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La Triperie - Bruder Bernhard
steht ein für die Inneren Werte!!!

21. Juli 2009

Bruder Bernhard in Klinik eingeliefert!!!

Doch, stimmt schon!!! Wg. einer Showbusiness-Verletzung…

Kein Mitleid nötig, aber Dank für die Wünsche

Kein Mitleid nötig, aber Dank für die Wünsche

in ca. 3 Wochen bin ich wieder zurück, und wie ich höre, haben die Kliniken heute ja auch Anschlüsse an die Welt da draussen.

Also – und bis dahin empfehle ich meine Radiostation,

laut.fm/latriperie

die ich grad gestern noch bestückt habe.

Die Kommentare sind vorläufig geschlossen.

Abgelegt unter: Hinweis — Bruder Bernhard @ 10:24

13. Juli 2009

Bye Bye Piratenpartei

Ihr erinnert euch noch der Agitation per E-Mail, wo es vornehmlich darum ging, Mail für irgend einen guten Zweck an sein ganzes Adressbuch weiter zu verschicken. Da wurden ganze Regenwälder gerettet, Dissidenten aus den Gefängnissen rausgepaukt, gegen Prügelpolizisten demonstriert – und alles bequem per Mausklick, ohne grossen Aufwand, eigentlich sehr vorausschauend total altersheimkompatibel.

Nun, seit Facebook ist die E-Mail-Agitation wohl ausgestorben. Eine Facebook-Gruppe gründet sich rasch, und wer viele ‘Freunde’ angesammelt hat, kann mit einer guten Zustimmungsquote rechnen. Was dann prompt dazu führt, dass die facebook- und twittergläubigen Redaktionen einen aufgeregten Bericht über die Opposition der grossen Zahl im Internet verfassen. Dabei wissen insgeheim alle, dass dieser Klicksand eigentlich überhaupt nicht zählt, denn in politische Macht wird er sich kaum verwandeln. Diese Gruppen dienen den Machtpolitikern jeder Couleur bloss als Vorwand, als Nebelschleier, hinter der sie sich verstecken und ihr übliches Spielchen treiben können.

Ich erspare es mir, die Statistiken zu Bye Bye Billag zu suchen. Ihr habt ja auch Google. Aber ich muss ehrlich sagen, ich habe mich sehr gefreut, als ich im ungern hier verlinkten Miesnetz die Evaluation der Billag-Alternative las. Fazit: Es geht wohl nicht billiger als die Billag. Was weder erstaunlich noch wirklich neu ist. Bei dieser Klickitiative ging es sowieso nicht um Billag, es ging um die Abschaffung der Radio- und TV-Gebühren, Billag war bloss der Prügelknabe, der Vorwand, die Nebelkerze.

Aber was erzähle ich hier von der Billag? Ich will ja bloss kurz über diese neue Piratenpartei foutern. Wieder so eine Klick-dich-dabei-und-morgen-vergessen-Geschichte. Jetzt habe ich schon die Nationale Aktion gegen die Überfremdung von Volk und Heimat , die Autopartei, die Freiheitspartei und die Freien Bieler Bürger kommen und gehen sehen – diese Piraten allerdings werden nicht mal kommen. 124 Personen haben sich an die Gründungsversammlung bequemt – wetten, es werden Tausende mitklicken, aber das war’s dann wohl.

Ihr spürt meinen Ärger. Und seid darob sicher arg erstaunt. Schliesslich gehöre ich zu denen, welche dem Copyright nicht viel abgewinnen können. Dieser Blog ist deshalb auch frei davon (ganz unten steht’s). Ebenso halte ich es mit meinen sonstigen Produktionen. Dennoch: heute morgen hat es mich leicht geschüttelt. In den Nachrichten des Westschweizer Radios wurde eine Expertin der BBP (Bye Bye Piratenpartei ;-) befragt, und was die nicht sehr eloquente Bloggerin da von sich gab, verdient nicht mal das Attribut ’schlicht’.

