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La Triperie - Bruder Bernhard
steht ein für die Inneren Werte!!!

25. März 2009

Mein mieser Charakter II

Haben wir es nicht schon immer gesagt? Nun sind sie wohl endgültig abgestürzt, die überforderten Programmierer-wird-Webguru-und-seine-Frau-Community-Organizer-und-Chefredakteur.

Gegenüber Januar ein Viertel Leser verloren – das wars dann wohl. Ein kurzer Blick auf die Site zeigt: zum Gähnen, niemand wird euch vermissen. Da ist es bei Shawne Fielding ja noch spannender: Heute zwitschert  die Unverwüstliche über Handjobs und VERSPRICHT EINEN BLOG!!! Werde allein wegen ihr wohl noch Quicktime installieren, denn sie stellt ihre Filme in diesem Exotenformat ins Netz – Art Brut

Abgelegt unter: Hinweis — Tags:, — Bruder Bernhard @ 07:55

22. Dezember 2008

Mein mieser Charakter

Ja, ich habe einen miesen Charakter. Ich weiss es, seit ich mit Facts 2.0 zusammengestossen bin. Seither bemerke ich an mir Züge, die ich nach einem langen Leben in Minne mit Gott und den Menschen als eine Erweiterung meines Charakters begreife. So mies also ist mein Charakter, dass ich mich dessen nicht mal mehr schäme…

Nehmen wir mal: Die Schadenfreude. Ehrlich, weniges erreicht diese Süsse. Müsst ihr unbedingt mal probieren. Kein Brennstoff wärmt so heiss und intensiv. Allerdings hat er einen riesigen Nachteil: Die Wärme lässt sich nicht richtig speichern, es ist also für immer neues Material zu sorgen. Der Vorteil jedoch: Meistens sorgt das Ziel der Schadenfreude mit unnachahmlicher Penetranz grad selber für den Nachschub.

Ob ich mich freuen soll, dass Facts 2.0 nun der Einstellung wieder einen Schritt näher gerückt ist, weiss ich nicht. Ich freue mich aber ganz bestimmt über die Blamage für den Cheflöscher Christoph Lüscher, welcher noch vor kurzem für sich in Anspruch genommen hatte, die Weltwoche geschlagen zu haben. Was haben wir damals gelacht - und gewusst, sie kommt schon noch, die Stunde der Wahrheit.

Und hier ist sie nun: Die TAMEDIA hat von Facts genug gesehen und verschenkt die Marke an die Communityzerstörer von IA. Da muss der Geduldsfaden wohl wirklich gerissen sein. Kein Wunder, angesichts der abstürzenden Nutzerzahlen. Jetzt ist Montag morgen, 11:28, um diese Zeit hatte ich auf www.facts.ch/now_online auch schon über 100 Benutzer gleichzeitig gelistet gesehen. Jetzt sind es noch grad mal 5, davon gehören deren zwei zu den ‘neuen’ Eigentümern IA (bisher von tamedia entlöhnte Entwickler, Betreiber, Redaktion). Die übrigen drei User scheinen die Gunst der Stunde erkannt zu haben: Nie war Werbung günstiger zu haben als hier, mit Bild, Webadresse, Beruf (etwas mit Webdesign oder Computer, meist) im gut sichtbaren Benutzerprofil.

Nur blöd, dass wohl kaum jemand diese Werbung sehen wird. Nicht nur, dass die Benutzerzahlen um ein Viertel eingebrochen sind. Die verbliebenen Benutzer halten sich auch nicht lange bei Facts auf: Nicht einmal drei Minuten sind es im Schnitt, und sie kommen auch selten vorbei: ein- bis zweimal pro Monat! Von einer Begegnungsplattform, wie sie von den Machern immer wieder beschworen wird, würde man andere Zahlen, eine stärkere Bindung der Leser, ein grösseres Interesse an den Millionen verlinkter Artikel erwarten. Sogar die Website der Annabelle verbucht da bessere Zahlen. Weitaus bessere! Und ist doch nur Begleitmedium zur gedruckten Ausgabe…. Wie ja auch im Fall der WeWo, die Facts unterdessen wieder überholt hat.

Ein Musterbeispiel, wie Arroganz und Unfähigkeit ein Projekt trotz Starthilfe eines potenten Medienkonzerns in den Abgrund reiten können.



Die Links zu den Zahlen, wenn’s jemand genau haben will:http://netreport.net-metrix.ch/suche_alpha.html Sehr interessant, übrigens….November:
Facts: 77′000 Computer geraten einmal auf die Seite, davon kommt im Verlauf des Monats jeder Zweite noch genau einmal vorbei. Sie klicken dabei zweimal, bleiben nicht ganz drei Minuten, danach sind sie weg.
Weltwoche: 101′000 PC kommen fast zweimal im Moment, klicken während gut 5 Minuten vier mal
Annabelle: 25′000 PC, zwei von drei kommen nochmals, bleiben jeweils viereinhalb Minuten. Fast alle kommen aus der Schweiz, nota bene

Blogwerk (direkter Konkurrent von Facts, aber nicht durch einen Konzern unterstützt): 376′000 PC kommen fast zweimal, klicken zweimal während dreieinhalb Minuten.

Was nie vergessen werden darf: Diese Zahlen werden für die Werbung erhoben, und wer die Seinen hochpushen will, kann dies durch entsprechendes Design erreichen. Also sagen sie wenig über die tatsächlichen Verhältnisse aus, sondern sie erlauben einfach einen Vergleich



Diese Blogs berichten ebenfalls:Journalistenschredder

BeizZweiNull – dort vor allem Facts-Kenner von Relax lesen!

KoopTech

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Abgelegt unter: Praxistest — Tags:, — Bruder Bernhard @ 13:00

9. November 2008

Blogs üben Diktatur aus – klagt David Bauer

Eigentlich wollte ich ja auf die Sache nicht mehr weiter eingehen, denn ein Stück weit ist es mir auch zu blöd, mich mit nassforschen Elaboraten herumzuschlagen. Viel lieber würde ich über Yma Sumac schreiben, deren Tod diese Woche vermeldet wurde…

Aber was ugugu über sein Buzz-Formular zugetragen worden ist, fegt die Unlust hinweg und macht einem leichten Ekel Platz. Da scheint Bauer tatsächlich die Blogsphäre mit einer Diktatur gleichzusetzen! Nach Godwins Gesetz hat er damit verloren ;-) . Zudem blamiert er sich: Mit keinem einzigen Wort geht er auf den Nachweis der schludrigen Recherche ein. Statt dessen hofft er zuversichtlich auf das gesunde Volksempfinden… So wenig ernst nimmt er seine Leser.

