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La Triperie - Bruder Bernhard
steht ein für die Inneren Werte!!!

22. Dezember 2008

Wasserbüffel besiedeln die Schweiz

…. und auch das übrige Europa ….

Irgendwie scheint es als nobel zu gelten, mit seiner Gedankenlosigkeit zu protzen. Wie anders liesse es sich erklären, dass die Leute im Restaurant sich nicht entblöden, Wasser aus Flaschen zu bestellen, welches von möglichst weit her kommt?

Kann mir jemand erklären, warum es notwendig ist, Wasser in Camions in der Weltgeschichte herum zu kutschieren, wenn die Schweiz ein perfektes Transportsystem für Wasser besitzt, welches praktisch nichts kostet? Und nein, dieses Transportsystem heisst nicht Lastwagen, es heisst Wasserleitung und -Hahnen. Ich dachte mir, das muss ich deutlich sagen, damit es nicht falsch verstanden wird, denn eventuell wachsen die Kinder heute schon auf, ohne je einen Wasserhahn gesehen zu haben?

Nun, ein Ansatz zu einer Erklärung findet sich auf dem Foto, welches ich vor Kurzem hier als Bilderrätsel postete. Es handelt sich übrigens um eine Twitterparty in Zürich…



Was mich ärgert an diesem Bild: jeder trinkt für sich sein mit grossem Aufwand hergeschlepptes Wässerchen – was nicht nur normaler landesüblicher, sondern mehrfacher Blödsinn ist! Und wozu? Ich bin mir sicher, jeder dort würde mit genau dem gleichen Genuss Leitungswasser aus der Karaffe trinken, die ich im Übrigen auf dem Tisch zu sehen glaube….

Wozu also der Fläschchendummsinn? Ich denke, wir alle wissen es: Damit der Wirt auf seine Kosten kommt. Dieses selbstverständliche “Und was näht der z Trinke?” in den Beizen, wenn man eine Mahlzeit bestellt – das kommt einer Bettelei gefährlich nahe. Mindestens so nahe wie das stumme Hinlegen grässlicher Schlüsselanhänger, Feuerzeuge oder sonstigen Tandes, verbunden mit einem “Ich bin taubstumm”-Zettel. Oder der Verkauf journalistisch oft unergiebiger Strassenmagazine durch Arbeitslose. Sorry, so sind die Tatsachen, will hier niemanden beleidigen (gut, die Wasserfläschlitrinker ausgenommen….)

Kann man es in der Beiz noch mit der kaufmännischen Unbedarftheit des typischen Schweizer Wirtes erklären, hört’s mir dann aber im Haushalt völlig auf. Was sehe ich die Leute volle Wasserflaschen à je 1.5 Kilo nach Hause schleppen – um sie dann in der Küche zu deponieren. Dort, wo es in jedem Schweizer Haushalt einen Wasserhahn hat. Aus dem Wasser in erstklassiger Qualität zu einem winzigsten Bruchteil der Kosten, praktisch gratis, einfach so fliesst! Wirklich: Kann man stumpfen Widersinn noch besser illustrieren? Worum geht es hier?

Gesundheit? Habakuk. Es ist bekannt, dass Leitungswasser gesundheitlich total unbedenklich ist. Geschmack? Ich kann es schwer beurteilen, aber die Wasser, die ich in den letzten Wochen in Biel, Bern, Zürich, Basel und im Rheintal degustierte, waren allesamt zwischen oberlecker (Biel) und ok (war glaub ich im Rheintal). Snobismus? Nichtwissen? Denkfaulheit?

Noch etwas Politik: Ist euch auch schon aufgefallen, dass Peter Brambeck (Nestlé) seit Jahren von sich aus in jedem Interview immer wieder auf die Wasserfrage zu sprechen kommt? Wasser würde zur Überlebensfrage für die Menschheit, es gäbe ein Problem, Knappheit drohe. Und Nestlé arbeite an der Lösung….. man muss sich nicht lange fragen, was das für das Wasser aus der Leitung, das bis heute kaum etwas kostet, bedeutet, oder?