Ich mag da gar nicht gross darauf eingehen. Ich stelle bloss fest, dass eine Aufhebung der Urheberrechte, bloss weil ein Werk digitalisiert ist, überhaupt nicht einsichtig ist. “Eine Kopie eines digitalen Werkes nimmt ja das Werk nicht weg und ist insofern kein Diebstahl”….tztztztz….. geht’s noch pfäffischer?

Dann sollen sie doch wenigstens die gänzliche Abschaffung des Urheberrechts fordern. Ob ich da dabei wäre? Weiss ich nicht wirklich. Wieso ich da eventuell dabei wäre? Weil die Problematik des Urheberrechts nicht darin liegt, dass Geld für etwas verlangt wird, was man ja ebenso gut einfach kopieren kann. Nein. Die Problematik liegt vielmehr darin, dass heute Werke durch das Urheberrecht der Öffentlichkeit vorenthalten werden. Das ist der eigentliche Skandal.

Ich erinnere an den Fall der Werke von Oskar Panizza. Hier hat die hinterbliebene Verwandtschaft jahrzehntelang jegliche Veröffentlichung hintertreiben können. Es war gänzlich unmöglich, eines der Bücher Panizzas in die Hand zu kriegen – ausser als Raubdruck. Lasst mich rasch ein Hohelied auf die Raubdrucke summen, wo harte Männer und Frauen die Bücher vergessener Sektierer wie Wilhelm Reich nachdruckten, da sie legal gar nicht erhältlich waren.

Erwähnen wir in diesem Zusammenhang kurz noch die Bootlegs: Illegale Veröffentlichungen von Bändern an der Plattenfirma vorbei, von Aufnahmen also, die nicht hätten erscheinen sollen. Etwa das obskure Album Reeds, Whistles And Sticks eines gewissen Anthony Moore: Aufnahmen von fallenden Stöckchen, die er 1972 seiner Plattenfirma Polydor übergab, um einen 3-LP-Vertrag zu erfüllen. Ist damals nie erschienen, kursierte aber jahrelang auf Kassette. Irgendwo schwimmt die noch in meinen Kisten rum. Auch hier unterbreche ich kurz und summe das Hohelied der Informationsfreiheit vor mich hin.

So, zurück im harten prosaischen Leben komme ich zum Schluss: Diese Piratenpartei ist sicher treffend benannt. Es geht hier ganz einfach darum, für Waren nichts bezahlen zu wollen. Mit dem Kampf für Informationsfreiheit hat sie sicher ganz und gar nichts zu tun. Billigheimer, eben.

Abstauber.

Bye Bye Piratenpartei.

Abgelegt unter: Praxistest — Tags:, , — Bruder Bernhard @ 10:59

12. Juli 2009

Sardine à la Pierre Bourdieu (Max Küng revisited)

DISTINKTIONSGEWINN DURCH FREITAGSTASCHEN – ENTEIGNUNG VON TAMEDIA – EIN ALPTRAUM – DIE BESTEN SARDINENREZEPTE

Pierre Bourdieu war der französische Soziologe, der mit seiner Theorie des Distinktionsgewinns einen der wenigen Beststeller des Genres geschrieben hat. Und mir damals die Augen geöffnet hatte. Als ich es las.

Ungefähr ging es darum, dass der Drang nach Originalität einer der stärksten Treiber menschlichen Verhaltens ist; wenigstens in gewissen Schichten. Sich abheben durch einen besonders guten Geschmack, eine besonders originelle Meinung, durch die Musik, die Kleidung, die Haltung, die Freitagstasche - äh, sorry, die gab’s damals noch nicht. Aber es gab die französischen Neuen Philosophen, die niemand verstand, aber doch gerne im Mund führte. Item – keine Reminiszenzen an die Früh80er jetzt. Das war ja sowieso noch lange vor dem Krieg, weit weg.

