Sehnenscheidenentzündung!!! Wegen Kiosk!!!
Schon mal Kindern zugesehen, wenn sie am Computer sind blablabla … ich spare mir den Rest, 1000 mal beschrieben, Google kennt’s.
Auf jeden Fall hatte ich den festen Willen, auch in diesen transzerebralen Zustand zu gelangen, wo die Maschine zur Verlängerung des Körpers wird – früher war das nur durch Kundalini-Yoga erreichbar, aber das ist ja nicht ganz jugendfrei, wie ich in Burma erfahren durfte. Dort musste ich mal ein paar Hippies aus den Fängen von Wegelagerern befreien, und zum Dank wurde ich in diese ganz spezielle Technik eingeführt. Hat mir gut getan und zu meiner späteren Rüstigkeit nicht wenig beigetragen.
Nun wollte ich also nicht nur körperlich, sondern auch maschinell auf die heute geltende Höhe kommen, und meine Neffen empfehlen mir schon lange: “Los, Brueder Bärnhard, muesch eifach afo Kompiuterheftli läse; eifach läse, muesch nid noche cho – mid der Zit bisch totau der Kräck, muesch luege”. Tut mir leid, die Kinder sind halt nicht so weit gereist wie ich, immer nur vor dem Bildschirm, gamen, SMSlen, simsen, guugeln – aber kein Wort französisch, z.B. Und schreiben tun ja die Rangen heute auch am Liebsten in Mundart; kein schöner Anblick, fürwahr.
So machte ich also bei meinem nächsten Spaziergang ins Dorf hinunter einen kleinen Abstecher zum Kiosk, wo es massenhaft Computerheftli gäbe. Normalerweise lese ich selber ja nur das “Tierwelt”, sozusagen das Zentralorgan von uns “Menschen draussen” (Angela Merkel, immer wieder…). Und jedes mal nehme ich all meinen Mut zusammen und schreibe an eines der netten Modi, die in den Inseraten einen aufrechten Landwirt suchen. Aber dann zerreiss ich den Brief wieder – bin ja nur Knecht. Und Ex-Seemann macht auch keinen wahnsinnigen Eindruck, heutzutage, wo die Schweizer Hochsee-Marine praktisch nicht mehr existiert! Fahren ja fangs alle mit der SBB – darum müssen jetzt auch die Preise rauf, und zwar massiv, wie wir aus der Zeitung erfahren durften. Auch wieder so eine Sache, die wir dem Computer zu verdanken haben, und das ist erst der Anfang.
Ihr werdet es schon noch sehen: Diese Preisgestaltung bedeutet die Einführung des Basars in die Wirtschaft, allerdings ohne die Möglichkeit zu märten. Basar von oben, sozusagen. Schon heute schreibt ja der Coop seine Preise nicht mehr richtig an, man muss sie am Regal suchen – und wird nicht immer fündig. Eine Riesenniederlage für Sommaruga & Co., dass die damit durchgekommen sind! Folgerichtig hat die Migros auch schon entsprechende Pläne geäussert. Der nächste Schritt wird sein, dass die Preise auf LED an den Regalen abgelesen werden müssen. Die flächendeckende Einführung der RFID (Funk-Chips an den Waren) steht auch unmittelbar vor der Tür. Dies wird heissen, dass die Preise der Waren sich in einer gewissen Bandbreite bewegen werden: Ist von einem Artikel zu viel am Lager, kann der Preis innerhalb Stunden schrittweise gesenkt werden. Regnet es, werden die Regenschirme automatisch teurer sein. Dafür wird das grauslige versalzene billig verwürzte marinierte Grillzeugs billiger. Steigt die Nachfrage überproportional, werden z.B. innerhalb kurzer Zeit ganz viele Papierhüte verkauft, weil plötzlich alle Kinder im Quartier einen solchen haben wollen, kann er um 17:00 Uhr plötzlich einen Franken mehr kosten. Gute Zeiten für Jagdhormonjunkies!
Doch nun zurück zum Kiosk
Als ich also das Computerheftli kaufen wollte, fand ich diese zuerst nicht. Frage ich die Kioskinhaberin. Schaut sie mich schräg an – und zeigt dann in eine Ecke, die mir gar schmuddlig vorkommt. Also, schon sauber geputzt, aber so sieht es dort aus:
Aber das Bild kennt ihr ja schon; es kommt auch im letzten Beitrag vor. Und es ist der Grund meiner plötzlichen Krankheit.
Also, ich habe ja in meinem Leben schon viel gesehen – aber wahrscheinlich schon lange nicht mehr… Auf jeden Fall blieb ich wie angenagelt stehen, sah mir das Heft genau an, ohne es allerdings etwa in die Hand zu nehmen. Nein, davon habe ich die Sehnenscheidenentzündung nun wirklich nicht. Sah mir das Heft also genau an. Um nicht aufzufallen, habe ich es aus der sicheren Distanz quasi auswendig gelernt.
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Als ich nach Hause wollte, wurde ich übrigens vom Kioskdetektiv angehalten und verdächtigt – keine Ahnung, was das sollte. Er zeigte mir die Bilder von der Überwachungskamera (siehe oben) und wollte viel wissen – habe dann am Schluss noch ein paar alte Tierwelt geschenkt gekriegt!!!
Und wachte dann am anderen Morgen irgendwie mit dieser vermaledeiten Sehnenscheidenentzündung (rechts) auf.
Euer B.B. (nach Diktat verreist)



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Selbstverständlich sagt man ihr als erstes: 




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