Ich habe sie diese Woche auf der Post getroffen und sofort nach Hause mitgenommen. Hier sind einige Bilder von D-6135 – wunderschönes Innenleben, und das bei dem Gewicht. Kein Wunder, die Rüstung ist komplett aus Metall und Aluminium gefertigt. Ebenfalls scheint sie einen sehr aktiven, wenn auch überschaubaren Fanclub zu haben.
Bei der Recherche nach näheren Angaben bin ich etwa auf ein Video bei Youtube gestossen, dort sieht man sie in voller Aktion. Wer danach noch nicht genug hat, findet in den ‘Ähnliche Videos’ noch haufenweise ähnlich harten Stoff. Hatte aber leider noch keine Zeit, mir die alle anzusehen. Zu sehr bin ich noch mit meiner eigenen D-6135 beschäftigt.
Bei der Recherche nach näheren Angaben bin ich auch auf diese Aktion bei Ebay gestossen. Jetzt bin ich etwas verunsichert: Hat da einer ein Riesenglück gehabt, dass er für nur 3 Euro + Versand diese Rarität sich ergattern konnte? Oder sind wir beide Volldeppen, die sich mit ausgemusterten 6135ern rumschlagen, statt sich die Millionen MP3 aus dem Netz zu holen?
Die Antwort kennt meine Kassettensammlung – MP3 klingt einfach niemals so gut. Ich muss es wissen, denn im Moment bin ich ja dabei, die höchsten Lichter aus den Aberhunderten von unabhängig produzierten Tapes aus den 80ern nach MP3 zu modulieren und hier nach und nach teilzuveröffentlichen.
Wenn jemand übrigens noch ein Service Manual für das D-6135 zu Hause rumliegen hat oder weiss, an welchem Knopf man drehen muss, um die Geschwindigkeit zu justieren, dann bitte ich um sachdienliche Hinweise. Hier habe ich zwar Hinweise gefunden, aber bei mir nicht den Knopf. Nichtsdestotrotz: Einfach geiler Artikel, so ein richtiger Gerätefetischistenporno!!!
Schon mal ganz allein an einer Demo gewesen? So wird es mir wohl heute ergehen, denn eben erst habe ich erfahren, es sei für heute ein weltweiter Kaufstreik ausgerufen worden, Buy Nothing Day eben (http://de.wikipedia.org/wiki/Kauf-Nix-Tag). Bei Wikipedia lese ich, diese amerikanische Veranstaltung zur Hebung des politischen Bewusstseins der Konsumenten sei in Europa kaum bekannt. Damit hat sich beantwortet, was ich mich innerlich gefragt hatte: Warum, um alles in der Welt, erfahre ich von diesem Tag erst heute morgen, und das erst noch in einem Kommentar bei klatschheftli.ch, die ich übrigens nur ausnahmsweise lesen mag, weil diese, ganz im Vertrauen, den Blog für mich etwas gar stark runterziehen. Immerhin erfahre ich dort über den einzigen schweizer Blog, der über den Tag berichtet.
Das Datum des Buy Nothing Day wird in den USA festgelegt, die machen das dort am Freitag, hier wäre es der Samstag. Ist natürlich gemein, weil bei uns sind dann am Sonntag ja alle Läden zu. Ich wäre aber sofort für einen gross angelegten Kaufschlau-Tag in der Schweiz, darf ruhig auch am Samstag sein, wenn ich an diesem Tag dennoch auf dem Märit einkaufen darf. Dorthin bin ich nun nämlich unterwegs, brauche wieder mal so ein richtig feines einheimisches Landpoulet aus Finsterhennen, das ist grad hier um die Ecke.
Und damit wären wir auch schon beim Technikthema von heute: Unbedingt beim Elektrizitätsgeschäft im Quartier vorbeischauen. Die führen ja auch Lampen, Bügelbretter und -Eisen, Kochherde und Backöfen. Und das passende Zubehör. Und ich vermute, im Moment hat ein Lieferant einen grossen Posten Küchenpinsel günstig eingekauft. So kommt es, dass momentan drei Grössen des unverzichtbaren Geräts den Markt überschwemmen. Ich habe mir mal den mittleren für einen Test gepostet (praktischer- und zufälligerweise übrigens gestern, so dass ich heute noch in Buy Nothing machen könnte). Test folgt.
Um möglichst noch schnell den Preis für die beste Website abzuräumen, habe ich mich entschlossen, das hier zum Technikblog umzubauen. Danke an meine Leser für die Idee! http://www.bruderbernhard.ch/latriperie/?p=1334#comments. Und vergesst nicht zu voten.
Es ist ein bisschen wie mit den Missen. Die haben sich auch nie selber angemeldet, immer war es eine Freundin, eine Arbeitskollegin, die Mutter. Sind ja sooo bescheiden, können ja nichts für das gesellschaftlich angesagte Skelett unter der glatten Haut. Ähnlich ist es mit den bescheidenen schweizer Bloggern. Natürlich kümmert sich keiner um Chartsplatzierungen. Trotzdem ist jeder dabei.
Der eine macht sich “nun wirklich nichts aus Preisen. Nein, überhaupt nicht” (http://www.arlesheimreloaded.ch/article/antharzit-arlesheimreloaded-erneut-nominiert). Trotzdem stellt er euch anheim, so ihr Lust habt, für ihn zu voten. Jedoch, um sicher zu sein, dass die Botschaft rüberkommt: “Aber nochmals, ich mach mir ja wirklich nichts aus Preisen.” Jajaja, schon gut, wir glauben’s ja. Aber nochmals, wir glauben’s ja.
