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La Triperie - Bruder Bernhard
steht ein für die Inneren Werte!!!

29. Juni 2009

Der Nackthalshühnerzüchterkönig und die Beauty Queen

FIELDING KRAMT IM FAMILIENALBUM – BERNHARD EBENFALLS – DIE BEWEISLAGE WIRD KOMFORTABEL

Somewhere in the USA:

Meanwhile, in Shinjuku, Japan, 1995:

Der Nackthalshuhnzüchterkönig - Goldmedaillen 1995 Shinjuku (Japan) - Pic shot on location

Der Nackthalshühnerzüchterkönig - Goldmedaillen 1995 Shinjuku (Japan) - Pic shot on location

 Falls es noch des Beweises bedarf: Hier die Urkunde!!!!

Die Urkunde

Die Urkunde

Übersetzung gefällig?

“Geflügel- und Nutztierausstellung Shinjuku 1995 Goldmedaillen Bruder Bernhard Nackthalshühner sehr schön, am Schönsten. Hugh!!!”

Abgelegt unter: Unterhaltungskunst — Tags:, — Bruder Bernhard @ 16:47

27. Juni 2009

Ich wollte nett sein zu Shawne, wirklich!

RÜHMTE SICH FIELDING ALS MISS TEXAS? – LÖSCHT FIELDING NUN BLOGBEITRÄGE? – IST MEIN HERZ EINE MÖRDERGRUBE?

Mein Herz ist weich. Deshalb wollte ich das arme Milliardärstöchterchen jetzt in Ruhe lassen, obwohl meine republikanischen Reflexe eigentlich jeglichen vererbten Pfründen speziell kritisch gegenüber stehen.

Mein Herz ist schwarz. Und gelb. Und auch rot. Deshalb hat mich das folgende grad ein wenig zu sehr auf die Palme gebracht, als dass ich meiner Nachsicht folgen will.

Ich war also grad so ein wenig am prokrastinieren. Und wollte deshalb auf Shawne’s Blog den Eintrag nachlesen, den sie in Twitter so angepriesen hatte:

Who is this Miss Texas?

Who is this Miss Texas?

 

www.shawnefielding.com ist allerding offline – das ist ganz neu. Aber über http://shawnefielding.blogspot.com kommt man direkt auf den Blog.

Nahm mich doch noch wunder, wer mit Miss Texas nun gemeint war? Shawne kann es ja nicht sein, denn sie selber ist nie Miss Texas gewesen, ja, sie hat sogar Journalisten korrigiert, die ihr diesen unverdienten Titel gaben - wenn sie ihnen damit eins auswischen konnte. Ganz unten steht die Zurechtweisung, in der Akte. Wer also ist diese Miss Texas, die Shawne nun am 14. Juni 2009 in ihrem Blogteaser twittert? Nicht vielleicht doch am Ende wieder sie?

Nun, ich konnte auf ihrem Blog beim besten Willen nichts mit den Begriffen Snowboard, Champs, Miss Texas finden. Aber auch keine Story, die auch nur im Entferntesten mit ‘winning Gold with Swiss Snowboard Champs’ zu tun hat. Könnte es sein, dass sie unterdessen entfernt worden ist?

Ich nehme es doch stark an, denn wenn nun auskommt, dass Shawne sich noch vor zwei Wochen selber als ehemalige Miss Texas gerühmt hat, dann wäre das doch langsam hochnotpeinlich.

So, und warum mein weiches Herz sich nun seiner Farbe besonnen hat und dieser Beitrag doch geschrieben wurde: Mich macht es ganz einfach wütend, wenn eine Vertreterin der studierten weissen Oberschicht der USA es so furchtbar lustig findet, mit einer Winchester im Schiessstand herumzuballern und dazu auf ihrem Blog mehrfach zu betonen, dass so der Westen erobert worden ist. Ganz unten im Beitrag, da ist das Filmlein, das mich so wütend macht.