Zu Yma Sumac halt später – nehmt die Radiosendung auf, solange sie noch läuft, es hat dort ein paar Lieder von ihr. Allerdings geht der Sender immer wieder offline – Betaversion halt…


PS: im Nachhinein ist mir noch dies hier unter die Maus gekommen.

Abgelegt unter: Selbstreferenzialitäten — Tags:, , — Bruder Bernhard @ 15:21

4. November 2008

Wie ein Meisterjournalist recherchiert

Hey, ging da ein garstig Knistern durch der Schweizer Blogger’s Bildschirme, gestern. Jungjournalist David Bauer, kaum eben der Universität entronnen, die ihn zum Meisterjournalisten ausgebildet hat, legte in der Sonntagszeitung eine Probe seines Könnens vor. Selber Blogger, begibt er sich auf die Suche nach der Relevanz der Schweizer Blogs. Und wird nicht wirklich fündig… Was seinen Arbeitgeber sicherlich freuen wird, denn die Tamedia steht dem Phänomen Blog naturgemäss sehr defensiv gegenüber. Was die Leser vom Artikel halten, der auf der Computerseite der Zeitung erschien, lässt sich an den Reaktionen in den Blogs ablesen. Etwa beim bugsierer oder bei lupe. Eine Sammlung gibts bei rivva.

Was ich nun ganz und gar nicht verstehen kann: Was lernen die eigentlich an der Journalismusuniversität? Ganz ehrlich: Darauf habe ich keine Antwort. Schon gar nicht mehr, wenn ich mir Bauers Arbeit anschaue. Ich bin ja nur ein einfacher Knecht ganz ohne Ausbildung als Schreiber, aber ich hätte diesen Artikel besser gemacht!!!! Ich schwöre es!!!

Schauen wir uns doch schon mal die Kernfrage nach der Relevanz der Schweizer Blogs näher an. Bauer hat Mühe, diese auszumachen. Ja, mein Gott, hätte er doch mich fragen können!!! Denn schon als ganz gewöhnlicher Zeitungsleser, ohne Zugang zu den teuren Datenbanken, die Bauer zweifelsohne nutzen könnte, hätte ich ihm ein paar Tipps aus der jüngsten Vergangenheit aus dem Gedächtnis liefern können!

Also, Bauer, aufpassen, jetzt kommen sie:

Museen von La Chaux-de-Fonds

Am 26. September 2008 stellen die Behörden von La Chaux-de-Fonds einen Bericht über die Zukunft ihrer vier Museen vor. Schon in den Jahren vorher waren mehrere Anläufe unternommen worden, die Museen auf eine solidere Basis zu stellen, die aber kaum Resultate zeitigten. Eine auswärtige Projektleiterin wurde angestellt, welche innert weniger Monate den umfangreichen Bericht fertigstellen und gleichzeitig ihre künftige Arbeit als Gesamtverantwortliche der vier Museen definieren sollte.

Offenbar hatten die Behörden von La Chaux-de-Fonds die Macht der desavouierten bisherigen Kuratoren sträflich unterschätzt. Der Bericht wurde nämlich alsobald in einem eigens geschaffenen Blog “Sauvons nos musées” (Rettet unsere Museen) nach Strich und Faden zerzaust. Der Blog kann einen Sieg auf der ganzen Linie für sich verbuchen. Der Bericht wurde von den Behörden zurückgezogen, das Projekt sistiert, die Projektleiterin ist für immer demontiert und wird wohl bei der nächsten Gelegenheit gehen – und dieser Erfolg ist einzig und allein dem Blog zuzuschreiben, über den die welsche Presse mehrfach berichtet hatte. Und es ist erst wenige Wochen her…. Zumindest dieser Fall hätte in einem Artikel über die Relevanz der schweizer Blogs gewürdigt werden müssen. Aber das googelt sich halt nicht so einfach – Suchbegriff: “Relevanz schweizer Blogs” führt z.B. nicht weiter – da braucht’s jetzt wirklich Recherche

Peter Knechtli

Wenige Tage vor Erscheinen der Bauerschen Mini-Recherche berichtete der Tagesanzeiger* über den möglicherweise erfolgreichsten Schweizer Blog: Die Berichterstattung von Peter Knechtli. Knechtli ist ein richtiger Recherchierjournalist aus der Zeit, wo es noch keine Journalistenschulen und -Unis gab. Als Zeitungsleser war mir sein Name in den 70ern schon aufgefallen. Dafür brauchte es keine besonderen Recherchen: Knechtli war damals einer der bekanntesten Journalisten der Schweiz. Eigentlich absolut erstaunlich, dass diese Karriere den heutigen Journalisten so wenig Aufmerksamkeit wert ist. Aber wahrscheinlich hätte die Tamedia darüber weniger Freude als an der Bauerschen Totschweigerei…

——————

* Ich kann nicht mehr sicher sagen, wo ich’s las. Gibt man im öffentlichen Bereich des TA-Archivs Peter Knechtli ein, kommt nix. Muss aber praktisch der TA gewesen sein, denn den les ich nur noch gelegentlich, und ich weiss, ich las es gelegentlich….


Nestlé – der erste Erfolg eines schweizer Blogs

Es war im Sommer 2006, als Jean Nouvel seiner Freundin Nelly Wenger die Karriere versaute. Nelly Wenger, meine absolute Lieblings-Expo-Direktorin, war bei Nestlé in die Nesseln getrampt, als sie die verstaubten Marken mit dem Odem des gehobenen Lifestyle veredeln (und verteuern;-) wollte. Jean Nouvel kreierte ihr zu diesem Zweck eine neue Architektenverpackung, die ausser gut aussehen überhaupt nichts Sinnvolles tat. Und beim Publikum durchfiel. Denner schmiss die Ware aus den Regalen. Höchste Gefahr drohte.

In dieser Situation begann ein Nestlé-Kader auf Konfrontation zu bloggen. Die Presse nahm dies zum Anlass, über die internen Zwistigkeiten zu berichten. Nelly Wengers Tage waren von da an gezählt. Nach einer Krankheitspause kehrte sie nicht mehr an ihren Arbeitsplatz zurück.