Die Manie ist übergreifend. Belehrte doch kürzlich ein Blogger den andern, der sich etwas gar uncool zu unverhohlener Freude über eine zu erwartende Resonanz in der Blogsphäre hinreissen liess: Nein, darauf kommt es nicht an, wichtig ist die Botschaft, nicht die Zahl der Leser. Stimmt das? Sage ich euch nachher. Allerdings ist mir aufgefallen, dass der Belehrer seiner Botschaft selber nicht ganz traut, hat er sich doch selber bei irgendwelchen Blog Charts eingetragen, um fürderhin seine Platzierungen offiziell zu machen. Oder was der Grund auch sein mag.
Andere konnte ich schon lesen, die Krokodilstränen darüber vergossen, dass sie bei rivva.de als Leitmedium gelistet würden – natürlich keine Ahnung, wie es dazu gekommen sei, sei auch überhaupt nicht von Belang. Darum war es wohl der Erwähnung für Wert befunden worden….
Es ist unverkennbar: Die Freude am Messen der Resonanz grassiert, kaum ein Blog, der seine Besucher nicht statistisch erfasst. Aber mit seinen Chartsplatzierungen hausieren? Käme kaum einem in den Sinn, und wenn, dann aber bestimmt gleichzeitig relativierend, wie egal das doch eigentlich sei. Die Parallele zu den Missen ist unübersehbar.
Wie halte ich es, übrigens? Zwischendurch schaue ich die Statistiken des Webservers an, dort sehe ich grob die Grössenordnung der Zugriffe, was aber wenig aussagekräftig ist. Deshalb aktiviere ich etwa zweimal pro Jahr rund einen Monat lang das Wordpress-Plugin Statpress, dort sehe ich die Anzahl Leser und die Anzahl gelesener Seiten. Das langt dann wieder – ich gebe zu, ich schaue zu oft in die Statistiken, wenn die laufen, wohl mein ganz individuelles Problem. Ich beginne dann über das Auf und Ab zu sinnieren. Die Statistiken habe ich jetzt wieder abgestellt. Sie pendelten zwischen 150 und 300 Nasen pro Tag. Keine Ahnung, wie ich reagieren würde, wenn dieser Blog plötzlich nicht mehr gelesen würde. Da ich hier nicht für die Nachwelt schreibe, würde mir das wahrscheinlich zu denken geben. Ich würde wohl aufhören.
Übrigens führe ich einen zweiten Blog, dort ist die Zahl der täglichen Leser weniger wichtig, es ist das Archiv meiner Musikproduktionen (der 80er…. )auf http://www.calypsonow.ch/catalogue. Aber, wie man merkt, sogar so was braucht Werbung Denn da hat’s nur etwa 20 Leser. Aber da machen dann auch die Googleaner Freude, auf die man sonst als Blogger verzichten kann. Wenn etwa jemand mit dem Suchbegriff “Years On Earth Northampton” eine Punktlandung macht, eine knappe Woche nach dem Posting zum Thema, ist das Aufmunterung, nachzulegen. Auf diesem Blog werte ich übrigens die Statistiken aus. Eben grad, um solche Google-Treffer mitzubekommen und darauf auch reagieren zu können. Was das allerdings bei einem Polit-Kultur-Meinungs-Privatblog bringen soll, ist mir schleierhaft.
Ich will jetzt nicht sagen, auf welchem Hardcore-Christenblog ich das Video gefunden habe (Sex ist Mord mit Kondomen als Waffe…), sonst werde ich zugespamt. Aber eine Frage ist jetzt endlich geklärt: Wie sieht der Tod eigentlich aus? Haben sie uns also immer belogen mit ihrem ‘weissen Licht’.
Wahrscheinlich ist es nur Zufall, aber die Funde, die mir in den letzten 5 Minuten auf den Bildschirm gelangten, sollen hier kurz zur Thematisierung gelangen.
Etwa so geht Kandidatendeutsch, diesmal von der FDP Port, wo ein Herr Marc Schönholzer eine “Offene Antwort an Frau Elisabeth Waltenspül” absetzt. Das Witzige daran ist natürlich, dass Herr Schönholzer dermassen in seiner Porter FDP-Welt gefangen ist, dass ihm ganz klar ist: Wir verstehen alle, wovon hier die Rede ist. Deshalb nimmt er sich nicht mal die Mühe, uns zu erklären, was denn Frau Waltenspül in ihren Leserbrief schreibt, ausser dass er “Satire – ganz real” heisst und die Minarett-Initiative zum Thema hat. Von einem Link auf den Leserbrief ganz zu schweigen. Lieber täubelt er über einen “langwierigen Virus” in einer “vergifteten Athmosphäre”.
Nachtrag am folgenden Morgen: Das Posting wurde stillschweigend überarbeitet – die FDP Port schuldet mir jetzt wohl ein kleines Beraterhonorar – Ende des Nachtrags
Wie bin ich überhaupt auf diesen Eintrag gelangt? Irgendwie war ich vorher auf einen Otto Normal hingesurft, der auf die neuen Beiträge bei slug linkt (”Das läuft in Blogs”). Bei dem ist mir übrigens aufgefallen ist, dass er die Lyrik pflegt. Und zwar nicht irgend eine Lyrik. Nein, es ist die Lyrik der 70er Jahre, die in der Schweiz vor allem von Lehrern, Sozialarbeitern und Buchhändlern gepflegt wurde, und die ging etwa so:
Erfolgreich kommunziert
—————————————
Der Krug
geht
zum
Brunnen
hub Zumbrunn
an
Bevor
der Hieb
ihn
niederstreckte
Vor allem aber ist mir dort die Blogroll ins Auge gestochen – bei Otto steht diese unter der Überschrift “Sie haben Otto verlinkt”. Ein origineller Ansatz, fürwahr. Die übrigen Links sind allesamt Otto gewidmet. Ah nein, eine Zeitung und Google-News kommen noch vor. Spannend…
5 Minuten sind um – noch mehr gibt’s aber jederzeit in http://slug.ch.
Was haben wir uns auf dem Fussboden gerollt, als wir die Berichterstattung von Radio Suisse Romande hörten. Kurz vorher hatte Gaddafi gefordert, die Schweiz solle aufgelöst und ihre Regionen den Nachbarländern zugeschlagen werden. Was war das für ein Heulen und Zähneklappern hier im Lande.