Frau Fielding, es gibt im Fall Leute, die diese Eroberung des Westens als Völkermord bezeichnen. Da das ja irgendwie ein juristischer Begriff ist, lassen wir das mal so in der Schwebe. Schliesslich ist ihr Mann ja auch Anwalt. Sagen wir einfach mal: Es ist absolut empörend, mit dem Tod von zig-Millionen Menschen seine Lifestyle-Spässchen zu treiben, Frau Fielding. Und darum hoffe ich von Herzen, dass ihnen ihre Misstritte nun um die Ohren fliegen.

Abgelegt unter: Unterhaltungskunst — Tags: — Bruder Bernhard @ 14:01

26. Juni 2009

Klatschheftli im Irrtum?

Vor einigen Tagen hat meine tägliche Lektüre Klatschheftli über meine Lieblingspromi Shawne ganz was Freches ins Netz gerückt. Klatschheftli beweist, Shawne Fielding Borer ist nie Miss Texas gewesen, obwohl sie das behaupte. Und die Weltwoche druckt das am Donnerstag auch noch nach.

In meinem Stöckli steht halt kein TV-Apparat, deshalb weiss ich jetzt nicht, war das ein Primeur oder schon kalter Kaffee? Denn Klatschheftli erwähnt ja in seinem Blog eine TV-Reportage, die angeblich mal zum selben Resultat gekommen sei. Kurz gegoogelt, nur eine kleine Runde, das langt mir jetzt aber schon. Denn sofort öffnen sich lange Listen der falschen Zuschreibung durch Tagesanzeiger, Spiegel etc. Alle führen sie als ‘ehemalige’, als ‘Ex’-Miss Texas. Also ist mal klar: Das Missenspiel hat System beim Schosskind des Glücks Shawne. Denn auch in Wikipedia steht, sie sei allerhand Missen gewesen.

Shawne: Nur in der deutschen Wikipedia, dafür voller Titel

Shawne: Nur in der deutschen Wikipedia, dafür voller Titel

Allerdings: Würde ich als ‘der erfolgreiche, mehrfach preisgekrönte Nackthalshuhnzüchter Bruder Bernhard (Goldmedaillen Geflügel- und Nutztierausstellung Shinjuku (Tokyo))’ in allen Zeitungen der Deutschschweiz herumgeschleipft – ich wäre doch einfach nur dumm, würde ich das richtig stellen. Richtig ist – ach, nein, ich will das jetzt nicht richtig stellen!!!

Also, Miss Texas: Danke erstmal an Frau Müller, die mir in diesem Kommentar den Link zur echten Krönungseite liefert. Und so stellt sich Shawne Fielding Williams dort dar:

Mrs. Texas

Mrs. Texas

Gut, ich könnte jetzt meinen vielgerühmten Jagdinstinkt von der Leine lassen und minutiös überprüfen: Wenn Shawne nie Miss Texas war, wie auch Frau Müller schreibt, sondern eben Mrs.: Was hat es dann mit den anderen Titeln auf sich, mit denen sie in Wikipedia immer noch eingetragen ist? Kann sie Zweite einer nationalen Konkurrenz werden, was in ihrem Fall den Gewinn des Titels Miss Texas USA voraus setzt? Wieder ist sie in den offiziellen Listen nicht zu finden.… Ausser sie hiess damals Christine Friedel.

War Shawne vielleicht schon mal ein paar Missen, aber eher obskurer Prägung? Misswahlen gibts ja für jeden Geschmack, jedes Alter, jedes Kaff. Aber das überlasse ich jetzt euch. Diese Ansammlung von Horrorkabinetten (erinnert an den Film Camping, oder?) ist doch eine Reise wert? Klar ist: Wikipedia liefert wieder mal eine Fehlinformation. Würde gerne wissen, wer den Brunz geschrieben hat, und aus welchem Grund…. Da gab’s doch diese Story über den Köppel von der Weltwoche, der selber an seinem Wiki-Porträt Hand angelegt hat? Weiter klar: eigentlich sind das überhaupt keine schönen Leute, diese Missen. Diese Frisuren!!! Diese Farben!!!! Bling-Bling überall!!!!