Das sind nur einige Beispiele, die mir beim Melken grad so eingefallen sind. Ich bin selbstverständlich kein Journalist, und nie würde ich von mir behaupten, ich könnte immer es besser. Auf der anderen Seite muss ich schon fragen: Herr Bauer, wie konnte das bloss passieren? Ganz offenkundig kennen Sie die aktuelle Berichterstattung aus Ihrem ureigenen Ressort nicht!!! In der herkömmlichen Journalistenausbildung wären Sie damit nie durchgekommen. Denn die herkömmliche Journalistenausbildung, bevor es die Schulen und Masters gab – ach, ich mag gar nicht drüber reden. Sollen doch die Jungen weiterhin glauben, es reiche, viele Schulen zu besuchen, viele Seminarscheine zu sammeln, viele obskure Auszeichnungen einzuheimsen. Wir Leser, wir wissen es besser


ein PS: Verrückt, musste Lisi die Klauen schneiden, das ging satte 3 Tage, insgesamt. Ist eine Schwierige. Deshalb habe ich gar nicht alles um den Bauerschen Ausraster mitverfolgen können, darum wichtiger Nachschlag: Bei Metablog lesen

Abgelegt unter: BB erklärt die Welt — Tags:, , , — Bruder Bernhard @ 10:36

19. Oktober 2008

Facts 2.0 hat leider verloren

Tja, leider hat es nicht gelangt für Facts 2.0. Der Big Brother Award ging dieses Jahr noch an die Konkurrenz. Dabei hat der Facts-Geschäftsführer doch wirklich alles versucht, um die Jury noch auf der Zielgeraden in seinem Sinne zu beeinflussen. Chancen hätten durchaus bestanden, da die Preisträgerin Securitas schon vor Wochen verlauten liess, sie wolle die gewürdigten Praktiken nicht fortführen. Christoph Lüscher hingegen beharrt auf der Rechtmässigkeit seiner Schnüffelei. Er greift sogar zu einer ganz offensichtlichen Lüge. Wir hier nennen das eine Fick-Dich-Lüge: “Du siehst, dass ich lüge, kannst es aber nicht beweisen”.

Nun, dass die ominösen 32/17′000 nicht stimmen können, lässt sich leicht nachweisen: Wenn ein Postfach geöffnet wird, wird ähnlich wie in einem Blog nicht einfach eine bestimmte Nachricht angezeigt, sondern ein ganzer Rattenschwanz, je nach Länge der einzelnen Nachricht sind das zwischen so 5 und 10 – oder noch mehr.

Nicht nur keine Reue, keine Entschuldigung, kein “Wir werden das in Zukunft nicht mehr tun”. Nein. Es wird sogar der Leiter Unternehmenskommunikation der Tamedia mit dieser erfundenen Zahl munitioniert, und dieser traut sich tatsächlich mit diesem Unsinn an die Öffentlichkeit.

Also, gute Chancen für Facts im nächsten Jahr. Vielleicht plaudert ja mal ein Whistleblower bei Ugugu? Die Internet-Adresse www.bigbrother.ch hat der Kandidat jedenfalls bereits für sich reserviert. Kein Kohl! Hier musst du kucken, he, voll krass, Mann, sach ich mal… (Originalmonolog aus der TV-Sendung)

Also, dann, tschüss, bis im nächsten Jahr!


Hier nochmals die Links zur Facts-Story in der richtigen Reihenfolge:
Teil 1
Teil 2
Teil 3
Nachtrag


Abgelegt unter: Kurz und gemein — Tags:, — Bruder Bernhard @ 11:06

18. Oktober 2008

Facts zeigt Kunden den Mittelfinger

Es ist kaum zu glauben: Die Chefredaktörin von Facts 2.0 scheint wieder mal Amok zu laufen.

facts löscht wieder mal unliebsame artikel

Ich hatte ja gedacht, ich könnte mich nun andern Themen zuwenden, aber die tun jetzt wieder so blöd auf ihrer Weide, da kann der Bauer einfach nicht wegschauen! Bitte um Entschuldigung, es muss nochmals sein – zum allerletzten Mal, hoffe ich doch sehr, Facts!! Nehmts euch jetzt mal zusammen!!! Die Bankenkrise verlangt nach mir!!!! Will mich nicht mehr mit euch abgeben müssen!!!!!

Seit Facts 2.0 für den Big-Brother-Award nominiert ist, der heute Samstag in Bern verliehen wird, wird wieder angeregt über die ’soziale Plattform’ des Tamedia-Konzern geschrieben. Und diese Woche musste der Geschäftsführer von Facts auch zugeben, sie würden die Persönlichen Nachrichten ihrer Benutzer mitlesen!!! Es soll übrigens schon T-Shirts dazu geben.

Mach dir auch eins

Zwei der Blogs, henusode und medienlese, welche über die Nominierung berichteten, werden von Facts 2.0 aggregiert (laut meinem Coucousin muss ich das so schreiben, das bedeute: automatisch wird alles von denen eingesogen und ist dann in den Artikeln automatisch zu finden). Wen wundert’s: Die Artikel sind auf Facts 2.0 nicht zu finden. Alles andere hätte mich jetzt auch erstaunt.

Ich hätte allerdings angenommen, die Chefredaktörin würde wie üblich ihr nicht genehme Beiträge in den hintersten Ecken von Facts 2.0 sang- und klanglos versenken. Dem war auch so: Die Artikel waren nur schwer zu finden. Deshalb wurde von flashfrog, einer der zahlreichen “Ehemaliger Nutzer” von Facts, in einem Kommentar der Link zum Artikel von Medienlese innerhalb Facts gepostet. Minuten später war der Artikel bei Facts gelöscht, und offenbar ebenfalls jener von Bugsierer’s henusode-blog. Das ist nicht etwa Zensur, nein, das ist … äh… ach, Christoph Lüscher wird uns das sicher noch irgendwo erklären.

