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La Triperie - Bruder Bernhard
steht ein für die Inneren Werte!!!

24. Januar 2010

Bruder Bernhard verabschiedet sich

Keine langen Sprüche hier jetzt. Mir fehlt leider die Zeit, mich um La Triperie zu kümmern, das liegt auch daran, dass mein Mitteilungsbedürfnis nach dem Minarett-Schock wie weg ist. Deshalb findet man in Zukunft Alter Ego Hotcha auf dem Calypso-Now-Blog und im Diskographie-Projekt Discogs.com.

Ich danke all jenen ganz herzlich, die sich mit mir vernetzt haben und so dazu beigetragen haben, dass La Triperie zuletzt eine durchschnittliche Auflage von 200 Stück hatte – und wenn man weiss, wieviele Leute normalerweise vor einem Bildschirm sitzen, sind das mehrere Tausend Leser äh Lesende. Oder?

Die Kommentarfunktion hier schalte ich nun aus, ich mag keine Nachrufe…

Winke winke

Abgelegt unter: Selbstreferenzialitäten — Bruder Bernhard @ 19:42

11. Dezember 2009

Dem Volk endlich zuhören!

Diese lockere Serie, die auch an der Triperie nicht spurlos vorbeigegangen ist, wollen wir heute um eine zu Recht stark funkelnde Fazette erweitern: Sexuelle Frustration führt in den Abgrund. Die Politiker sollen uns endlich mal zuhören, verdammt nochmal!!!

Der verlinkte Text von BB, geschrieben von seiner Parallelexistenz Rudy Vargyas über seine Parallelexistenz Nägeli, brachte das Malaise bereits 1985 auf den Punkt – passiert ist seither gar nichts! Ein weiterer Fehler der Linken und der Intellektuellen, die einfach nicht zuhören können!!! Bei der nächsten Abstimmung über ein Jugenzentrum werde ich aus Protest nein stimmen, hier ist nun die Politik gefordert, Zeichen müssen gesetzt werden.

Hier lesen: Alte nehmen die PDF-Version, die kann man vergrössern, sonst HTML, wer kein Acrobat besitzt. Text aus dem weltberühmten Bieler Fanzine Angeldust.

Abgelegt unter: Selbstreferenzialitäten, Unterhaltungskunst — Bruder Bernhard @ 11:11

29. November 2009

Nackt in die Charts

Na bitte, hab ich’s mir doch gleich gedacht, so muss man das machen:



oben: slug-charts

unten: der beitrag

aber D-6135 ist wirklich wunderschön, verständlich, findet sie Erfolg bei den Männern.

Der ultimative Blog kristallisiert sich langsam heraus: Nackte Hausfrauen beim Kochen in der voll computerisierten Küche. Danke für all die nützlichen Tipps bisher (Technik-Blog, Koch-Blog) – das mit dem ‘nackt’ habe ich nachher ganz allein rausgefunden, übrigens.

Abgelegt unter: Selbstreferenzialitäten — Tags: — Bruder Bernhard @ 12:00

26. November 2009

Chartgeile schweizer Blogs

Es ist ein bisschen wie mit den Missen. Die haben sich auch nie selber angemeldet, immer war es eine Freundin, eine Arbeitskollegin, die Mutter. Sind ja sooo bescheiden, können ja nichts für das gesellschaftlich angesagte Skelett unter der glatten Haut. Ähnlich ist es mit den bescheidenen schweizer Bloggern. Natürlich kümmert sich keiner um Chartsplatzierungen. Trotzdem ist jeder dabei.

Der eine macht sich “nun wirklich nichts aus Preisen. Nein, überhaupt nicht” (http://www.arlesheimreloaded.ch/article/antharzit-arlesheimreloaded-erneut-nominiert). Trotzdem stellt er euch anheim, so ihr Lust habt, für ihn zu voten. Jedoch, um sicher zu sein, dass die Botschaft rüberkommt: “Aber nochmals, ich mach mir ja wirklich nichts aus Preisen.” Jajaja, schon gut, wir glauben’s ja. Aber nochmals, wir glauben’s ja.