Gaddafi hatte einige Wochen später seinen ersten Auftritt vor der UNO-Vollversammlung in New York. Die Schweizer hatten sich im Vorfeld schon gefragt, ob er wohl seine Forderung hier wiederholen würde.
Tja, und so war die erste Frage der Heimatredaktion von RSR1 an den UNO-Korrespondenten in New York, ob Gaddafi eben dies nun getan hätte. Dessen Antwort werde ich nie vergessen:
“Kadhafi a d’autres chats à fouetter à l’ONU”
Gaddafi hat an der UNO andere Katzen auszupeitschen. Die Vorstellung, der Raïs peitsche in einem Keller des UNO-Gebäudes in New York irgendwelche Strassenkater aus …. j’étais mort de rire.
Ah ja, die Übersetzung, für alle Fälle: Mit dieser stehenden Redewendung ist gemeint, man habe wichtigeres zu tun als….
Überhaupt konnte ich meinen französischen Wortschatz im Zusammenhang mit der Libyen-Affäre ziemlich aufpolieren. Jean Ziegler über die erste Reise von Bundespräsident Merz nach Tripoli, die in der Entschuldigung an die Familie Gaddafi gipfelte:
“Monsieur Merz s’est fait rouler dans la farine”
Nun aber mal ganz im Ernst. All das ist schon recht lange her. Mehrere Wochen sind vergangen. Die Familie Gaddafi hat ziemlich Wirbel gemacht in der Schweiz, ich zähle mal ihre Erfolge bisher auf:
Bundespräsident Merz wurde vorgeführt und der Lächerlichkeit preisgegeben, sein politisches Schicksal scheint besiegelt
Die Schweiz erschien als hektischer Ameisenhaufen, wo jeder gegen jeden schiesst, das Schicksal der Geiseln und der Verhandlungserfolg hinter der persönlichen Profilierung und dem politischen Mütchen, das zu kühlen ist, zurück tritt
Kamerad Jean Ziegler, zu Beginn als grosser Libyenkenner, Freund der libyschen Bourgeoisie und einziger Schweizer mit Zugang zu Gaddafi dargestellt, scheint sich ziemlich blamiert zu haben
der neue Bundesrat Didier Burkhalter wird noch vor Amtsantritt in ein schräges Licht gerückt, weil er eine Militäraktion zur Befreiung der Geiseln erwogen haben soll, was Libyen hinwiederum als Vorwand zur Festsetzung der Geiseln an einem unbekannten Ort nimmt; unterdessen sind sie ja zurück in der schweizer Botschaft, unfähig, das exterritoriale Gebiet zu verlassen
die Genfer Kantonsregierung steht als Sauhaufen da, der eine Zeitung ungestraft Fotos aus der Akte Hannibal Gaddafi abdrucken lässt, und das erst noch auf dem Höhepunkt der diplomatischen Krise
in das selbe Kapitel gehört auch das Outing der Boulevardpresse als politisch unverantwortliches Pack, wenn es nur der Auflagesteigerung dient. Das ist zwar nichts wirklich Neues, aber schockierend ist die politische Brandstifterei des Blick und der Tribune de Genève schon. Denn es geht hier auch um das Wohl zweier Geiseln… Die Zeuselei mit den photogeshopten Frisuren von Hannibal Gaddafi habe ich zum Beispiel überhaupt nicht lustig finden können; ich bin bestimmt nicht engmaschig, aber Satire war das nicht, sondern billigste Ranschmeisserei an eine vermutete Stimmung im sog. Volk – gehört eigentlich in meine selten gebrauchte Kategorie ‘Kotzen’!
Und so freue ich mich nun doppelt und dreifach, dass heute in einer konzertierten Aktion einiger Blogger an den Kern der Auseinandersetzung erinnert wird.
Zwei Menschen sind seid über einem Jahr faktisch Gefangene der Familie Gaddafi, die sich ihrer bedient, um Rache an der Schweiz und dem Kanton Genf zu nehmen. Ganz ungeachtet des politischen, wirtschaftlichen, kulturellen Hintergrundes dieser zwei Menschen ist es völlig unannehmbar, dass sie Spielball einer herrschenden Familie in ihrer Auseinandersetzung mit der Schweiz bleiben.
Ich sage jetzt einfach: Die Familie Gaddafi hat ihre Rache gehabt, sie soll nun die Geiseln frei lassen.
Schweizer Waffen töten täglich. Dem hat bisher noch niemand widersprochen. Täglich sterben 2000 Menschen in bewaffneten Konflikten. Nullkommasieben Prozent (0.7%) der Waffenlieferungen kommen aus der Schweiz. Von der Waffenindustrie leben in der Schweiz gemäss Angaben der Initiativgegner 10′000 Menschen.
10′000 Schweizer sind folglich am Tod von 14 Menschen täglich beteiligt.