Nun, im Löschen haben die Facts-Macher Übung – man muss sich nur mal die Phantom-Debatten im Archiv anschauen, die lauter “Ehemaliger Nutzer” miteinander führen… alle gelöscht, alle nun Unpersonen. Dass darunter sogar eine frühere angestellte Teilzeit-Redaktörin zu finden ist, schlägt irgendwie alles, was ich in diesem Bereich in der Schweiz je gehört habe. Man stelle sich vor: Journalisten, die ihre Arbeit üblicherweise mit ihrem Namen zeichnen: und plötzlich ist die Arbeit von einem halben Jahr einfach weg: sowas nennt man Ehrabschneiderei.

Aber Respekt vor anderen Leuten war noch nie etwas, was man der Chefredaktörin und ihrem Ehemann, dem Geschäftsführer, je vorgeworfen hätte. Respekt vor anderen Leuten ist ja auch keine Bedingung für Erfolg: Man schaue sich nur mal Harvey Weinstein an, den supererfolgreichen Produzenten von Quentin Tarantino. Dieser ist bei den Filmern wegen seiner Rumschneiderei in ihren Werken arg verhasst, und hört deshalb auf den Spitznamen “Harvey Cissorhand”.

Das Ehepaar am Ruder bei Facts, übrigens, wird in der Szene auch nur noch “die Löschers” genannt :-) – und in den letzten Monaten machten sie diesem Spitznamen alle Ehre, konnte man sie doch beim fleissigen Beseitigen von Spuren ihrer Fehltritte in ihrem Archiv beobachten.

Der S-Bahn-Schubser ist z.B. weg, der zum Rauswurf von etwa 10 Usern führte… wo die Red. fremdenfeindliche Kommentare - einmal mehr – sehr pfleglich behandelte und Einspruch dagegen sofort zum Vorwand einer erneuten Säuberung nahm. Auch den kurzzeitig äusserst aktiven Kommentator Daniel Hirter, welcher mysteriöserweise nach meiner unterdessen stillgelegten satirischen Intervention plötzlich auftauchte, findet man in Facts 2.0 nicht mehr. Falsche Identität eines Redakteurs? Es gibt sogar deutliche Hinweise und Belege zu dessen Identität, aber wir wollen den Mann hier nicht fertig machen – ist nur ein übereifriger Angestellter. Auf jeden Fall: während etwa zwei Tagen quasi einziger Kommentierer; als Gerüchte um seine Identität im Netz auftauchten, plötzlich weg; ebenso seine Spuren, bis auf einige wenige. Bestimmt nur ein Zufall. Klar!!!


Gelegenheit, mal näher hinzuschauen – (ab hier nur noch für detailverliebte Voyeure)

(soll mir aber niemand vorwerfen, ich sei Boulevard)

Ich selber war ja Februar bis Juli recht aktiver Kommentierer bei Facts und konnte so direkt mitkriegen, wie die beiden ticken. Ich will es hier kurz machen, nicht mit Details ermüden. Ihr könnt ja bei Interesse den Links folgen – wenn Facts diese Artikel nicht auch noch löscht oder die Kommentare ‘verbessert’ – ich war sowieso erstaunt, diese noch vorzufinden.

An der Stelle: Merci, Frau Zappadong!

Ein Schlüssel zum Ganzen liegt hier: Chefredaktörin Ilieva vertritt die Meinung, den Künstlern im Ostblock ging’s eigentlich gut! Wenn ich es richtig verstehe, muss ich sagen, denn jetzt beim Nachlesen habe ich manchmal das Gefühl, ich könne sprachlich nicht ganz folgen, was ich aber nicht meinen Sprachkenntnissen anlasten kann – diese sind zwar ländlich geprägt, aber ansonsten hatte ich noch nie Probleme damit… Vielleicht wollte sie etwas anderes sagen, drückte sich aber falsch aus – kann ich nicht ausschliessen.

Nun, was ihr jungen Leute nicht wissen könnt: Ostblock, das war die Verlängerung des zweiten Weltkrieges in die Gegenwart, wo der blutige Stalin bis zu seinem Tod Angst, Schrecken und Terror verbreitete. Eine seiner Spezialitäten war es übrigens, ehemalige Kollegen und Freunde zu vernichten und danach aus allen Fotos retuschieren zu lassen!!! Unterdrückung und Unfreiheit war der Name des Spiels, wo der Verlierer, wenn er Schwein hatte, nur im Gefängnis, in der Verbannung, in der Ächtung endete. Dieses Spiel verlor zwar mit Stalins Tod an Blutrünstigkeit, ausgespielt war aber erst mit dem Fall der Mauer. Was der einzigen Partei (einer Art SVP, nur schlimmer) nicht passte, wurde ohne Federlesens gestrichen, entfernt, gelöscht… Westmedien waren bei Androhung von Gefängnis verboten. Medien gab es nur in staatlich gelenkter Form ….. ein Schelm, der jetzt eine Verbindung herstellte.

Um jetzt zu den Details zurückzukehren:
Ganz schön sind auch Einblicke wie diese, wo Chefredaktörin Ilieva den bugsierer aus heiterem Himmel quer anpflaumt wegen irgend einer alten Diskussion, völlig ausserhalb jeglichen Zusammenhangs! (Er hatte mal die Majestätsbeleidigung begangen, das fehlende Impressum zu monieren). Das ist die Chefredaktörin, nicht irgend eine Userin!!! Dort kann man im Übrigen auch gleich Geschäftsführer Christoph Lüscher bei einer platten Lüge ertappen (die er ja später, unter dem Druck meiner beweiskräftigen Serverlogs, zurücknehmen musste!!!): “Wir durchforsten keine User-Mailboxen, obwohl das bei uns wie auf jeder anderen Website technisch möglich wäre.” Oder, um zu bugsierer und der Chefredaktörin zurückzukehren, hier droht sie ihm unverhohlen mit dem Rauswurf aus Facts – ebenfalls völlig zusammenhangslos mitten in einer Debatte!!! Das ist die Chefredaktörin, nicht irgend eine Userin!!!

Jetzt höre ich dann grad auf mit dem Bashing – aber die Leute provozieren das ja ständig durch ihr Verhalten, nicht wahr. Was nämlich auffällt: Obwohl Angestellte der Tamedia, führen die sich in ihrer Pseudocommunity auf als ob diese ihr Privateigentum wäre. Man muss nur mal schauen, mit welcher Penetranz auch das hinterletzte Fürzchen auf der Plattform gehypt wurde: Die Privatisierungspläne von Christoph Lüscher mit Information Architects Japan konnte man tagelang zu vorderst finden, vor Ronnie Grobs servilem Interview mit Reichenstein gab es kein Entkommen, Diskussionen in der Blogsphäre um die Rauswürfe bei Facts wurden verfälscht wiedergegeben… Aber auch das ist für die Macher so normal wie die Zensur – schliesslich war der Ostblock auch für seine pfauenhaften Militärparaden berühmt.