“Eigentlich waren Freddie And The Dreamers viel besser als die Beatles, einfach nicht so bekannt, darum gingen sie vergessen” (Distinktionsgewinnler A)

Dem Max Küng mag ich es gönnen, dass er sich sein Leben als deutschschweizer Hohepriester des Distinktionsgewinns verdienen kann. Schliesslich arbeitet er mit seinen Beiträgen im Magazin seit Jahren an der Enteignung der Tamedia, und das findet gewiss meine Unterstützung: Eine Idee, ab ins Flugzeug, ein paar Seiten Geplauder mailen, fettes Honorar kassieren. Oder noch besser: Ein altes Auto kaufen, eine Seite Geplauder abliefern, fettes Honorar kassieren. Respekt!

Ich finde auch gut, dass er immer so praktisch tut in seinen Tipps für Distinktionsgewinnler. Er gibt immer an, wo der Mülleimer zu bestellen ist, der ein Leben lang hält und extra in Schweden für den Gebrauch in der Grossgastronomie und in Spitälern entwickelt worden ist.

Mein Alptraum: Ich bin in einer fremden Stadt, suche einen Schlafplatz ZwinkerZwinker und lande in einem Haushalt, eingerichtet nach Max Küng’s Einkaufsliste! Auf der Liste der möglichen Schrecknisse kommt das noch vor den gesammelten Werken von Züri West’n'Patent Ochsner (Platz 2) und Fussschmuck (Platz 3)…

Jetzt hat Max Küng also die ganz gute Idee gehabt, zum Ursprungsort meiner Lieblingssardinendosenmarke zu reisen. Und ganz viele Seiten nach Zürich zu mailen. Aber er hat es fertig gebracht, in seinem langen Geplauder kein einziges Sardinenrezept unterzubringen. Oder soll das etwa ein Rezept sein: Sardine filetieren, 24 Stunden in Zitrone einlegen, fertig. Rohe Sardinen essen? Da muss der Gute etwas falsch verstanden haben aus dem zahnlosen Mund des bestimmt authentisch gegerbten Beizers in Portugal.

Gut, ein Rezept findet sich am Schluss: Sardine grillen, mit Haut, Haar, Innereien, Kopf und Gräten. Und dann mit dem Sackmesser dahinter. Lest das selber, im Magazin. Bewusste Bosheit, übrigens, dass ich nicht nach Tamedia verlinke. Macht nichts: Ihr wisst jetzt sowieso schon das Wichtigste aus dem Artikel.

Die fehlenden richtigen Sardinentipps nun hier, aus Bruder Bernhard’s berühmter Küche.

  • Sardinendosen kann man jahrelang aufbewahren. Vergiss das eingestanzte Datum. Wende sie aber alle 6 Monate. Ich habe mal beim Zügeln einen Schock solcher vergessener Dosen im Keller gefunden – sie waren absolut einwandfrei. Feinschmecker behaupten, durch die lange Lagerung werde die Sardine besser, weil sich die Gräten auflösen. Ah, ja: kauf Sardinen in Olivenöl, klar, möglichst die mit Haut und Gräten. Ohne sonstige Saucen!!!
  • Sardinendosen werden am besten so angerichtet: Sardine aus dem Ölbad nehmen und mit viel Zwiebel und Tomate und lecker Zitrone anrichten. Rabenschwarzes Basler Brot von Anfang Woche in Würfel schneiden und darunter heben. Schwarzer Pfeffer. Salz. Kurz in den Kühlschrank. Das Brot darf nicht pflotschig werden!!! Mit Rotwein servieren: Ich empfehle momentan die Aktion Zweigelt bei landi.ch, die Flasche 3.95. Es darf auch Tischwein vom Italiener (Doppelliter, keine Etikette!) sein. Zum Strecken kann man auch gekochte Kartoffeln vom Vortag beimischen.
  • Sardinen grillen: Grill richtig fest und nachhaltig einheizen. Aufgetaute Sardinen direkt aus der Packung auf den heissen Grill legen. Einmal wenden. Sie müssen ziemlich knusprig werden, sollen aber nicht verbrennen. Aufpassen also. Braucht Übung und Gefühl. Es ist nicht feige, die Sardinen vor dem Grillen zu waschen.
  • Gegrillte Sardinen anrichten: Auf einer grossen flachen Platte, salzen und pfeffern, Zitronenschnitze dazu geben. Pampiges Weissbrot vom Italiener und der bereits erwähnte Doppelliter dazu.
  • Gegrillte Sardinen essen: Man packt die Sardine am Schwanz, greift ihr an die Arschbacke und zieht die Fischhälfte vom Rückgrat ab. Das geht ganz einfach. Darauf achten, dass das Braune (Leber, Galle und was da alles sein mag) an den Gräten hängen bleibt. Das nicht essen! Den Kopf auch nicht.
  • Alle anderen Sardinenrezepte, die man manchmal in Kochbüchern findet, sofort vergessen! Was sich nicht grillt, bleibt meist tranig.

