Rechtsfreier Raum Internet
Man muss sich wirklich dieses Video anschauen, um zu verstehen, wieso Politiker und Journalisten in letzter Zeit so gerne die Mär vom “Internet als rechtsfreier Raum” verbreiten. Damit lässt sich nämlich vorzüglich bei einem wenig fachkundigen Publikum punkten. So wie die deutsche Familienministerin im Wahlkampf Ursula von der Leyen das hier tut.
Das Video muss man sich übrigens zweimal zu Gemüte führen oder aber vorher die Fakten zum Thema hier lesen: Sperrung von Kinderpornografie im Netz: Die falschen Tatsachenbehauptungen der Bundesregierung
Eines ist mir nach diesem beängstigenden Video völlig klar: Wer so eklatant emotionalisiert und Tatsachen unterschlägt, dem geht es bestimmt nicht um den Kampf gegen die Kinderpornographie. Da gäbe es nämlich sehr wirkungsvolle Massnahmen. Dem geht es um Wählerstimmen, und dem geht es um die Einführung einer Zensur im Internet. Einmal eingeführt, wird sie sich nach und nach auf andere Themen ausbreiten.
Dann aber: Prost Nägeli.
(Via Stefan Niggemeier)
Die Überwachung der Surfer in der Schweiz wird hier bei ugugu dokumentiert.





Radio la Triperie:

>
Kommentar von Titus — 25. August 2009 @ 19:29
Hach, die hat da aber doch etwas ganz Interessantes gesagt:
«Hier ist der Schlüsselbegriff – auch wenn’s ungemütlich wird: Verantwortung. Wir werden eines Tages nicht nur gefragt nach dem, was wir getan haben, sondern auch nach dem, was wir vielleicht nicht getan haben. Wo wir gekniffen haben, wo wir uns geduckt haben, nur weil’s anstrengend war. Hier muss man dann auch Farbe bekennen.»
Na dann sehen wir mal in zwei, vielleicht drei Jahren, wie weit es Deutschland geschafft hat, auf so blauäugige Art und Weise gegen diese Schweinereien anzugehen. Ich erwarte dann, dass sie auch Farbe bekennt, wenn’s nichts gebracht hat…
Kommentar von Bruder Bernhard — 26. August 2009 @ 12:43
@Titus: ich kann mich allerdings der Melodie der rhetorischen Formel nicht entziehen. Erinnert an JFKs ‘Dont ask what your country can do for you, ask what you can do for your country’.
Kommentar von Titus — 28. August 2009 @ 21:49
@ Bruder Bernhard
Das hat was, allerdings noch in gesteigerter Form; als ob ihr gegenüber nur schwerhörige Greise sitzen würden…