Noch ein PS: als ich damals das da las, fand ich es nur kindisch und doof: “Natürlich ist die Redaktion überfordert und der Verlag hat einen Online-Partnervermittler (Christoph Lüscher) und eine im kommunistischen Bulgarien ausgebildete Journalistin als ‘verantwortliche Redaktorin’ angeheuert.”. Ich muss mich im Nachhinein beim Autor innerlich entschuldigen – jetzt weiss ich, was er gemeint und wie recht er hatte…

Abgelegt unter: BB erklärt die Welt — Tags:, — Bruder Bernhard @ 08:39

17. Oktober 2008

Die kleinen schmutzigen Phantasien von Facts 2.0 und seinen Anwälten

Vorgestern und gestern konnten wir hier lesen, wie der kleine Bruder Bernhard die Blogaggregation Facts 2.0 zufälligerweise beim Big Brother Spiel ertappt hatte. Die Stellungnahme von Geschäftsführer Christoph Lüscher auf die Fragen von Matthias Gutknecht ist für mich nicht neu. So ähnlich lautete auch die Begründung, welche ich von der TAMEDIA erhalten habe.


In meinem Brief, der hier abgedruckt ist, verlangte ich vor allem eine Begründung für das Lesen meiner Persönlichen Nachrichten, sowohl am 10. wie am 24. Juni.

Zunächst hält der Rechtsdienst der Tamedia in seiner Antwort fest, dass keine Verpflichtung zur Antwort auf meine Anfrage bestehe. Dann der Hinweis auf die AGB: In der Interpretation der Tamedia erlauben diese einen unbeschränkten Zugriff auf die Persönlichen Nachrichten der Nutzer!!!

Also, Kunden der Tamedia, jetzt wisst ihr Bescheid, in welch Geister übler Sauce ihr knietief watet!!!

Ich bin kein Jurist, war dort nur Kunde. Eine juristische Einschätzung hat Mara am Donnerstag gepostet, und sie kommt zum Schluss, dass die AGB das Unternehmen nicht über das geltende Recht stellen können (Schriftgeheimnis). Warum wissen das die TAM-Anwälte nicht? [Hier habe ich vor der Publikation jetzt mindestens 10 Zeilen Ärger über der Anwälte Argumente gelöscht ... gemäss meinem Vorbild Cool Man Steiner...it's cool, man...]

Warum regt mich dieser Niedergang der Tamedia eigentlich so auf, dass ich sogar meine eigenen Zeilen löschen muss? Könnte mir ja egal sein, denn ich lese sowieso deren Produkte nicht mehr – weil sie zunehmend Flachsinn verströmen. Man schaue sich nur mal das komische Netz an, das die jetzt haben, mit den wahnhaften Kommentaren, die garantiert niemand lesen mag, so was von vorsehbar und dumpf. Ausnahmen gibt es sicher, aber wie gesagt, ich mag mich gar nicht durch diesen Wust hindurch kämpfen. Einmal dort vorbeigeschaut, nie wieder – schade um die Zeit!

Vermutung: Das ist Absicht: Die wollen dort beweisen, dass es eben krumm kommt, wenn man den Kommentierern ihren Lauf lässt. Nachtigall, hör auf zu trappsen!!!!


Der Niedergang der Tamedia regt mich deshalb so auf, weil ich in einem zeitungslesenden Haushalt aufgewachsen bin – noch mit der Basler Nationalzeitung zu deren besten Zeiten, als sie noch zweimal täglich erschien und auch so ausgeliefert wurde! Unglaublich – Zeitung am Morgen, und dann nochmals eine zweite Ausgabe mit der Nachmittagspost!!! Danach lasen wir alle den Tagesanzeiger mit dem damals noch umschwärmten und respektierten Magazin. Oh tempora oh tagesanzeiger – heute ein echtes Käseblatt mit ein paar interessanten Hintergrundsbeiträgen (noch) – heute lese ich lieber das eher freisinnige Le Temps und den ebenso freisinnigen Bund. Ich und freisinnig … so weit habt ihr mich getrieben!!!

Welche Persönlichen Nachrichten werden eigentlich überprüft?
Der Rechtsdienst teilt mir mit, dass “insbesondere etwa Mails (sic!!! er schreibt Mails!!!    Matthias!!!! …), die extern verlinkte Inhalte aufweisen …. von Facts 2.0 darauf überprüft [werden], da diese geeignet sein können, um z.B. pornographisches Material zu verbreiten, oder – wie möglicherweise in ihrem Fall bezweckt (Hervorhebung B.B.) – um an private Informationen über andere Nutzer (Loginzeiten und -frequenzen, IP-Adressen und ev. damit verbundene Identitäten) zu gelangen.”

 

 


Das muss man erst mal wirken lassen

 

 

Vielleicht nochmals lesen, sogar…

 


Warum tun die das? Warum??? Darum:

“Mit der Kontrolle von Mails mit verlinkten Inhalten will Facts 2.0 andere Nutzer, welche die Dienstleistungen auf Facts 2.0 ihrem Zweck entsprechend in Anspruch nehmen, vor derartigen Missbräuchen zu schützen.” (wörtliches Zitat, ich schwöre es, Hervorhebungen B.B.)

Um die Privatsphäre der Nutzer auf Facts 2.0 zu verstärken, hat die Projektleitung nun beschlossen, die Möglichkeit verlinkter Inhalte künftig ganz zu unterbinden” (Hervorhebungen wie immer B.B.)


Da bleibt man erst mal total sprachlos…


Und wir erinnern uns: An wen wendet sich Facts 2.0? In erster Linie an ein mündiges Publikum, welches zu einem guten Teil aus Medienschaffenden und studierten Leuten besteht. Wie müssen sich die eigentlich vorkommen, wenn sie erfahren, dass ihre Post gelesen wird, weil sie vielleicht Porno über die Persönlichen Nachrichten von Facts 2.0 austauschen? Wie müssen die sich vorkommen, wenn sie hören, dass ihre Post von irgendwelchen Berufskollegen wie etwa der Chefredakteurin gelesen wird – Leuten, die sich nicht gerade durch Souveränität im Umgang mit Denkenden ausgezeichnet haben? Ich bin wenigstens so freundlich und nenne hier keine Namen, aber es muss auf diesen obszönen Umstand einfach hingewiesen werden!!!