Mir ist meine Zeit jetzt grad zu schade für eine Webreise. Obwohl, interessant wär’s allemal. Warum? Nun, warum lese ich etwa Alexandre Dumas? Oder die gefälschten Memoiren von Shostakovitch? Oder Hodels Entlarvung seines superintelligenten Vaters als Serienmörder Black Daliah Avenger? Warum lese ich Klatschheftli?

Update: hatte grad ein bisschen Zeit zu killen und habe mir den Quelltext der mrstexas-Seite angeschaut. Nun bin ich erst recht verwirrt: Mal wird sie als Mrs. Texas 1995 (siehe Bild oben), mal als Siegerin 1997 aufgeführt (Screenshot unten). Wird wohl ein Irrtum des Webmasters sein, aber wirft nicht unbedingt ein günstiges Licht auf den einzigen Beleg für Shawne’s Krönungen. Ob die Webseite wohl von einem der Sponsoren selber (oder dessen Sekretärin) gestaltet wurde? Pst: Ich tippe auf Grandma’s Secret Spot Remover!

Im Quelltext mal als 1995-er, mal als 1997-er Queen ausgewiesen

Im Quelltext mal als 1995-er, mal als 1997-er Queen ausgewiesen

 

 

Nun wundere ich mich doch, wie bereitwillig die J* diese Mär immer geglaubt und tapfer voneinander abgeschrieben haben. Muss man denn alles selber kontrollieren? Aber wahrscheinlich verstehe ich einfach weniger vom J* als ein J* vom Bloggen.

Update von 17:25 Uhr

Abgelegt unter: Praxistest, Unterhaltungskunst — Tags:, — Bruder Bernhard @ 13:09

25. Juni 2009

Wenn Satan mich versuchen will…

Das nimmt mir offenbar keiner ab. Jedenfalls nicht amazon. Wenn ich dort nach den Büchern von Annie Malgo suche, fragt mich die störrische Suchmaschine, ob ich nicht doch lieber nach ‘Manga’ suchen will – und schlägt mir auch gleich einen ganzen Haufen dieser widerlicher Machwerke vor, die einzig unsere Jugend verderben wollen, nachdem Japan ja schon total korrumpiert ist. Ob es dort überhaupt Christenmenschen gibt?

Da ist es doch gut, findet Annie Malgo wenigstens bei der erweckungssüchtigen Radiostation La Triperie eine Heimstatt. Grad eben lief ihr wunderbares “Wenn Satan mich versuchen will” im Mittagsprogramm, welches heute ‘Stranger’ heisst. Das selbe Programm, das etwa auch Mäni Weber mit ‘Dopplet oder nüt’ oder der Fidelen Mölltaler ‘Das isch Schtützlisex’, der Geschwister Huber “Singvogel Zeisei” oder eine unschuldige Hamburger Jugendgruppe aus den 50ern mit “Negeraufstand in Kuba” vorführt.

Sendeplan, wird bald geändert

Sendeplan, wird bald geändert

Da ich grad wieder am hinaufschaufeln neuer Musik bin, wollte ich vorher doch noch meine täglich 50 Hörer darauf aufmerksam machen, dass bald wieder Programmwechsel ansteht. Eigentlich, um ehrlich zu sein, wollte ich die anderen 150 Nichthörer fast noch mehr ansprechen. So doof bin ich manchmal, dass ich gegen meine eigenen Grundsätze verstosse, darunter eben:

Be there or be square.

