Million. Die Elsässer Pendlerclique würde sich dort jedenfalls wohl fühlen.

Schön eingerichtet ist es auch – ganz gediegen, äusserst geschmackvoll, und vor allem: gäbig zu Putzen! Was allerdings kaum nötig sein wird: wenn kein Besuch da ist, werden die Möbel ja mit Tüchern schonend gedeckt. Ich jedenfalls mach’ das.

Abgelegt unter: Kurz und gemein — Tags:, — Bruder Bernhard @ 12:48

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