Interessant auch die Preislisten der Lieferanten dieser Wasserbomben, die man unterdessen überall sieht. So eine Bombe voll Wasser kostet an die 20 Franken, die Pumpstation selber wird gemietet. Die Monatsmiete für die Station: 20 Franken, wenn das Wasser auch beim Lieferanten gekauft wird. 80 Franken beträgt die Miete, wenn das Wasser vom Hahnen in die Pumpstation geleitet wird…. “Nachtigall, ich hör dich trapsen” (Donald Duck). “Wer den Heller nicht ehrt, ist den Pfennig nicht wert” (Dagobert Duck). “Wer keine weiche Birne hat, isst harte Äpfel aus Halberstadt” (Gustav Gans). “Schrötig, aber nötig” (Aufschrift auf den schweizer Lastwagen). “Da rollts mir gleich die Fussnägel hoch” (Gasi, Organist der Shiny Gnomes, Nürnberg). “Ich brech ins Essen” (div. Mac-User, Internet).

Abgelegt unter: Kotzen — Tags:, — Bruder Bernhard @ 17:05

6 Kommentare

  1. Kommentar von Zappadong — 22. Dezember 2008 @ 18:10

    Also bitte! Das Wasser im Rheintal isch am Fall guat!

    Und ja, es ist ein absoluter Habakuk, Wasser in Flaschen zu kaufen. Der Oberhabakuk ist ja Wasser ohne Blöterli in Flaschen. Da bin ich platt, was Leute für so was bezahlen!

    Ganz arg: In vielen Restaurants wird man ganz blöd angeschaut, wenn man Leitungswasser bestellt.

    PS: Wenn Sie das nächste Mal im Rheintal sind, Bruder Bernhard, lade ich sie auf ein Gläschen Hahnenwasser ein.

  2. Kommentar von Bruder Bernhard — 22. Dezember 2008 @ 19:28

    @zappadong: leitungswasser in beizen muss einfach möglich sein. von einem wirt erwarte ich, dass er sein essen so kalkuliert, dass er nicht noch den zusatzprofit aus dem dingsbumswasser aus italien braucht.
    von mir aus kann er für das gedeck etwas verlangen und damit den aufwand für den service (wasser einschenken, hintragen, abräumen, abwaschen) decken. aber einfach irgend etwas flüssiges bestellen müssen, nur damit man mir hinten in der küche nicht aufs essen spuckt – das ist ein ganz grosses übel! vor allem dann, wenn das getränkeangebot nicht dem kundenbedürfnis entspricht!

  3. Kommentar von BodeständiX — 22. Dezember 2008 @ 21:44

    …und überhaupt: Wasser ist nur gut in glücklicher Symbiose mit Malz, Hopfen, Hefe. Punktum. Basta.

    Und dafür bezahle ich IMMER.

  4. Kommentar von Bruder Bernhard — 23. Dezember 2008 @ 10:05

    wie macht man auf dem Mac den at? ah bah…. ja, bodestaendix: habe mal anderthalb jahre kein alkohol getrunken. ich sag dir, da lernst du die ideenlosigkeit und denkfaulheit unserer wirte kennen: was soll ich mit den wässerli und den pseudo-tees aus warmem wasser, nebenan ein beutel voller billigstaub, der sich schwarztee nennt…

  5. Kommentar von BodeständiX — 23. Dezember 2008 @ 11:50

    @bruderbernhard: auf dem Mac sitzt der Klammeraffe auf dem Buchstaben G.

    Ansonsten kann ich Dir nur zustimmen. Leider.

  6. Kommentar von Frau Müller — 23. Dezember 2008 @ 12:58

    Was ein richtiger Mann ist, trinkt Wasser sowieso nur in Symbiose von Getreide und Hefe (wie BodenständiX völlig korrekt vermerkt). Allerdings ist das Gemisch im Idealfall destilliert. Whisky (Uisque beatha) heisst ja nicht von ungefähr Lebenswasser.

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