PS: Hier noch ein neuer:

Be stiff or at the Nifff

(und nein, “a stiffie” ist jetzt nicht, was du vielleicht denkst)

Abgelegt unter: Hinweis — Tags: — Bruder Bernhard @ 13:48

24. Juni 2009

Dämlicher Tagesanzeiger

Ich kann niemals so lustig sein wie die Realität. Aber so alt wie die alte Fasnacht, das kann ich jederzeit. Kurzum, zwei Gründe genügen für einen Blogeintrag, heute.

Dass die Online-Redaktion von Miesnetz einen Beitrag so ankündigt: Absolut dämlicher Beitrag des Tagesanzeigers – diese Pointe ist einfach nicht zu übertreffen.

Pascal Witzigte es schon am Samstag hier, die Medienlese am Montag, ich nun am Mittwoch. Merkst was?

PS:  Nun die Simone Meier anzupflaumen, wie das ein Kommentator bei Witzig tut, das ist jetzt aber total unpassend. Immerhin darf Simone Meier für sich in Anspruch nehmen, die Kolumne-wie-wir-sie-heute-bis-zum-Überdruss-kennen erfunden zu haben. Unvergessen, wie sie dramaturgisch geschickt ihren Lebensabschnittspartner als Pausenfüller (unter dem technokratischen Begriff  ’mein Liebesleben’) auftreten liess; verdankenswert, dass sie die Regenbogenpresse in die damals noch seriösen Spalten des Ich-bremse-auch-für-Aktionäre-Tagesanzeigers einbrachte. Dass beides unterdessen Standard gewordene Pflicht ist, ist sicherlich nicht Meier anzulasten. Ein dem Epigonentum innewohnender Drang macht halt immer aus einem Chacheli feiner frischer Kuhmilch einen Teller breitgetretenen Quark. Siehe dazu auch die Paarung Kurt Felix – Sven Epinay.

So, jetzt noch die tägliche Lektüre von Klatschheftli, dann aber subito in die Küche!

Abgelegt unter: Hinweis — Tags: — Bruder Bernhard @ 11:15

23. Juni 2009

Horror im Alltag: Gourmessa

Migros Gourmessa, CHF 5.40. Pouletschnitzelsandwich.

Äusserlichkeiten: recht grosses Brötchen, auf dem Borkenkäfer Spuren aus Käse hinterlassen haben. Materialwert ca. 90 Rappen für Endkunden. Sieht halbwegs knusprig aus.

Aufgeklappt wirds dann etwas mager. Zwei armselig zerlumpte Salatblättlein undefinierbaren Alters am Heck (könnten dem übriggelassenen Salat eines M-Restaurant-Kunden entnommen sein), ein eher ranzig wirkender gelblicher Remouladenfleck am Bug – mehr ist da nicht drin an Würze. Materialwert so nicht messbar, tendiert gegen Null. Der Materialwert des Pouletschnitzels? Schwer zu sagen. Gehe ich davon aus, dass solche Pouletschnitzel aus geschleuderten Hühnerkarkassen hergestellt werden, tippe ich auf 70 Rappen – das sind vor allem die Kosten für deren Handhabung.

Ranzig glänzts im Inneren

Ranzig glänzt's im Inneren

Wie Bo Diddley schon sagte: Don’t judge a book by lookin’ at it’s cover. Ein Sandwich ist keine Miss Schweiz, ein Sandwich hat seine Vorzüge unter der Oberfläche. So auch dieses. Geschmacklich ist nichts auszusetzen, das Brötli ist aber eindeutig der einzige Grund, sich dieses trockene Ensemble zuzuführen. Perfiderweise aber gibts dieses Brötli nur in dieser fragwürdigen (und sauteuren) Zusammenstellung.

Historisches: Testkäufe über längere Zeit haben ergeben, dass die anfänglich ziemlich umfangreiche und üppige Remoulade, das anfänglich ziemlich grosse und recht knackige Salatblatt einem der Kontroller aufgefallen sein muss. Da lässt sich doch sparen – er hat es bewiesen. Nennt man das nicht einen Pyrrhussieg?