Die Manie ist übergreifend. Belehrte doch kürzlich ein Blogger den andern, der sich etwas gar uncool zu unverhohlener Freude über eine zu erwartende Resonanz in der Blogsphäre hinreissen liess: Nein, darauf kommt es nicht an, wichtig ist die Botschaft, nicht die Zahl der Leser. Stimmt das? Sage ich euch nachher. Allerdings ist mir aufgefallen, dass der Belehrer seiner Botschaft selber nicht ganz traut, hat er sich doch selber bei irgendwelchen Blog Charts eingetragen, um fürderhin seine Platzierungen offiziell zu machen. Oder was der Grund auch sein mag.

Andere konnte ich schon lesen, die Krokodilstränen darüber vergossen, dass sie bei rivva.de als Leitmedium gelistet würden – natürlich keine Ahnung, wie es dazu gekommen sei, sei auch überhaupt nicht von Belang. Darum war es wohl der Erwähnung für Wert befunden worden….

Es ist unverkennbar: Die Freude am Messen der Resonanz grassiert, kaum ein Blog, der seine Besucher nicht statistisch erfasst. Aber mit seinen Chartsplatzierungen hausieren? Käme kaum einem in den Sinn, und wenn, dann aber bestimmt gleichzeitig relativierend, wie egal das doch eigentlich sei. Die Parallele zu den Missen ist unübersehbar.

Wie halte ich es, übrigens? Zwischendurch schaue ich die Statistiken des Webservers an, dort sehe ich grob die Grössenordnung der Zugriffe, was aber wenig aussagekräftig ist. Deshalb aktiviere ich etwa zweimal pro Jahr rund einen Monat lang das Wordpress-Plugin Statpress, dort sehe ich die Anzahl Leser und die Anzahl gelesener Seiten. Das langt dann wieder – ich gebe zu, ich schaue zu oft in die Statistiken, wenn die laufen, wohl mein ganz individuelles Problem. Ich beginne dann über das Auf und Ab zu sinnieren. Die Statistiken habe ich jetzt wieder abgestellt. Sie pendelten zwischen 150 und 300 Nasen pro Tag. Keine Ahnung, wie ich reagieren würde, wenn dieser Blog plötzlich nicht mehr gelesen würde. Da ich hier nicht für die Nachwelt schreibe, würde mir das wahrscheinlich zu denken geben. Ich würde wohl aufhören.


Übrigens führe ich einen zweiten Blog, dort ist die Zahl der täglichen Leser weniger wichtig, es ist das Archiv meiner Musikproduktionen (der 80er…. :-( )auf http://www.calypsonow.ch/catalogue. Aber, wie man merkt, sogar so was braucht Werbung :-) Denn da hat’s nur etwa 20 Leser. Aber da machen dann auch die Googleaner Freude, auf die man sonst als Blogger verzichten kann. Wenn etwa jemand mit dem Suchbegriff “Years On Earth Northampton” eine Punktlandung macht, eine knappe Woche nach dem Posting zum Thema, ist das Aufmunterung, nachzulegen. Auf diesem Blog werte ich übrigens die Statistiken aus. Eben grad, um solche Google-Treffer mitzubekommen und darauf auch reagieren zu können. Was das allerdings bei einem Polit-Kultur-Meinungs-Privatblog bringen soll, ist mir schleierhaft.

Abgelegt unter: Essen, Selbstreferenzialitäten — Tags: — Bruder Bernhard @ 00:00

3. November 2009

http://www.zeit.de/online/2008/21/new-york-kolumne?page=all

Diesen Link im Titel kennt unterdessen die ganze “Horde wutschnaubender Möchtegernpiraten… , die ihre Nächte im Schlafanzug vor dem Computer verbringen”. So souverän apostrophiert die TAZ-Journalistin Eva C. Schweitzer ganz pauschal die kritischen bis gehässigen Kommentatoren ihrer 2000-Euro-Abmahnung eines Kleinstblogs. Man darf sich ja fragen, was eine erfahrene Schreiberin dazu bringt, mit solchen Unterstellungen, Projektionen und Schlämperligen ihren Argumenten alle Kraft zu nehmen und sich prompt ins Abseits einer Diskussion zu stellen, die sie durch ihr unbedachtes Verhalten herausgefordert hat – wahrscheinlich ohne das vorauszusehen.