Gibt es eine Alternative dazu? Offensichtlich. Die Initiative “Für ein Verbot von Kriegsmaterial-Exporten” verlangt einen Umbau der waffenexportierenden Industrie mit Bundeshilfe. Die Initianten reden von 500 Millionen Franken Bundeshilfe. Und es scheint mir nicht unbillig, dabei an die 60 Milliarden Bundeshilfe für die Banken zu denken, die innert kürzester Zeit, innert Rekordfrist gar aufgebracht wurden, es hätte es vorher angesichts des regelmässigen Spargejammers niemand für möglich gehalten. Dies war der Tatbeweis: Man muss nur wollen wollen.
Die Aussicht auf eine Schweiz, die mit Hirnschmalz statt mit libyschem Erdöl arbeitet, wie es der bürgerliche Grüne Bastien Girod fordert, ist verlockend. Auch wegen der Sicherheit der Arbeitsplätze – in zukunftsgerichteten Industrien arbeitet es sich einfach entspannter als in rückwärtsgewandten. Gestern lag die ‘Unternehmerzeitung‘ in meinem Postfach. Gratis. Danke. Und selbst die, politisch gewiss unverdächtig, titelt:
Grüne Technologien: Schweiz droht den Anschluss zu verpassen
Zum selben Schluss komme ich, wenn ich das Interview mit dem westschweizer Wirtschaftsgeografen Pierre Dessemontet im Tagesanzeiger lese. Es bleibt der Eindruck zurück, dass Investitionen in eine Mobilitätspolitik, die sich nicht im hilflosen Bau von neuen Autobahnen erschöpft, auch wirtschaftlich interessant sein und somit Arbeitsplätze schaffen könnten. Arbeitsplätze, die kreative Lösungen exportieren.
Stellt sich natürlich die Frage, ob es mich überhaupt etwas angeht, was und wie in der Schweiz produziert wird. Schliesslich ist dies Sache des Marktes, die Politik hat sich hier nicht einzumischen. Nun, diese Frage ist ja seit der Bankenkrise eindeutig beantwortet. Kaum ein Politiker ist der Meinung, man hätte bei der UBS nicht lenkend eingreifen sollen. Und die Meinung der Bevölkerung ist sowieso gemacht. Wer gegen überbordende Boni und Löhne sich ausspricht, spricht sich automatisch für ein Eingreifen der Politik in die Wirtschaft aus.
In einem offenen Brief kritisieren 70 Rechtsprofessoren die schweizerische Praxis der Kriegsmaterialausfuhr. Den offenen Brief und dessen Zusammenfassung fand ich auf der Seite der Initianten, und es fällt schwer, deren Argumente einfach so wegzuwischen.
Es läuft auf eine ganz einfache Frage hinaus: Ist es legitim, dass Menschen wegen Arbeitsplätzen sterben? Und wieviel Tote pro Arbeitsplatz sind noch ok? Die Frage beantwortet sich von selbst, denke ich. Wenn man das Rechenbeispiel oben weiter führt, hat nach zwei Jahren jeder Arbeitsplatz einen Toten gekostet.
Ich habe im Übrigen die pessimistischen Zahlen der Initiativgegner genommen. Die Zahlen der Befürworter sind weit tiefer, die Anzahl Toter pro Arbeitsplatz dann entsprechend höher. Aber ist das wirklich wichtig? Jeder Tote ist ein Toter zu viel, das ist sowieso klar. Wichtig ist, dass es für die Zukunft der Schweiz grundsätzlich besser wäre, klug zu produzieren, und dass das möglich ist, zeigt ein Beispiel aus meinem Alltag.
Ich bin ja immer noch mit meinem ‘Fixateur externe’ unterwegs, ein Produkt der Hightech-Medizinalindustrie. Und habe deshalb erfahren, dass in unserer Region genau diese Produkte entwickelt und produziert werden. Ich bin nämlich oft auf meinen Fixateur angesprochen worden von Forschern, Entwicklern, Designer, Verkäufern – sie alle arbeiten in dieser Industrie. Als ich dann mal nachgefragt habe, wieso sich die Branche denn genau hier konzentriert, wurden mir die gut ausgebildeten und Präzisionsarbeit gewohnten ehemaligen Uhrenarbeiter als Grund genannt. Stimmt: Unsere Region war ja die Uhrenregion der Schweiz, in den 70er Jahren ist diese grossflächige Struktur praktisch zusammengebrochen. Das war schmerzhaft, viele mussten sich neu orientieren. Im Unterschied zu den Arbeitsplätzen, die jetzt in der Kriegsmaterialindustrie zur Debatte stehen, war da allerdings kein spezielles Förderprogramm des Bundes zur Hand, um die Neuorientierung zu ermöglichen.
Das Dilemma, vor dem die Kriegsmaterialindustrie steht, wird sinnigerweise auch durch den neuen Film “The Box” aufgegriffen. Wie steht’s mit Dir? Würdest Du den Knopf drücken?
Ist sie nun ein Star oder nicht? Ich bin mir immer noch nicht sicher, selbst nach tagelanger Beschäftigung mit Cindy Sander.
Sagt selber: Wie findet ihr das hier? Ich empfehle zum Einstimmen eine Aufnahme aus dem Partykeller der Sanders, Cindy übt (mit Freundinnen?) die Choreographie zu ihrem Hit “Papillons de lumière”
Ich habe wie gesagt Tage gebraucht, diese Frage zu beantworten. Das Material, alles im Netz zu finden, ist überwältigend, manchmal auch widersprüchlich, immer trivial, gerade deshalb faszinierend.