Der grössere Zusammenhang: Die Kontroller haben die M-Restaurants entdeckt. Wenigstens hier in Biel. Da ist ganz klar viel zu rationalisieren; viel zu gemütlich ist es den Leutchen dort noch, bei ihrem Kafichränzli, stundenlang. So findet sich der Zauberlehrlinge Handschrift überall, überall entdecken sie noch etwas, was man neu gesondert verrechnen, wo man etwas weglassen kann.

Kindereien, aber folgenschwer.

Denn es sieht doch jedes Kind den Bruch in der Realität der Gourmessa: Schein und Sein (letzter siehe eben oben!). Und wie das Sprichwort so schön sagt: Wer einmal lügt, dem glaubt man nicht, und wenn er auch die Wahrheit spricht. Oder wollen Sie vertrauensvoll ein Catering für Ihre Gäste bei einer Brutstätte schlaffer Kommt-eh-nicht-drauf-an-Dekos bestellen? Kein Gastgeber würde das wagen, ausser, er selber nehme an der Veranstaltung garantiert nicht teil…

Langzeitwirkung: wer wie ich über längere Zeit diesem Sandwich mit ein paar Tassen Kaffee die fehlende Feuchtigkeit liefert, mit einer Studentenschnitte oder einem Halbmond oder beidem abschliesst, soll sich auf chronisches Magengrimmen gefasst machen, was dann eine längere Zeit der Enthaltsamkeit von fast allem, was fein ist, nach sich zieht! Das ist allerdings nicht der Gourmessa anzulasten.

(Dies ein vorauseilender Auszug aus meiner seit 12 Jahren geplanten Webseite, als man denen noch anders sagte. www.gargantuashomepage.ch. Hauptinhalt: Lastwagenfahrerbeizen in Frankreich. Soll ich das noch nachholen jetzt?)

Abgelegt unter: Praxistest — Tags:, — Bruder Bernhard @ 13:55

20. Juni 2009

Wie arm ist arm?

Zwischendurch kommt’s mir einfach hoch. Mag gar keine Worte setzen, weil es so sinnlos scheint. Etwa, wenn ich wieder mal über die unvorstellbare Menschenmenge lese, die Tag für Tag um das ganz primitive Überleben kämpft. Und wenn ich dann an die harten, stumpfen, nach innen gewandten Gesichter denke, in den Schweizer Städten und Dörfern, auf den Strassen und in den Zügen.

Wie würden wir als Einzelne wohl reagieren in der selben Situation?

Wie wir in unserer Situation reagieren: Wir stumpfen ab und werden hart.  Und konzentrieren uns auf unseren Bauchnabel. Würghhh…

Ich denke mal drüber nach.

Abgelegt unter: Kotzen — Tags: — Bruder Bernhard @ 12:14

18. Juni 2009

Und jetzt etwas Aufbauendes

Meine Agenda ist total kaputt. Deshalb ist sie seit Wochen nur noch eines: Total überfüllt. Jeder Tag ein gelber Balken, vom Morgen bis zum Abend. Da langt’s grad noch knapp für den Siedfleischsalat und zwei Stangen in der Quartierbeiz, ein paar Seiten “Les memoires d’ Alexandre Dumas”, und weg. Tag für Tag für Tag. Bis ich dann endlich ans NIFFF kann.

Deshalb lasse ich mal die anderen für mich schreiben. Den Klartext etwa, bald die letzte Zuflucht der Gilde. Und verweise auch gerne auf den Vortrag von Heribert Prantl, der gestern auszugsweise im Tagesanzeiger abgedruckt worden ist. Schätze (Old Shatterhand), so lökt äh löckt die Redaktion ein wenig gegen den Stachel. Erinnerungen an die Geschichte der gelenkten DDR-Medien werden wach – in solchen nur Eingeweihten zugänglichen Aktionen äusserte sich damals die Opposition.