Welchen Teufel reitet Frau Schweitzer, dass sie vergangene Woche zuerst den am äussersten Rand der Öffentlichkeit stehenden Blog nom nom nom wegen eines anderthalb Jahre alten Postings mit einer Abmahnung im Gesamtbetrag von über 2000 Euro belegen lässt, dann die laute und breite Kritik an dieser Aktion mit herablassenden und süffisanten Bemerkungen garniert kontert und dabei behauptet, “wir wollen ja kein Öl ins Feuer kippen, sondern Sand” – das riecht verräterisch nach Schwefel. Und sachfremde Sprüche wie “Obwohl ich bloß eine Frau bin, habe ich nicht automatisch Respekt vor Männern, bloß weil sie Java Script von Latte Americano unterscheiden können” zeugen nicht gerade von Distanz, Abgeklärtheit und erwachsenem Verhalten, welche sie für sich mit einem doppelten “ruhig, ruhig, wir einigen uns schon” besetzt und dann doch im Handkehrum als reine Behauptung erscheinen lässt. Frau Schweitzer zeigt sich hier als recht streitlustig, leider aber auch als hochmütig und herablassend gegenüber den tumben Deutschen, die halt keine Wohnungen in Manhattan und Berlin Mitte haben, die zudem nicht feiern können. Im Originalton sieht das etwa so aus: Die 2155 Euro für das möglicherweise ungerechtfertigte Zitat muss sie einfordern,

weil davon die Schleppnetzfahnung und der Anwalt bezahlt werden. Und meine Wohnung in New York, denn wenn ich die nicht hätte, könnte ich dort keine Artikel schreiben, aus denen Blogger anschließend abpinnen können. Weitere Antworten über mein Privatleben entnehmt ihr bitte meinem neuen Buch.

Für eine, die sich in ihrer Biographie gerne in die Nähe der Berliner Hausbesetzerszene rückt irgendwie befremdend, finde ich. Allerdings finde ich den Hinweis auf ihr Buch wieder unfreiwillig lustig. Ihr vorheriges Buch war ein New-York-Buch, über das ein Leser auf amazon.de schreibt:

Leider absolute Langeweile. Zwar kenne ich jetzt die guten und weniger guten Bekannten der Autorin aber von New York habe ich nicht viel neues mitbekommen.

Also ist der Hinweis auf ihr nächstes Buch gar nicht so deplatziert, wie er zunächst scheinen mag, da sie offenbar gerne über sich schreibt, auch dort, wo man es nicht unbedingt erwartet.

Da Frau Schweitzer für die TAZ schreibt und ‘bloggt’, wirft sich auch ihr Chef ins Getümel und bringt den erhellenden Begriff der “Blogmobmeute” in die Debatte ein, den er dann tags darauf so richtig onkelhaft zum “Möbchen” verniedlicht; sinnigerweise sieht er ganz pauschal und undifferenziert die “deutsche Blogsphäre” am Werk. Für wie blöd halten die ihre Leser eigentlich? Meinen sie wirklich, wir sehen nicht den Schaum vor dem Mund, den sie mit gespielter Lässigkeit überdecken wollen?

Was soll man von solchen Journalisten halten? Wenden wir uns zuerst mal der Blogmobmeute in ihren Pijamas zu.

Ich habe mich schon mehrfach geärgert über all diese Blogs, die mit ganz wenig Eigenleistung Minipostings raushauen, die entweder aus einem Foto, einem Youtube-Link oder einfach einem Zitat eines Zeitungsartikels bestehen. nom nom nom ist offenbar so einer. Und er hat wirklich ausgiebig Frau Schweitzers Artikel für die Zeit zitiert – eigentlich den Kern des Artikels. Und er hat zwar auf den Originalartikel verlinkt, aber den Namen der Journalistin hat er in seiner Kürzesteinführung von zwei Sätzen nicht erwähnt. Ich finde das ärgerlich, und zwar einfach als Blogleser. Ich mag nicht dieselbe Story zweimal lesen müssen, einmal als längerer Auszug, dann noch im Original.