Cindy Sander: damals, 2008, ist sie 30 Jahre alt, verheiratet, ein Kind, sie führt ihr eigenes Nagelstudio im Keller ihres Eigenheimes in L’Hôpital, eine Kleinstadt in der Lorraine, an der Grenze zum deutschen Saarland, rund 5500 Einwohner, über 70 Vereine und Vereinigungen sind auf der Webseite der Stadt aufgeführt, darunter so exotische wie “Jojo’s Friends”, aber auch die AVAL, “Association à Vocations Artistiques de L’Hôpital”, die “Amicale des transplantes”, die “Amicale des sapeurs-pompiers”, was es halt so braucht in einer abgeschiedenen Kleinstadt. Die kulturelle Agenda der nächsten Wochen enthält ein Scrabble-Turnier, eine Ornithologische Ausstellung, den Weihnachtsmarkt der AVAL und einige Chorkonzerte. Immerhin wissen wir jetzt, was ‘vocations artistiques’ bedeutet – ein Hang zum Kunsthandwerk. Ein hartes Pflaster für eine Künstlerin wie Cindy?
Cindy will seit ihrem neunten Altersjahr Sängerin werden. Damals hat ihre Mutter, früher selber ‘chanteuse de bal’, für sie ein kleines Lied geschrieben, um sie über den Tod ihres Vaters hinwegzutrösten. Noch heute kann sich Cindy die Tränen nicht verkneifen, wenn sie davon erzählt, und noch heute führt sie ihren Vater ins Feld, dem sie den Erfolg quasi schuldet. Und ich bin überzeugt, sowohl die Tränen wie die Berufung sind echt. In 20 Jahren wird Cindy ein kleiner Star in ihrer Region, der Lorraine, mit über 100 Konzerten, einigen gescheiterten Castings und Eurovisions-Bewerbungen – und nun will sie ihre grosse Chance packen und an den regionalen Castings für die Sendung “Nouvelle Star” des Kommerzsenders M6 teilnehmen.
Hier rechnet sie sich grosse Chancen aus: Schliesslich ist sie bereits erfolgreiche Sängerin, mit eigenem Fanclub in der Lorraine, einem ergebenen Umfeld, sie ist sogar mal zusammen mit Jurymitglied Lio aufgetreten, einer der grossen Namen der französischen Show- und New-Wave-Szene. Lio wird sicher etwas für sie tun, sagt sie. Und alles lässt sich auch sehr gut an. Nach dem Vorgespräch interessiert sich die Redaktion der Sendung sehr für Cindy, dreht am Vortag einen kleinen Film mit ihr, empfiehlt ihr ein Medley statt ihrem geplanten Shakira-Song, welches sie unter Aufbietung all ihrer Showgestik dann der Jury darbieten soll. Cindy und ihr Mann Sébastien sind sich sicher: Das ist es jetzt, der Durchbruch ist da.
Sébastien, übrigens, ist Cindys allergrösster Fan. Wir konnten ihn kurz im Video weiter oben sehen. Er hat sich in die Sängerin verliebt, sie erobert und geheiratet, danach hat er seinen Coiffeursalon verkauft und ist in die Fabrik gegangen, um seine berufliche Belastung zu reduzieren und Cindy zu ihren Konzerten begleiten zu können. Er hat im Keller ihres gemeinsamen Hauses einen Partyraum mit Mischpult, Discolichtern und stimmungsvoller Deko eingerichtet, ist ihr Impresario und Tontechniker im heimischen Studio. Ich finde den Mann beeindruckend, muss ich sagen.
Das Casting
Das Casting macht Webgeschichte. Cindy tritt vor die Jury, , singt mit grossem Haar und grosser Gestik ihr Medley, eine Mischung aus Pop, Music-Hall und dem Musical “Die Zehn Gebote”; Feixen bei der Jury, danach vernichtende Kommentare wie “Du singst wie Dalida 1973″, “mit allen tölpelhaften Ticks die’s gibt”, “wir suchen hier die Sängerin des Jahres 2008, und du kommst mit einem Stil des letzten Jahrtausends” – Konsternation beim Gatten Sébastien, der sich das alles in den Kulissen anhören muss, Stoik und Abgang bei Cindy. Danach, in den Gängen, Tränen, sie will ihre Karrierepläne aufgeben. Heimreise nach L’Hôpital, zu Partyraum und Kellerstudio, Nagelstudio und Eigenheim im Einfamilienhausquartier.
Der Buzz
Am andern Tag schon geht der Buzz im Web los: Es gründen sich Unterstützungsgruppen für Cindy, die ihre Rehabilitierung verlangen, ihre Rückkehr in die Sendung. Blogs setzen sich für sie ein, Fanvideos werden auf Youtube und Dailymotion eingestellt. Schon da ist allerdings nicht ganz klar, kommt diese Unterstützung von Herzen oder ist da auch Häme dabei, das diebische Vergnügen, etwas zum “So- schlecht-es-ist-schon-wieder-gut” hochzujubeln. Bestimmt aber spielt der Reflex gegen die Parisiointellos mit, diese Stilpolizisten aus der Hauptstadt, die meinen, über den einzig guten Geschmack zu verfügen. Lächerliche Figuren wie Jurymitglied Philippe Manoeuvre, Chef von “Rock et Folk”, der grundsätzlich seine Lederjacke und Sonnenbrille nie abnimmt, was ihm den Look einer Mumie verleiht, er aber bestimmt arschcool findet. Ein armer Kerl. Wie auch die andern drei Jurymitglieder, bei denen man sich schon mal fragen muss, was bringt angeblich erfolgreiche Musikstars wie Lio, Sinclair oder André Manoukian dazu, ihre Zeit in solch einem Ausbund an Seichtigkeit zu verbringen? Geld? TV-Geilheit? Torschlusspanik? Verzweiflung?