Und danke hiermit auch den Linkmeldern Zappadong und Ronnie Grob.

Ah, noch etwas Eigenes habe ich doch beizutragen: Da hat mir kürzlich ein Romand diese Zeitung hier empfohlen, Le Courrier. Zum Lesen hatte ich tatsächlich noch keine Zeit, werde mich aber sofort abonnieren. Auch das ein Akt des Widerstands in aschgrauen Zeiten.

PS: suche immer noch Mitfahrgelegenheit vom NIFFF zurück nach Biel jeweils nach Mitternacht…

Abgelegt unter: Hinweis — Bruder Bernhard @ 09:23

13. Juni 2009

Und die Journalisten schweigen

1999: Lothar. Er hinterlässt Schäden, die noch heute nicht allesamt behoben sind. 2009: Martin. Dieser Sturm ist noch nicht vorüber, er hat erst begonnen. Und er wird gigantische Schäden im Schweizer Blätterwald hinterlassen. Soviel ist sicher.

[Bitte die prall billige Parallele zu entschuldigen. Auch ich bin doch nur ein Mensch, auch ich profiliere mich gern mit wohlgesetzten Worten. Und auch bei mir kann es mal entgleisen.]

So, zurück bzw. vorwärts zum eigentlichen Thema. Die Entlassungen, der Kahlschlag im schweizer Journalismus – offenbar eine pure Chimäre, oder? Denn wer nur Zeitung liest, muss zu dieser Einschätzung kommen. Hätte ich doch nur die Zeit, quantitative Studien durchzuführen, auf gut deutsch: Einfach mal die Anzahl Artikel und Zeilen zu einem Thema auszuzählen. Und diese vielleicht noch einzuordnen: Wie berichtet die unabhängige Presse (WoZ), wie ihr gewinnmaximierender Gegenpart (Tamedia etc.). Aber vielleicht kommt man bei diesem Thema auch ohne Studie zu einem klaren Resultat, glaubts nicht auch?

Hätten wir nicht die Blogs, würden diese Entlassungen fast kallheimlich (sorry….) stattfinden. Und jetzt gehen wir mal nur ein halbes Jahr zurück. Ja, eigentlich reicht ein paar Wochen. Verlinken mag ich nichts, wer nicht dabei war, muss mir einfach glauben. Oder hier zurück blättern, und in der Blogroll lesen.

Die Klage über den anonymen Mob im Internet war gross – zwar immer aus den selben Kehlen, immer aus durchsichtigen Motiven, nämlich die Kritiker mundtot zu machen, aber ihr war schwer beizukommen. Es gab nämlich kaum empirische Daten, um Position oder Gegenposition ein für alle mal zu untermauern.

Jetzt aber, Gongschlag: Jetzt haben wir die Daten endlich. Ich hätte mir allerdings nicht gewünscht, dass sie anfallen. Selten war ein Sieg in einer Debatte trauriger. Denn er geht einher mit dem Verschwinden der schweizer Presse. Sei es.

Welches sind nun diese Daten? Schauen wir uns mal um, wie die Journalisten über die Katastrophe schreiben, die nun über sie hereinbricht. I sogs wie’s is: Praktisch gar nicht!!! Wer überhaupt darüber kritisch berichtet, tut es unter der Kappe des Pseudonyms. Nun ist es ja nicht so, dass pseudonym gleich anonym ist. Ein Pseudonym ist trotzdem eine Identität. Aber diese Debatte will ich jetzt nicht wieder aufwärmen, eigentlich. Ist mir rausgerutscht. Ich stelle einfach fest: Die grossen Verfechter des ‘Im Internet darf jeder sagen, was er denkt, schliesslich haben wir Meinungsfreiheit’ – wo sind sie jetzt? Sie schweigen still in ihr Bier, mucksmäuschenstill hoffen sie wahrscheinlich, dass dieser Kelch an ihnen vorüber geht, der anderen bereits die Erinnerung an eine jahrzehntelange Arbeit im Journalismus vergiftet.