Die besten Sardinen gibts tiefgefroren, da die Legende will, dass sie so praktisch noch fangfrisch auf den Tisch kommen. So haben sie auch die perfekte Grösse. Sie kosten ca. 16 Franken das Kilo, das reicht locker für 3-4 Personen. Aufpassen auf die Katzen in der Nachbarschaft: Die werden wahrscheinlich durchdrehen und den Garten belagern!

Ich jetzt auch, beim Durchlesen schon knurrts aus der Leibesmitte – und ausgerechnet heute habe ich nur so langweiliges wie Schweinsfilet im Kühlschrank. War halt beim Coop auf 50% reduziert. Zu dumm aber auch!!!!

Abgelegt unter: Essen — Tags:, , — Bruder Bernhard @ 16:28

8. Juli 2009

Opfer kuscheln?

DER WUNDE PUNKT DES STRAFRECHTS – OPFER ZAHLEN DEN PREIS – TÄTER ZUR WIEDERGUTMACHUNG VERPFLICHTEN – DISKUSSION MIT FRAU MüLLER ET. AL

Schon wieder schlagen Jugendliche unschuldige Opfer spitalreif, schon geht’s wieder los mit den Vorwürfen an die ‘Kuscheljustiz’. Und wie immer gehen die Behörden wieder ein kleines Schrittlein nach rechts und überlegen, gegenüber der Schule möglicherweise das Datenschutzgesetz zu verletzen und dieser jeweils ein Dossier über vorbestrafte Schüler zuzustellen. Da hebt sich die bürgerliche Karin Keller-Suter angenehm ab mit ihrer Aussage am Radio, es gebe halt nie eine 100%ige Sicherheit.

Dass die Kuscheljustizanprangerer bei uns ein so leichtes Spiel haben, liegt wohl doch daran, dass sie den Finger auf einen wunden Punkt legen, und diese Wunde scheint chronisch zu sein.

Zunächst muss man festhalten, dass das Strafrecht in Deutschland einiges schärfer ist als in der Schweiz, wie die Münchner Schläger von der Goldküste zu ihrer Überraschung nun feststellen, lese ich. Und dennoch scheint es seine Wirkung nicht zu tun: Im Zusammenhang mit diesem Fall habe ich ebenfalls gelesen, die Jugendkriminalität sei dort höher. Aber dieser Zahlenkrieg tut sowieso nichts zur Sache. Das Problem liegt ganz wo anders.