Und es melden sich Produzenten zu Hause bei den Sanders, die den Buzz ausnutzen wollen. Aber die Familie ist gewarnt. Schon einmal hat ein sogenannter Produzent ihnen 20′000 CHF aus den Rippen geleiert, um danach natürlich seine grossen Versprechungen nicht zu halten. Sie fahren trotzdem in ihrem Kleinwagen zu einem benachbarten Komponisten, der ein Lied für Cindy geschrieben habe und es nun mit ihr aufnehmen und veröffentlichen wolle. Die Besprechung findet stilgerecht in der kleinbürgerlichen Küche des Komponisten statt, auch dessen Mutter ist anwesend, und beide haben schon recht konkrete Pläne, wie die Single ‘Papillon de lumière’ zu promoten wäre, etwa in Discos, deshalb müsste dann bald eine englische Version folgen, denn in den Clubs sei vor allem das Englische gefragt. Cindy ist skeptisch, sie weiss, sie hat nur diesen einen Schuss, sie muss unter vielen Angeboten auswählen, jetzt darf sie keinen Fehler machen.
Sie ist aber sehr angetan von der autobiographischen Komponente des Liedes, der Schmetterling im Licht der Scheinwerfer, der allen Lästermäulern zum Trotz seinen Weg geht, falls man solches von einem Schmetterling überhaupt sagen kann. Das ist natürlich sie. Und schon gehts hinunter ins Kellerstudio des Komponisten, das mit digitalen Midi-Apparaturen verstellt ist, und innerhalb eines Tages nimmt sie eine Version des Songs auf – geiles Synthie-Riff am Anfang, im Fall, ich kann davon gar nicht genug kriegen.
Die lokalen Medien springen auf den Cindy-Hype und das “Alle gegen Paris” an, die Auftritte und Berichte häufen sich, der lokale TV-Sender NRJ bringt ein längeres Porträt vom Kinderstar zum Schmetterling, und nun kann M6 nicht mehr anders, sie bitten Cindy zurück auf die ganz grosse Bühne! Cindy hat einen triumphalen Auftritt, bei dem wieder nicht zu unterscheiden, wieviel ist Ernst, wieviel ist Ironie. Sicher ist es Trash, wahrscheinlich sogar Camp. Aber das interessiert jetzt nur noch einen Aficionado wie mich. Aber wer bis hierher gelesen hat, gehört sowieso auch zu Letzteren.
Der ganz grosse Auftritt soll Cindys Rache an der Jury sein; eine Rache, die gelingt, denn Manoeuvre zeigt während ihrer umjubelten Performance ein angeödetes Gesicht und seine Humorlosigkeit, Klavierspieler Manoukian setzt gar noch einen drauf. Am Ende des Vortrags und bevor Cindy auf der Bühne einen Scoop verkündet, entschuldigt er sich mit diesem blasierten scheinheiligen Lächeln mit einem Dada-Gedicht, das ihm während ihres Auftritts eingefallen sei: “rose est la vie et moi est-ce qui vont les équimoses des eskimos homo est-ce qui” (oder so irgendwie) – Cindy guckt zuerst verständnislos, was Wunder auch, bedankt sich dann aber ganz artig und von ganzem Herzen, als hätte er sie nicht grad verarscht, sondern sei wirklich echt bekehrt und zerknirscht. Genau hier wieder zeigt sich dieses arrogante Pariser Getue, woraus der Cindy-Kult ja auch genährt wurde. Mit anderen Worten: 2:0 für Cindy, und die Tölpel merken das nicht mal. Ah nein, 3:0, denn vorher hat die Jury über Cindy diskutiert und gemeint, sie sei halt eine unmögliche Figur, bei ihr seien “alle Codes total falsch”. Ah nein, eigentlich 4:0, denn vorher noch hatte Lio auf Cindys Äusserung in einem Film, sie sei schon mal mit Lio zusammen aufgetreten, gemeint, sie könne sich nicht entsinnen, sie hätten sich möglicherweise mal gekreuzt, das müsse bei einer dieser GDM gewesen sein – GDM, “Galas de merde”, die man halt in schlechten Zeiten einfach machen müsse. Schenkelklopfen bei der Jury. ah, noch der Clip, hier ist er: http://www.youtube.com/watch?v=ZgTk0xc9a-E
Der Scoop, den Cindy an diesem Abend auf der Bühne stolz verkündet: Sie hat einen Vertrag mit dem Sender abgeschlossen, der ihre Single ‘Papillon de lumière’ und weitere Titel veröffentlichen will.
Leben eines Stars
Von nun an gehört Cindy zur Andouillette-Prominenz der Franzosen, wo sich die Containerbewohner, Castingsieger, Nacktmodells etc. versammeln. Irgend wann übrigens hat es auch eine Zeitschrift mit Nacktfotos von Sander gegeben, aber vor allem ist sie überall hingegangen, wo man ihr einen Auftritt bot, mit oder ohne Musik, egal. Kein Wunder, erlebte man sie zwischendurch ausgelaugt, ja gar ernüchtert. Aber für mich macht sie in allen Aufnahmen aus dieser Zeit eine starke Figur. Gleichgültig, wer alles versucht, von ihrer Popularität zu profitieren, sich über diese Landpomeranze erhaben zu fühlen, sie vorzuführen als eine, die nicht mal merkt, dass sie verarscht wird. Blonde Schnepfen mit spitzen Bemerkungen, vordergründlicher Freundlichkeit und gleichzeitig unverkennbarem Spott, die sie in Glanz-und-Gloria-Sendungen aufs Glatteis zu führen versuchen. An ihr tropft das alles ab, sie bleibt nett, tut, als merke sie nichts – Klasse, muss man einfach sagen.
