5 Minuten in der Schweizer Blogsphäre
Wahrscheinlich ist es nur Zufall, aber die Funde, die mir in den letzten 5 Minuten auf den Bildschirm gelangten, sollen hier kurz zur Thematisierung gelangen.
Etwa so geht Kandidatendeutsch, diesmal von der FDP Port, wo ein Herr Marc Schönholzer eine “Offene Antwort an Frau Elisabeth Waltenspül” absetzt. Das Witzige daran ist natürlich, dass Herr Schönholzer dermassen in seiner Porter FDP-Welt gefangen ist, dass ihm ganz klar ist: Wir verstehen alle, wovon hier die Rede ist. Deshalb nimmt er sich nicht mal die Mühe, uns zu erklären, was denn Frau Waltenspül in ihren Leserbrief schreibt, ausser dass er “Satire – ganz real” heisst und die Minarett-Initiative zum Thema hat. Von einem Link auf den Leserbrief ganz zu schweigen. Lieber täubelt er über einen “langwierigen Virus” in einer “vergifteten Athmosphäre”.
FDP-Port: http://fdp-port-blog.ch/?p=249
Nachtrag am folgenden Morgen: Das Posting wurde stillschweigend überarbeitet – die FDP Port schuldet mir jetzt wohl ein kleines Beraterhonorar – Ende des Nachtrags
Wie bin ich überhaupt auf diesen Eintrag gelangt? Irgendwie war ich vorher auf einen Otto Normal hingesurft, der auf die neuen Beiträge bei slug linkt (”Das läuft in Blogs”). Bei dem ist mir übrigens aufgefallen ist, dass er die Lyrik pflegt. Und zwar nicht irgend eine Lyrik. Nein, es ist die Lyrik der 70er Jahre, die in der Schweiz vor allem von Lehrern, Sozialarbeitern und Buchhändlern gepflegt wurde, und die ging etwa so:
Erfolgreich kommunziert
—————————————
Der Krug
geht
zum
Brunnen
hub Zumbrunn
an
Bevor
der Hieb
ihn
niederstreckte
Vor allem aber ist mir dort die Blogroll ins Auge gestochen – bei Otto steht diese unter der Überschrift “Sie haben Otto verlinkt”. Ein origineller Ansatz, fürwahr. Die übrigen Links sind allesamt Otto gewidmet. Ah nein, eine Zeitung und Google-News kommen noch vor. Spannend…
5 Minuten sind um – noch mehr gibt’s aber jederzeit in http://slug.ch.





Radio la Triperie:

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Kommentar von Otto Normal — 22. November 2009 @ 22:29
Lyrik ist eine etwas hochgestochene Bezeichnung für Ottos Alltagsgeschribsel.
Kommentar von Titus — 24. November 2009 @ 19:07
Hab’ da stinkfrech einen Kommentar hinterlassen und mich in deren Wahlkampf eingemischt. Aber irgendwie wissen die glaube ich nicht so richtig, wie man mit diesem Web 2.0-Dings umgehen muss
Kommentar von Bruder Bernhard — 24. November 2009 @ 21:47
@titus: in den Wahlkampf eingemischt? Hahaha! Wetten, die Wähler wissen gar nicht, dass es diesen Blog gibt? Zum Glück wahrscheinlich, denn auf Deinen Kommentar habe ich den Beitrag vom 12. November gelesen. http://fdp-port-blog.ch/?p=182
ich will ja nicht lästern, aber diese Vortäuschung von Effizienz, die kulminiert in “Wenn ich gewählt bin, dann mache ich mir dann Gedanken”, einer 08/15-Liste aus einer FDP-Broschüre und dem vagen Hinweis, “Vielleicht haben wir auf alle diese Fragen ja bereits Antworten?”. Nichts gegen Hilflosigkeit, die ist ja oft sympathisch, aber nicht, wenn sie wie in diesem Fall mit geblähter Brust voll lauwarmer Luft daherkommt. Am meisten habe ich aber gelacht bei dieser Stelle: “In meiner vergangenen kurzen politischen Karriere scheute ich nie das direkte Wort.” Na ja, das ist noch nicht lustig. Aber dann der Schluss daraus: “Das ist korrekt, entspricht aber meinem Naturell.” So einen krummen Satz möchte ich einfach von einem Politiker nicht lesen, denn das weckt in mir den Verdacht, so unlogisch und inkonsistent wie seine Sätze seien möglicherweise seine politischen Glaubenssätze, denen er ja ganz offensichtlich total unkritisch nachlebt.
Kommentar von Titus — 25. November 2009 @ 03:53
Naja, nicht so direkt in den Wahlkampf eingemischt: Im Wahlprospekt der FDP Port ist von «Weitsicht und Kompetenz» die Rede. Meine (geistige) Sicht reicht auch weit und zwar mindestens bis nach Port, weshalb ich kompetent meine Meinung kund getan habe
Schlimm ist ja vor allem, dass die WählerInnen auf sowas Dünnes reinfallen. Kein Wunder, rumorte es da immer wieder…