Noch ein Hinweis des Informatikers, meines Coucousins…
Facts gibt an, aus 17′000 Persönlichen Nachrichten deren 32 überprüft zu haben. Gibt es dafür Belege, notieren die laut Angaben des Geschäftsführers chronisch überlasteten Redakteure alle solchen Zugriffe und die Gründe dafür? Wo nimmt er im Nachhinein diese Zahl her? Was löst diese Überprüfung aus? Weshalb wurde das Postfach von X zweimal überprüft, obwohl nur einmal ein externer Link gepostet wurde?

In der auffällig unkritischen, wenn nicht sogar apologetischen Medienlese hält Thinkabout der Tamedia in einem Kommentar u.a. entgegen::
”Dass das Überwachungs-Anstandsmaschinchen allerdings nur bei 32 PN angesprungen sein soll, muss mir niemand erzählen. Vielmehr dürfte gelten, dass ganz bestimmte User ganz konkret das Interesse der Redaktion weckten und entsprechend “verfolgt” wurden.”

Genau! Die Tamedia und Facts 2.0 halten ihre Kunden ganz offenbar für dumme Simpel, denen man alles übers Internet erzählen kann, weil sie’s ja doch nicht auf Plausibilität und Wahrheit überprüfen können. Aber diese Informationsarchitekten und Internetevangelisten, wie sie sich selber gerne bezeichnen, vergessen, dass wir nicht mehr in den 90er Jahren stecken, wo so was noch gehen konnte – die Kunden sind heute einfach zu gut informiert, um jetzt diese Informationen im sattsam bekannten Häppchenmodus noch zu schlucken (nur zugeben, was bewiesen werden kann, ansonsten sinnlose Bausteine als Vernebelungstaktik absondern).
Nicht vergessen: Morgen ist Wahltag


Interessant übrigens, wie die Sache in den Grossblogs abgehandelt wird – entweder nicht oder eher willfährig die durchsichtigen Statements der Tamedia abdruckend, ohne weitere Eigenleistung. Diese können aber wir ‘Kleinblogs’ gerne erbringen. Das Lob von Seiner Eminenz ist, das hast du Leser sicher gemerkt, also punktgenau richtig platziert!

Also, abonniere dich hier :-)

Abgelegt unter: BB erklärt die Welt — Tags:, , , — Bruder Bernhard @ 06:17

16. Oktober 2008

Wie der kleine Bruder Bernhard den Big Brother Facts 2.0 überführte

Wird wohl Facts 2.0 am Samstag den Big-Brother-Award gewinnen? Nun, wenn es eine Kategorie “besonders tölpelhafte Überwacher” gäbe, führte wohl kein Weg an Facts vorbei. Denn wie etwa Matthias in den Kommentaren auf Medienlese’s “Publikum nominiert Facts 2.0″schreibt: Der Nachweis des Mitlesens von Mail bzw. PN (Persönlichen Nachrichten) ist unmöglich. Auch Rechtsanwalt Dr. Bahr gibt in der Diskussion zu “Darf ein Foren-Admin die privaten Nachrichten der User lesen” zu bedenken, dies liesse sich nur sehr schwer beweisen.


Wie kommt dann das Big-Brother-OK dazu, Facts auf die Liste der Nominierten für den Award zu setzen. Ganz einfach: Aus einem ganz dummen Zufall heraus hat die Facts-Redaktion beim Schnüffeln in der Post unübersehbare Spuren hinterlassen, sozusagen den Brief gestempelt mit “Eingesehen durch Facts-Admin”!!!

Wenn der Facts-Admin (oder sie?) hier auch mitliest: magali noel überführt Facts 2.0Sie können sich sicher noch an dieses Bild hier erinnern? Magali Noël, die göttliche französische Sängerin und Schauspielerin? Sie spielte u.a. bei Fellini in La Dolce Vita (hach, waren das noch Zeiten, als vollbusige depressive schwedische Blondinen in Rom in den Brunnen des Stadtzentrums herumplantschen konnten, ohne spezielles Aufsehen zu erregen – nur Marcello und wir Filmpublikum waren dabei!), Magali Noel sang aber auch die Rock’n'Roll-Klassiker von Boris Vian. “Fais-moi mal, Johnny Johnny Johnny – moi j’aime l’amour qui fait boum” – und hinten der Männerchor “Il va lui faire mal il va lui faire mal” – Könnte es sein, dass Facts eine automatisierte Suchroutine über die Post seiner User laufen lässt, die noch mit den moralischen Kategorien der 50er Jahre gefüttert ist? Boris Vian, Magali Noël, Rock’n'Roll – ja, da sträubte sich das Haupthaar – aber jetzt endlich der Reihe nach.

Es ist ja eine meiner ganz grossen Schwächen, dass ich manchmal ein ganz prokrastinöses Verhältnis zu den Fakten habe: Ich kann einfach schwer damit heraus rücken. Doch nun muss es sein.

solch ein Server Log beweist den Zugriff von Facts auf die private Post seiner LeserIch weiss den Tag noch ganz genau, es war der 7. Juli, es war heiss. An die Hitze kann ich mich noch ganz gut erinnern, denn ich hatte ein T-Shirt an. Wenn du es nicht glaubst, ruf den Wetterbericht an (sorry, ein Schlenker zum göttlichsten Filmmonolog, den ich je gehört, aus Takashi Miike’s Gozu), und mein Coucousin stand im Lichte der Morgensonne vor der Stalltür. Schwenkte einen langen Bogen von diesem Computerpapier, ihr wisst schon, auf der Seite gelocht, damit es flott durch die Druckmaschine fräst? Darauf endlos viele Zeilen, und er ganz aufgeregt, lauter rote Pusteln im Gesicht, so aufgeregt. Mein Coucousin ist ein Profi-Informatiker, und er hilft mir immer mit dem Mail und so, wenn meine Neffen nicht mehr weiter wissen. Item. Jetzt ist er wütend auf mich. Was ich in seinem Server zu suchen hätte? Warum ich von Facts aus in seinen Bildern wühle? Ich: Bahnhof. Dann zeigt er’s mir:

(Wenn die Bilder gross werden sollen, drauf klicken, dann Zurück-Taste)

Die Facts-Kundin liest ihr Postfach

Auszug:

Ich staune – was ist das, isländisch? Verstehe kein Wort. Er: Was hast du mit diesem Bild von Magali Noël gebastelt? Hm…. Da fällt mir ein: Da half mir doch mal einer der Neffen, als ich einem User, mit welchem ich über die sog. PN (Persönlichen Nachrichten) bei Facts in Kontakt stand, diese Bild senden wollte. Es ging eben um diesen Film und Fingerringe, ich entsinne mich genau. Wie mein Neffe das gemacht hat? Keine Ahnung.