Da ist zum Beispiel diese Kuh, die sie einführt mit “sie sind ja ein grosser Star im Spital”, weil ihr Wohnort ja L’Hôpital heisst. Oder jene, die sie verspottet, weil Cindy von sich sagt, sie sei eine ganz gewöhnliche Person, und die ihr und uns zu verstehen gibt, dass das doch bei Gott niemand anzweifle. Häme macht auch das schönste Geschöpf hässlich – Cindy lässt sie voll in diese Falle laufen. Köstlich.
Und in diesem Gewitter von dummen Kommentaren wie dick, dumm, hässlich, schlecht angezogen geht die Karriere von Cindy Sander weiter. Sie veröffentlicht eine zweite Single, die allerdings nicht mehr an “Papillon de lumière” heran reicht. Der Trash-Faktor ist immer noch sehr sehr hoch, aber die Aufnahme ist dünn und dumpf. Schade.
Heute spielt sich Cindy Sanders Karriere vor allem in der heimatlichen Lorraine ab, wo sie zu einer Ikone der Gays geworden ist, was eigentlich ganz folgerichtig ist, denn sie hat halt von Natur aus diesen Travestie-Touch von Glitter Glimmer Federn Solarium und dicker Schminke, und auch ihre Auftritte scheuen die ganz grosse Geste nicht. Das müssen tolle Abende sein!
20minutes.fr zeigt die Cindy, wie sie eigentlich am Casting auftreten wollte, mit dem Shakira-Song (glaube ich zumindest…) http://www.wat.tv/video/cindy-sander-chez-20minutes-fr-ja8h_h9ao_.html
Dies untermauert ihre Behauptung, von der Redaktion in einen tölpelhaften Auftritt gelockt worden zu sein. Denn hier ist sie bestimmt nicht tölpelhaft. Langweilig? Kann ich nicht widersprechen, bei allem Respekt. Aber ich finde dieses Gute-Gesinge sowieso ganz grundsätzlich etwas vom Allerlangweiligsten, ich nenne das seit ewig, politisch unkorrekt zwar, aber deutlich: Vokalfaschismus. Korrekt wäre, ich gebe zu, Vokalfetischismus – aber das schlägt halt weniger ein. Vielleicht könnte man es, als Parallele zum Gitarrenwixer, Stimmbandwixerei nennen. Inhaltslos, unbedeutend, aufgeblasen. Gut singen ist schlecht singen. Und umgekehrt.
Ein typisches Beispiel für die Süffisanz der ‘Mandarine’, Moderatoren und Präsentatoren von TV-Sendungen:
Die subtile Fertigmacherei der blonden Schnepfe einer lokalen Fernsehstation prallt an Cindy ganz einfach ab und fällt auf sie selber zurück: http://www.youtube.com/watch?v=mtvlNWfKhqY&NR=1&feature=fvwp
Die selbe TV-Station, eine andere blonde Schnepfe macht sich über Cindy lustig, auf diese typisch bourgeoise subtile Weise, die an Cindy Sander so schön abtropft, dass man nicht weiss, merkt sie es nicht, oder weiss sie, dass solche Attacken zu ihrem Vorteil sind: http://www.youtube.com/watch?v=8gIMAMtJRO4&feature=channel
Hier wird Cindy von einer auffallend schönen Moderatorin mit einem leicht hinterhältigen Lächeln befragt zu ihrem zweischneidigen Erfolg, zur Verarschung ihres Stils; Cindy meint, wichtig sei, dass von ihr gesprochen werde, gut oder schlecht sei letztlich egal, und sie danke allen, auch ihren Kritikern http://www.youtube.com/watch?v=_9IQcoWoIWw
Hier wird Cindy Sander auf offener Szene als talentlos beschimpft http://www.youtube.com/watch?v=PLILQjmpwiI. Dumm nur, dass die Beschimpfung von einem erfolglosen Sänger kommt, der meint, er müsse hier noch seine Myspace-Seite erwähnen, weil dann alle an den Rechner spurten würden und sich seine Musik anhören täten. Damit beweist er nur, dass er zu Recht erfolglos ist – keine Ahnung von den Gesetzen des Pop.
Cindy gibt ihren Hit in einer kleinen TV-Show zum besten, das ist nun nur noch hier, um auch diese Seite zu zeigen (beschissenes Playback, unsicherer Gesang, nicht-existentes Dekor, katastrophale Choreographie, lasches Publikum – Lokalfernsehen halt, da muss man durch auf dem Weg zur Spitze) http://www.youtube.com/watch?v=OkGoMmYJeKw
Diese Kunstgewerbeschülerinnenperformance wird hier verlinkt, weil sie bei einem späteren Auftritt Cindys vor richtigen Studenten zitiert und deshalb auch die Breitenwirkung des Youtube-Underground aufs Schönste illustriert http://www.youtube.com/watch?v=OtDiQgXcKwA
eine weitere Persiflage: J’ai le fion en chou-fleur besteht aus Anspielungen auf zu scharfes Essen, welches bekanntlich zweimal brennt…
Es ist unglaublich, welche Kreativität die Cindyparodiewelle auf den Dörfern hervorruft. Hier die Parodie von Elise et Christelle, an der mir vor allem der Aspekt “totale zen” gefällt http://www.youtube.com/watch?v=yCExGyJpCAc
Oder hier: superschlecht, aber eben doch eine Hommage, da steckt Arbeit dahinter, immerhin haben sich alle umgezogen, vorher geübt… Man beachte das Kind, das plötzlich nach seiner Mutter zu schreien beginnt. Cindy Sander als Animatorin lustiger Nachbarntreffen auf dem Land http://www.youtube.com/watch?v=LKc4D5DB_5Q
es finden sich aber natürlich auch Hommages an Cindy; diesen Tek Kitsch Lorraine Mix mag ich besonders
noch mehr Medienclips
Cindy zu Gast bei den Freaks von Fun Radio (”stimmt es, dass du die ersten Hundert bezahlst, die den Song downloaden?”) – Cindy macht wieder mal jeden Scheiss mit, scheinbar ohne sich durch den Spott beeindrucken zu lassen – a real trooper, wie es sich gehört, sie imponiert mir immer mehr http://www.youtube.com/watch?v=l3dWJ0FJEJA
Cindy Sander macht wirklich bei jedem Seich mit, solange es nur fürs TV ist: http://www.youtube.com/watch?v=OspXx3P7g-o&feature=related, hier singt sie, begleitet nur von einem Notebook, Plastic Bertrand Ca plane pour moi. Das kann man nur noch Todesverachtung nennen.