Noch ein Wort zu Postings und Kommentaren in verschiedenen Blogs. Wer zwischendurch mal ins Newsnetz blickt, wird nicht überrascht sein, dass das Ganze schon sehr stammtischmässig daher kommt. Immer die selben Argumente, irgendwann beginnt das Übertrumpfen und dann wird es nur noch dumm und niedrig, gerne auch sexistisch. Nicht nur – im Unterschied zu den kommerziellen Klickfängern wie Newsnetz werden die Kommentare durch den Gastgeber moderiert (es sind glaubs nur Männer…) und beantwortet, so dass es streckenweise wieder recht interessant ist. Den Vorwurf allerdings mache ich den Blogs, die die Sache am Kochen halten: Sie sind genau so klickgeil wie die Kommerzlis von der Presse. Wie sonst ist es zu erklären, dass sich hunderte von Kommentaren unter den Beiträgen finden, die gebetsmühlenhaft immer wieder dasselbe wiederholen, einfach mit anderen Worten und in unterschiedlicher Schärfe? Da dürfte sich etwa Niggemeyer etwas einfallen lassen. Er steht aktuell bei 256 Kommentaren, das ist nur noch Bluff, keine Substanz mehr!

Überschlagsmässig kommt man locker auf 1000 Kommentare auf den paar Blogs, die ich mir für diesen Beitrag angeschaut habe, den grössten Teil habe ich gar gelesen. Ich schäme mich fast ein wenig…

Wie gesagt, nom nom nom zitiert den Kern des Schweitzerschen Artikels, nicht das drum herum. Allerdings findet sich in der Art, wie Schweitzer zitiert wurde, eine unfreiwillige Pointe. Jetzt hat nämlich ein schlauer Blogmobmeutier herausgefunden, dass genau dieser Kern von Schweitzer stinkefrech aus amerikanischen Zeitungen abgeschrieben und umformuliert und im Artikel mit einer hanebüchenen, absolut krampfhaft zusammengeflickten Rahmenhandlung versehen worden ist. Das ist der Tausendundeinenacht-Stil, gut für Märchen, aber wollen wir wirklich von einer teuren Auslandkorrespondentin sowas lesen? Frau Schweitzer scheint es darauf angelegt zu haben, genau die Mythen um Auslandkorrespondenten zu bestätigen: Zeitungen, TV und Internet konsumieren, übersetzen und zusammen fassen. Blamabel – vor allem, wenn man dann genau mit dieser mangelnden Eigenleistung sich noch aufs hohe Ross schwingt.

Eine Abmahnung, wer das noch nicht weiss, ist eine Spezialität des deutschen Zivilrechts – ich kenne kein anderes Land, das solch eine Bevorzugung des Stärkeren durch eine derart brutale Waffe kennt. Abmahnen kann ich, wenn z.B. jemand meinen Firmennamen verwendet; es wird einseitig ein Streitwert und die daraus entstehenden Kosten festgesetzt, der Abgemahnte hat dann die Wahl zu zahlen oder vor Gericht zu gehen. Ist der Abgemahnte klein und der Streitwert hoch genug, wird er das Prozessrisiko in der Regel nicht eingehen, sondern zahlen und schweigen. Bloss: Seit der Jack-Wolfskin-Affäre ist allgemein bekannt, dass das mit dem Schweigen nicht mehr funktioniert – die Abgemahnten finden heute eine Öffentlichkeit, die zuverlässig empört reagiert. Und sofort für David gegen Goliath Partei ergreift. Meistens.

Was also soll man von Journalisten halten, die zuerst mal abschreiben, dann aggressiv ihr Urheberrecht sich mit astronomischen Summen vergüten lassen und damit kleine Leute einfach wegbeissen wollen? Die nicht einmal wissen, dass aus der früher so lukrativen Abmahnerei eine Falle für den Abmahner geworden ist? Die dann gegen jeden gesunden Menschenverstand sich als Bloghasser outen, auch wenn dies nur eine momentane Emotion sein mag?