Zitat mein Coucousin: “Bruder Bernhard hat in die Persönliche Nachricht an X einen Link (mit dem img src-Tag) zu einem Bild eingefügt, welches auf meinem Webserver gespeichert ist. Eigentlich ein normaler Vorgang im Web 2.0. Darauf bin ich bei der routinemässigen Durchsicht der Serverlogs gestossen. Der Ausriss aus dem Log weiter oben zeigt, dass am 10. Juni 2008 von einem Mac auf das Bild magali noel.jpg zugegriffen worden ist, und zwar aus einem Verzeichnis facts/messages/inbox. Ganz offensichtlich ist dieser Zugriff geschehen, als der Empfänger sein Postfach öffnet.”

Als ich meinen Coucousin über die Nachrichtengeschichte aufkläre, wird er noch aufgeregter, und er zeigt auf eine Zeile viel weiter unten auf dem ominösen Blatt und – nun schreit er fast – stottert: “Ja, da wird aber in dem Fall deine Post dort mitgelesen!!!”

Wie er darauf käme? Das seien doch so nette Leute dort, das könne keinesfalls sein!!!

Facts-Redaktion liest das Postfach einer Kundin
Auszug:


Zitat mein Coucousin: “Zwei Stunden, nachdem der Empfänger sein Postfach geöffnet hat, wird dasselbe Postfach nochmals geöffnet, und zwar nicht mehr aus einem normalen User-Verzeichnis, sondern aus einem Admin-Verzeichnis heraus – offenbar mit einem Windows-Media-PC”

Ich war perplex!!! Und bin es immer noch!!!! Und wollte es zuerst nicht glauben!!!!! Doch dann ging mein Coucousin an meinen Computer, oben in der Stube, werkelte etwas herum, und dann zeigte er auf den Bildschirm:

Das passiert, wenn man die Adresse des Facts-Admin-Verzeichnisses eingibt
Das passiert, wenn man die Adresse des Verzeichnisses eingibt, aus welchem auf das Postfach des Benutzers zugegriffen worden ist….

und wenn man ohne Passwort weiterklickt, kommt das da hier:
Das passiert, wenn man ohne Passwort weiter klickt

Was wollte ich da noch sagen? Ich habe mich selbstverständlich dann bei Facts beschwert, und morgen werde ich euch berichten, was ich als Antwort erhielt.

Morgen gehts hier weiter mit dem Thema:

Die kleinen schmutzigen Phantasien der Facts-Betreiber und deren Anwälte


PS:
Ich weiss bis heute nicht, warum mein Coucousin sich so genervt hat, dass ich dieses Bild verschickt habe? Computerfritzen, spinnen doch alle total…

Wenn flashfrog hier fragt, ob die ausgespähten Daten von Facts weitergegeben worden sind: Keine Ahnung. Pikant ist allerdings, dass Facts ja vor allem von Journalisten und Medienleuten frequentiert wurde, und wenn Journalisten in den Privaten Nachrichten ihrer Berufskollegen wühlen, ist das schon sehr sehr sehr bedenklich!!!

Für Teil 1 nach unten blättern oder hier klicken, falls unten leer…und bis morgen!!!

Oder abonniere Dich hier :-)
Hier noch ein Fund von BeizZweiNull…

Abgelegt unter: BB erklärt die Welt — Tags:, , , — Bruder Bernhard @ 07:22

15. Oktober 2008

Facts kann nicht gewinnen!!!

Ah, diese RSS-Feeds sind schon etwas ganz praktisches. Ich habe diese ja für auf meinen Telex abonniert, der steht hinten im Kuhstall. Ich pfeife auf diese neumodischen Ideen meines Nachbarn mit seinem Mozart, mit dem er seine Kühe beschallt. Sie sollen angeblich deutlich mehr Milch geben so. Pfeif ich drauf. Den Kühen solls wohl sein – Gott wirds vergelten. Und wenn der Telex wieder losrattert, weil ein neues Feed reinkommt, ja, dann ist ihnen so richtig wohl – ich kann das an ihren wippenden Klauen sehen!

Und gestern war ihnen wieder so richtig pudelwohl, die RSS wollten nicht aufhören reinzufeeden. Sogar Rivva meldete sich, wo nur die populärsten Themen …. Ihr wisst ja schon, was gestern los war?

Dass die Medienplattform Facts, die vom Tagesanzeiger-Konzern, für den Big-Brother-Award nominiert wurde? Verpasst? Hier könnt ihrs nochmal lesen…

Den Big-Brother-Award gibts für Schnüffler, Überwacher und Untercovers - nominiert sind so einige. Harte Konkurrenz für Facts. Zu harte. Die werden es niiiieee schaffen. Also, was wollen sie ausrichten gegen Konkurrenten wie Nestlé und Securitas, die – tüchtig, tüchtig – aktiv die Globalisierungskritiker unterwandert haben und sich dann noch damit rauszureden versuchten, dies sei quasi in Absprache mit der Waadtländer Kantonspolizei geschehen? Facts, es wird kaum langen für den Award – aber so eine Nominierung ist auch eine ganz schöne Sache, immerhin, soviel ich sehe, sind sie die einzigen aus der Branche ‘Web Zwei Null’! Ja, schon nicht schlecht. Aber: Zweiter sein ist halt doch nicht so das Wahre. Obwohl: Die Zürcher haben darin ja unterdessen Übung. Ich sag nur: Ledergerber (nur zweitbester Stadtpräsident der Welt), Filmfestival (weit abgeschlagen hinter sämtlichen Schweizer Filmfestivals) – und jetzt ist Frank A. Meyer auch noch weggezogen…