Hier tritt Cindy Sander in einer studentischen Talkshow auf, wirklich nicht ihr Publikum, man lässt es sie auch merken, zum Beispiel durch den offensichtlich ungeplanten Auftritt der Schmetterlinge, die wir schon von Youtube her kennen, eine eindeutige Anspielung auf die Parodien und Persiflagen – Cindy lässt sich überhaupt nichts anmerken und nimmt wie immer alles als Kompliment. Diese Taktik sollte man sich merken! http://www.youtube.com/watch?v=8epgDQQ_xMY Am Schluss entlarvt der Moderator durch einen fiesen Trick das Vollplayback – oder ist er nur total unprofessionnell? Könnte ja auch sein…
Mir gefällt dieser Bootleg-Clip eines Discoauftrittes vom Mai 2008 sehr gut, denn hier spürt man diese Mischung aus Verarschung und Verehrung, wobei letzteres überwiegt. Total camp, schon nur wegen der billigen Deko (das Wort ‘Papillon’ aus Buntpapier im Hintergrund, der wichtigtuerische Security-Herr auf der Bühne) http://www.youtube.com/watch?v=2nGaR45h3Tk
Cindy Sander, Star von Lorrainegay – hier Video einer Soirée spéciale Cindy Sander http://www.youtube.com/watch?v=eWSXlsNWEfs in der Gd’O Bar Metz http://www.gdobar.com/, wo es wirklich toll abgehen muss. Die Site unbedingt ganz anschauen! Auch dem Link nach Lorrainegay http://www.lorrainegay.com/ folgen, wer sich über “3000 ans d’homosexualité à Metz” informieren will. Eine sehr gute Site.
neuer Song
Cindy’s aktueller Song als Clip auf youtube http://www.youtube.com/watch?v=mbMzsPwehNg
Hier gefällt sie mir nicht mehr so gut, der Song ist lasch, nennt man das eigentlich R’n'B? Der Sound ist auch nicht so gut, schlechte Kopie? Aber er ist absolut sehenswert, und sei es nur wegen der “scène culte” in der Mitte, die hier auch alleinstehend angeschaut werden kann http://www.youtube.com/watch?v=UBrKrvC3Ga4
Entsprechend ist leider die Parodie ihrer Fans von Lille Loves Cindy geraten, aber die Site ist wirklich schön http://lillelovescindy.neuf.fr/
Heute findet Cindy Sander ihr Publikum vor allem im Milieu Gay, wie die Franzosen das ganz schön sagen, und der Moderator bezeichnet sie gar als “Icone gay” – Ende gut, alles gut, findet auch Cindy http://www.youtube.com/watch?v=R-uQo3I9bSw
Nach den langen und interessanten Diskussionen in der Beiz 2.0 zu Minaretten, prügelnden Jugendlichen und dem (Un-)Sinn des leer einlegen als Protest freue ich mich ganz einfach. Und zwar über den Preisträger 2009. André Marty wird der Kath. Medienpreis zugesprochen.
Herzliche Gratulation.
Kommt gerade im richtigen Moment, dieser Preis an den unerschrockenen Nahost-Korrespondenten, der auch auf seinem Blog immer wieder aus der Kampfzone Israel, den besetzten Gebieten und Gaza berichtet.
(via Augenreiberei, wo Titus den Preisträger mit einem längeren Beitrag würdigt – merci)
Abgelegt unter: Hinweis — Tags:Medien — Bruder Bernhard @ 13:45
The other day, I was just listening to Don Campau’s Meteors And Pickles, the first tape I ever got from him, back in ‘87 it was, I think. A really great tape. Well, this here is just to announce another new release of his Living Archive Of Underground Music. This time he’s featuring Cologne legend Harald [...] […]
Im Juni 1985 erschien in Biel das ambitionierte Popmagazin Angeldust zum ersten Mal. Drei Nummern sollten es insgesamt werden, dann war schon wieder Schluss. Wenn man sich das Magazin heute ansieht, wundert es nicht, dass die drei hauptsächlichen Autoren, die beiden Redaktoren Michael Angele und Martin Schori sowie Rudi Tüscher (Chef vom Dienst, ich selber) […]
Dies ist nun die zweite Nummer von Angeldust (Angeldust 7/1985) [pdf]. Wer mit einem Titel “Hungry For What: Die Menschenhasser” aufmacht, schielt in der kleinen Schweizer Szene natürlich eindeutig auf die Auflage; immerhin war die Band nicht nur eine der Besten zu der Zeit, sie wurde in Zürich und Bern auch als arrogant angesehen – dabei [...] […]
Dies hier ist die letzte Nummer des Bieler Musik Magazins Mit Nationaler Ausstrahlung, Angeldust 8 (1985) [pdf] . Lustigerweise hatte hier Chefredakteur Michael Angele das New Wave Revival bereits 15 Jahre zu früh vorher gesagt – um 2000 ist es dann Wirklichkeit geworden, sagt zumindest jemand in der Wikipedia. Weiters werden in dieser Nummer wieder die [... […]