Ich lese zum Beispiel, ein 46jähriger Kaufmann sei grundlos so zusammen geschlagen worden, dass er wahrscheinlich nie mehr derselbe sein wird wie vor dem Überfall. Interessant ist, dass ich über die Täter immer sehr schnell viel mehr weiss als über die Opfer – und das Opfer verschwindet auch praktisch jedes Mal hinter der Tat und dem Täter. Dabei ist doch das Opfer das Opfer. Und wir wissen alle: Wer Opfer eines solchen Überfalles wird, der hat halt einfach Pech gehabt. Wie jedes Opfer. Denn an solchen Taten wächst die Gesellschaft, sie gewinnt neue Erkenntnisse, sie kann ihr Rechtssystem jedes Mal neu justieren und noch feiner einstellen, um zwei Ziele (unter anderen) zu erreichen: Den Täter wieder (oder erstmals) in die Gesellschaft einzugliedern und zu verhindern, dass er rückfällig wird.

Das ist jetzt alles gar verkürzt wiedergegeben, natürlich, aber eines bleibt bei allem Hin und Her bestehen: Den wirklichen Preis für den Fortschritt zahlt das Opfer. Dies ist der wunde Punkt unseres Rechtssystems. Wenn sein Leben nie mehr sein wird wie zu vor, wenn der Kaufmann fürs Leben geschädigt zurück bleibt: Pech, kann man nichts machen. Denn darin sind wir uns einig: Die Schraube anziehen, die Täter härter anfassen, das tönt zwar alles irgendwie verlockend, wenn man sich die furchtbare Tat vergegenwärtigt, aber es nützt offenbar niemandem. Nicht der Gesellschaft, aber auch nicht dem Opfer.

Ich versuche mir einfach mal vorzustellen, mir wäre das passiert: Ich komme aus dem Haus und werde brutal zum Invaliden geschlagen. Was hätte ich nun davon, dass der Täter ein paar Jahre länger ins Gefängnis muss? Absolut gar nichts. Mein einziger Wunsch wäre doch, wieder so zu leben wie zuvor, eine vollständige Wiederherstellung meiner damaligen Möglichkeiten. Und dafür soll ein Täter aufkommen müssen. Daran führt kein Weg vorbei, will man sich nicht dem Vorwurf aussetzen, das Opfer weniger wichtig als den Täter zu nehmen.

Es hat noch niemand von unseren Politikern eine brauchbare Lösung entwickelt, dem Opfer Genugtuung zukommen zu lassen. Ich höre nicht einmal ernst gemeinte Überlegungen in dieser Hinsicht.

Was ich mir wünschte, wäre ich Opfer eines dieser Schläger: Bis ich wieder ganz gesund bin, muss mir der zur Seite stehen und das kompensieren, was ich nicht mehr habe. Das ist ein legitimer Wunsch, und ein Strafrecht, das die Opfer ernst nimmt, müsste Wege finden, diesem zu entsprechen.

Und wenn der Schläger halt dann sein Leben lang durch Pflege seines Opfers büssen müsste – das wäre die einzige gerechte Strafe, 1:1 die Konsequenz einer Tat, die nicht das Opfer alleine tragen soll! Man muss sich einfach mal vorstellen, man würde selber durch solch hirnrissige Schläger mitten aus dem Leben gerissen. Bevor Du hier kommentierst: Stell es dir einfach mal vor…

Abgelegt unter: Kotzen — Bruder Bernhard @ 12:24

2. Juli 2009

Vacances à Cornaux

LAMMCURRY UND FERIEN AM BIELERSEE – WENN REGISSEURE KAMPFANZUG TRAGEN – FUSSFETISCHISMUS AM NIFFF – COMEBACK DER INDUSTRIAL MUSIC

Cornaux von vorne:

Cornaux von vorne

Cornaux von vorne

 

Cornaux von hinten:

Cornaux von hinten

Cornaux von hinten

 

Kurz: Ferien am Bielersee. Vielleicht bis bald, vielleicht bis später als bald, vielleicht bis in 2 Monaten (hm … das glaub’ ich eher nicht, hab’ ja noch Altlasten im Köcher, die ich schon lange aufbereiten will)

Ah ja, zum NIFFF noch: Das läuft ja jetzt, bis am Sonntag, für mich eine Gelegenheit, die Strecke Biel-Neuchâtel per Velo zu geniessen (Bilder siehe oben – hat im Fall mächtig gestunken im ganzen Dorf, und keine Sau hat’s gekümmert, nur ein wahrscheinlich neuer Einwohner hat von seinem Balkon aus nachgesehen, wieso die Sägerei so raucht).