Die einzigen, die jetzt noch die Vorgänge öffentlich machen, sind die Medienblogs wie journalistenschredder, hose/dose, medienspiegel, medienlese, klartext. Und die Abonnenten oder Leser wie zappadong oder bugsierer.

Die Herren Journalisten, die bisher so auf die Meinungsfreiheit gesetzt haben, sie scheinen komischerweise gar keine Meinung zum Thema zu haben. Nicht einmal im doch so flüchtigen Medium Twitter wagen sie sich aus der Deckung. Nichts als Nichtigkeiten dort, weiterhin. Meinungsfreiheit als die Freiheit, keine Meinung zu haben….

Uppercut: Es möge ihnen eine Lehre sein.

Und K.O.

Abgelegt unter: Praxistest — Tags: — Bruder Bernhard @ 10:32

9. Juni 2009

Am liebsten Französisch II

Martin Kall heisst der Killer meines Lobgesangs. Der Mann, der weiss, wie man streicht und kürzt und zusammenlegt und abbaut, der Mann, der nur noch Kosten kennt, keine Kunden, der Mann, der ebenso gut Ski wie Zeitungen verkaufen könnte. Aber da jetzt Sommer ist, verkauft er eben Zeitungen.

Kall und Konsorten sparen momentan die deutschschweizer Presselandschaft kaputt. Lest alles darüber bei ugugu vom journalistenschredder, Chronist des Grauens, Mahner in der Wüste, Finger in der Wunde.

Ursprünglich war dieser Beitrag gedacht als Loblied auf die französischsprachige Presse aus der Romandie. Vor allem auf die Zeitung, die ich abonniert habe. Den Deutschschweizern wollte ich unter die Nase reiben, wie gut die Romands noch bedient werden. Ich wollte die gedruckte Ausgabe, die Kolumnisten, die Webseite loben. Ich wollte erwähnen, dass ich mich wirklich gut bedient fühle, und mich die 420 Franken jährlich überhaupt nicht schmerzen. Dass ich sogar mehr bezahlen würde. Ich hätte sogar angegeben, wie viel.

Aber unterdessen habe ich in die Hölle geschaut, in die Hölle der Kontroller und Erbsenzähler und politischen Illetristen, in die Hölle der Kalls und Konsorten. Und dabei erst ist mir aufgegangen: Verflucht, die haben ja kürzlich auch meine Zeitung gekauft!!! Und mein eigentlich schon geschriebenes detailliertes Lob würde grad die Streichliste der Zeitungskiller und Aktionärsvasallen von tamedia ergeben. Denn es sind genau die Sonderleistungen, die die Zeitung von der Konkurrenz abheben. Im Kall’schen Paralleluniversum: überflüssige Kosten.

Schade. Schade um die jetzt noch wirklich empfehlenswerte, scheints sogar profitable Zeitung. Schade um mich, dem sie täglich ein Lichtblick im kallgeschorenen Einerlei bietet. Schade um euch, ich hätt’ euch wirklich eine GUTE ZEITUNG gegönnt. Aber bis ihr euch an das Franz gewöhnt habt, ist sie vielleicht weg. Schade zu guter Letzt um die Zeitung und deren Journalisten und Kolumnisten und das ganze Backoffice. Denn wie man es auch dreht und wendet: Kall killt bald auch in der Westschweiz! Und es wird furchtbar sein.

Wetten dass?

Was sagen eigentlich die Politiker zum Verschwinden des Journalismus? Wieso nehmen die Leser das einfach so hin? Aber wahrscheinlich kriegt eben jedes Land die Presse, die es verdient. Wer am liebsten deppert in der Landschaft rumfährt, will auch nicht lesen.

Abgelegt unter: Kotzen — Tags:, — Bruder Bernhard @ 13:53
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