Was müsste Facts also noch besser machen, um es wenigstens im nächsten Jahr garantiert aufs Podest zu schaffen? Falls Facts dann überhaupt noch existiert, selbstredend! Denn ich habe langsam den Verdacht, dessen Macher wollen es absichtlich in den Untergang treiben, da sie ja scheints ihren Abgang schon angekündigt haben und eine eigene Internetagentur gründen. Wieso allerdings sie vorher noch Facts kaputt machen wollen, wird man erst später verstehen. Über triftige Gründe lässt sich allerdings trefflich spekulieren. Ich denke, die wollen einfach nicht einem Nachfolger ein gemachtes Nest hinterlassen, das ihnen dann ein Konkurrent wäre… Dieses Ziel haben sie bereits erreicht, keine Frage. So las ich doch kürzlich über eine Absturz von 20 Prozent bei Facts! Aber jetzt: Was besser machen, um nicht nur nominiert, sondern auch gekrönt zu werden?

Facts liest nachweislich die Post seiner Benutzer. Gut. Aber das ist doch viieel zu passiv. An die Front müssen die Leute. Die Securitas hat gezeigt, wie das geht, als sie sich bei Attac einschlich. Unter falscher Identität unterwegs sein, das wäre also noch was für die Facts-Redaktoren. Auch das machen sie zwar, nachweislich. Aber es müsste noch aktiver geschehen: Sie müssten etwa unter dieser falschen Identität mit andern Benutzern private Nachrichten austauschen – auch dafür gibt es allerdings Hinweise. Aber aggressiver muss man das tun, aufhetzen, agent provocateur spielen. Hier kann Facts also noch nachbessern. Die Anfänge sind nicht schlecht.


Dann sollte Facts auch die Umfragen, die es gemacht hat, personenbezogen auswerten. Es ist ja technisch machbar, einen ausgefüllten Fragebogen einer Person zuzuordnen. Und die Fragen waren nicht grad sehr zurückhaltend. Da wurde etwa nach Interessen und Konsumabsichten, aber auch nach ganz intimen Sachen gefragt, etwa, woraus man seine Befriedigung ziehe, wenn man bei Facts kommentiere! Absolut knüllerige Angaben zu einer Person konnte Facts da sammeln – und die sollten sie jetzt unbedingt auswerten! Wahrscheinlich haben sie das auch gemacht (passt zum Schnüffeln in der Post), aber sie sollten es uns irgendwie merken lassen…. Das wäre eine tolle Story. Dann würde es bestimmt zum Award reichen. Wie man sieht, fehlt nicht wirklich viel!

Es gäbe sicher noch der Ideen mehr, aber meine Internet-Seite ist voll.


Morgen gehts hier weiter mit dem Thema:

Wie der kleine Bruder Bernhard dem grossen Tagesanzeiger-Konzern die Schnüffeleien nachweisen konnte.


PS:

Wenn man das da liest, wirds einem ja richtig gschmuech. Dort findest Du auch weitere Links, auch hier, nochmals: henusode-blog

Falls noch Lust auf einen frechen Österreicher, andere Themen: hier weiter machen

Abgelegt unter: BB erklärt die Welt — Tags:, , , — Bruder Bernhard @ 06:13

10. September 2008

Brav, brav, hesch schön Gaggi gmacht

Sogar hier oben auf der Alp konnte ich es hören: Die Medienplattform Facts 2.0 wird jährig. Und versucht mit einem Taschenspielertrick, ihre Bedeutung hoch zu jubeln… Niemand mag es mehr hören, selbst ich nicht; fassen wir uns also kurz.

Facts: Eine Plattform, die die Artikel aus Presse und Blogsphäre zusammenfasst und durch ihre User kommentieren lässt. Gemacht von einem ehemaligen Philosophiestudenten sowie einem Programmierer und Manager einer Dating-Plattform und dessen Ehefrau, einer ‘Im-Ostblock-ging-es-den-Künstlern-gut’-Nostalgikerin aus Bulgarien, deren Leistungsausweis vor allem aus einer soziologischen Studie über Dating-Plattformen besteht.

Wenn man das so hinschreibt, staunt man zunächst, mit welcher Unverfrorenheit diese Crew immer wieder das Hohelied des an den Journalistenschulen ausgebildeten Vollprofis singt und damit unterstellt, sie gehörten, wohl dank Studium oder Alter, automatisch zu dieser Berufsgruppe. Dieses Hohelied erklingt immer dann, wenn User Wünsche an die Plattform richten – was als Kritik von linken Egomanen abgetan wird.

Wer nun zufälligerweise noch bei Facts vorbeikommt, stellt vor allem eines fest:

  • Es sind nur ein paar ewig gleiche Nasen, die noch Kommentare absetzen
  • Die Zahl der Leser hält sich im überschaubaren Rahmen (wohl so um die 500, wenn man die Zahl der meist gelesenen Artikel als Anhaltspunkt nimmt)
  • Die Versuche, Leute auf die Seite zu locken, nehmen langsam bizarre Züge an. Und scheitern denn auch gerne: Als Leser Listen von Lieblingsbüchern, Lieblingsfilmen, Lieblingsplatten veröffentlichen durften, nahm bloss die kleine Handvoll der paar Kommentatoren diese Gelegenheit zur Selbstdarstellung und Missionierung wahr. Wenn man sich anschaut, welchen Erfolg solche Listen sonst überall haben, ein klarer Hinweis auf die unterdurchschnittliche Resonanz der Plattform

Lustig nun die Erfolgsmeldung von Facts-Chef Lüscher von heute: gemäss seinen Zahlen sind in diesem einen Jahr jeden Tag 33 Kommentare und 36 Bewertungen von Artikeln abgegeben worden.

33 Kommentare! Und 36 Klicks auf einen Plus- oder Minusknopf! Und das jeden Tag!!! Meine Güte – das ist aber eine ganz ganz GAANZ grosse Leistung für eine Plattform, die Teil des grössten Schweizer Medienkonzerns ist. Brav, brav …..

PS:In der Erfolgsmeldung werde auch ich erwähnt. Denn: Facts 2.0 habe auch einige wenige Gegner :-)

Abgelegt unter: Kotzen — Tags:, — admin @ 17:08

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