Wie gesagt, Internet lesen kann ich selber, da brauche ich keine Frau Schweitzer, die mir das übersetzt und neu verpackt. Und ich brauche auch keine Pseudo-Blogs von Journalisten, die ganz offensichtlich Trittbrettfahrerei betreiben. Deshalb übrigens habe ich weiter oben ‘bloggen’ in Anführungsstriche gesetzt. Man schaue sich mal einen solchen ‘Blog’ an. Es sieht aus wie ein Blog, es schreibt wie ein Blog, aber es fehlt das für mich Wichtigste: Es sind Sackblogs – man kommt zwar rein, aber kaum mehr raus. Keine Blogroll, kaum Links. Rückzugsgefechte halt einer Branche, die langsam im eigenen Hinterteil verschwindet. Schade drum, ehrlich.


nochmals die wichtigsten Links für Ausdauernde:

Abgelegt unter: Selbstreferenzialitäten — Tags:, , , , — Bruder Bernhard @ 13:46

22. Oktober 2009

Peinliche Spasstwitterblogger

Wie ein Lauffeuer sei es ‘durch das Internet’ gegangen, staunt devot das Landradio Beo. Das Feuer ist an mir offensichtlich vorbei gegangen, denn ich habe es erst heute per Zufall über Leumunds Propaganda erfahren: Die ‘bekanntesten Blogger’ der Schweiz veranstalten eine saulustige Veranstaltung im Mystery Park Interlaken.

Wir hier nennen sie ja die ‘Reihenhausblogger’, diese bekanntesten Blogger der Schweiz, die mit Vorliebe über Reihenhausbesitzerthemen wie IPhones oder Rediffusion berichten. Da passt die saulustige Veranstaltung natürlich genau rein, das 1. Schweizer Segway Laubbläser Polo Turnier. Hauptsache motorisiert, man mag ja den Twitterbier-Ranzen nicht auch noch am Samstag bewegen…

Erinnern wir uns kurz der Berichterstattung über die Laubbläser. Da geht es ja darum, dass der Hobbygärtner seinem Reinigungszwang möglichst perfekt frönt, und das heisst: Ist nur der Dreck erst aus den Augen, ist das der ganze Sinn. Sorry, ein krampfhafter Reim, Politlyrik halt… Ja, Laubbläser sind tatsächlich ein Politikum.

Zuerst mal entsinnen wir uns der Rechen, die wir heute immer noch in der Landi einkaufen können, für 29 Franken in allen Farben. Da kommt erst richtig Hunger auf, nach stundenlangem Laubrechen in der herbstlichen Frische, danach schmecken Blut- und Leberwurst mit Hörnli und Apfelmus erst so richtig gut. So könnte es sein. Die Realität ist allerdings eine andere. Da kommt der Reihenhausbesitzer mit seinem kalten Laubbläser, wirft ihn an, um dann innert 30 Minuten mit dem Lärm einer Kindertagesstätte (oder eines Düsenflugzeuges aus 200 m Entfernung) Laub, Hunde- und Katzenscheisse, eingetrocknete Pisse betrunkener Passanten, Kleintierchen, Bazillen und Bakterien in der ganzen Nachbarschaft zu zerstreuen. Das Laub, weil schwer, weicht anständig zur Seite, aus den Augen, die leichteren Teile allerdings halten sich dann noch eine Zeitlang in der Luft, zur Abhärtung der Nachbarskinder, wahrscheinlich.

Die Benzol-Abgase will ich hier nicht weiter erwähnen, die sich mit denen von hundert Autos messen können. Ist ja nur Krebs, was es da geben kann – und überhaupt, wer will das schon so genau wissen?

Viel Spass bei dieser total wertfreien Tubeltrophy für die ganze Familie, die einmal mehr die beeindruckende Leistungsfähigkeit und das Mobilisierungspotential des Web 2 Null unter Beweis stellt.