Zum Nifff: Scheint mir dieses Jahr etwas zahmer als in den Vorjahren, wo man so Knüller wie Park-Chan Wooks Rachetrilogie sehen konnte (Old Boy, Lady Vengeance, Sympathy for Mr. Vengeance), oder George A. Romero mit seiner anthropologischen Studie Diary of the Dead etc. etc. Romero, eindrücklich gross, übrigens, trägt seine Altersheimturnschuhe in Würde – er war letztes Jahr zu Gast.

Dieses Jahr ist wohl speziell die Rückschau des noch ganz jungen Ex-Daniel-Schmid-Assistenten Shinji Aoyama die Reise wert. Obwohl er sich wie alle Regisseure beschissen anzieht: GI-Look mit Kampfdächlikappe und irgendwie Kämpferhose und irgendwie Khaki T-Shirt – ich behaupte, Regisseure sind ausserhalb ihres Terrains total unsichere Menschen, wenigstens jene, die sich so kleiden müssen. Abgesehen von diesem katastrophalen Look habe ich schon lange nicht mehr so viele irgendwie unschön geformte Füsse gesehen wie gestern beim Anstehen in der Menge und an der Kasse und vor dem Foodstand. Fazit: Heute habe ich mir vorher ein Riesenlammcurry gemacht, und breche dann mit vollem Bauch Richtung NE auf. Autarkie regiert!

Adriano Celentano soll Fussfetischist sein, hat mir übrigens gestern ganz zufälligerweise jemand beim Mittagessen im wunderbaren Bahnhöfli Mett erzählt! Ohne dass ich das Thema selber angeschnitten hätte. Was hat das wohl alles zu bedeuten? Ob mich wohl das Internet bald wieder anruft?

Noch was zu Aoyama: Sein Science-Fiction-Film “Mein Gott mein gott…” wurde von ihm selber als Musikfilm angekündigt. Ich war zuerst etwas enttäuscht, aber nicht lange: Die Musik ist sozusagen kultverdächtig, denn es handelt sich um ein Recycling der Industrial Culture der 80er Jahre, wie sie von Calypso Now hierzulande ja bekanntlich (ich liebe dieses Wort, grad dort wo’s überhaupt nicht passt, aber da bin ich bekanntlich nicht der Einzige), hm, bekanntlich vertrieben, produziert, aufgenommen wurde. Stay tuned für das grosse Catalogue Ausgrabing, wofür ich die nächsten paar Monate vielleicht Zeit haben werde. Man muss die Sau melken, wenn sie im Dorfe ist.

Am Anfang sieht man sogar einen Sticker von Borbetomagus. Und dann geht’s die nächsten 90 Minuten nur noch um das Aufnehmen und Aufführen von harschen Geräuschen und windigem Pfeifen. Musik ist eben wie Zombies: Du kannst sie so oft töten, wie du willst, sie kommt immer zurück.

Wenn der Film bei euch vorbeikommt, dann wisst ihr jetzt, was ihr zu tun habt!

Sehe jetzt grad noch, da gibt’s ja einen Liveblogger vom NIFFF! Und sehe noch mehr: Heute in der Zeitung ein Interview mit Jurypräsident Bong Joon-ho, Regisseur des Riesenfilms The Host; Bong äussert den Wunsch, während seines Schweizer Aufenthalts unbedingt Thomas Ott zu treffen. Ihr habt wahrscheinlich keine Ahnung, was das bedeutet. Es ist eine 80’s-Sache…

Schöne Ferien, bis ich dann sage: So, Halt, Stopp!!!

Abgelegt unter: Unterhaltungskunst — Tags:, , — Bruder Bernhard @ 15:24

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