Abgelegt unter: Selbstreferenzialitäten — Tags:, , — Bruder Bernhard @ 09:57

20. Oktober 2009

Diese Weiber mit ihren Hupen bis zum Boden

Manchmal weiss ich nicht, soll ich lachen, soll ich brüllen, soll ich erröten, soll ich weglesen, soll ich sie ins Pfefferland wünschen – aber wildlaufende Powerblogger wie das alte Schlachtross Annubis sind bei aller Peinlichkeit doch ein Gewinn in einer Bloggerszene, die sich leider nur zu oft in einer penetranten Nabelschau, in der sinnlosen Konkurrenz zu den Newsportalen, in den ärgerlichen 3-Sätzli-Beiträgen mit einem Link zu einem anderen Verlinker zu einem Zeitungsartikel ergeht.

Am Liebsten sind mir Blogs mit einem hohen Anteil an eigener und begründeter Meinung, möglichst noch verständlich, vielleicht gar abwechslungsreich und spannend vorgetragen. So wie Annubis? Nein, so weit wollen wir doch nicht gehen. Aber wenn er sich über ein BH-Verbot im Islam auslässt und dann findet, Muslime hätten halt eben gerne Weiber mit Hupen bis zum Boden, weil sie so am ehesten den Kamelen glichen – und wenn man dann sein nicht sehr schmeichelhaftes Selbstporträt auf seinem Blog kurz anschaut – und sich seiner glüstelnden Beiträge über ein Treffen mit Frau Chic-und-Schlau entsinnt – hach, wahrscheinlich gibt’s den Kerl gar nicht, da macht einer auf Horst Schlämmer. Einfach ohne Pointe, halt.

Und jetzt hat er sich auf einen Privatkrieg mit der Piratenpartei eingelassen – ohne Rücksicht auf Verluste, der Mann wird die Partei in einen Kleinkrieg hineinziehen, dessen Ausgang ungewiss, mir aber auch ziemlich egal ist. Schliesslich bin ich weder Fan der einen noch der anderen Seite. Also ist es wahrscheinlich doppelt amüsant, von der Bande aus mitzulesen.

Wie Tinu heute berichtet, hat Annubis einen Wettbewerb ausgeschrieben. Irgendwie hat der Kerl es geschafft, einen Sponsor zu finden, den ich hier nennen muss. Und verlost ein Telefon sowie Werbebanner. Ihr könnt euch bereits bei mir melden, denn bei meinem sprichwörtlichen Glück werde ich alle drei Preise gewinnen, aber gebrauchen kann ich eigentlich keinen. Normalerweise wird bei so einem Wettbewerb nämlich eine Reise verschenkt – welch geiziger Sponsor!!!

PS: am allerallerallerliebsten sind mir Blogs mit gut gemachter Recherche, die jede Online-Redaktion schlapp aussehen lässt – was ts heute augenreibt, das schlägt alles!!!

Abgelegt unter: Selbstreferenzialitäten — Tags: — Bruder Bernhard @ 13:37

5. Oktober 2009

Hilfe! Mein Blog explodiert

Zuerst habe ich gedacht, es sei der Polanski-Effekt. Bildete mir ein, die ganze Welt sei plötzlich hier zu Gast, auf meinem Blog. Oder es sei etwas kaputt gegangen. Oder ich würde attackiert.

Von einem Tag auf den andern hatte ich plötzlich in meiner Server-Statistik 11 mal mehr Rechner zu Gast als normalerweise!

plötzlich 11 mal mehr Leser - was war da los?

plötzlich 11 mal mehr Leser - was war da los?

Ich habe es ja schon mehrmals gepredigt – ich selber bin kein Fan der Blogstatistiken. Mir ist es selber unwohl, wenn ich weiss, man blickt mir quasi beim Lesen über die Schulter. Aber lassen wir das jetzt mal beiseite. Dies nur, um meine Verwirrung zu erklären. Ich sehe nämlich nur die Serverstatistik, und diese verzeichnet, wieviele Rechner täglich auf den Blog zugegriffen haben. Oben siehst Du die entsprechende Grafik. Mehr interessiert mich eigentlich nicht.

Und so musst ich, um heraus zu finden, was da los war, einen Logfile des entsprechenden Tages herunterladen, auspacken, in Excel importieren, und dann sah ich es zu meiner grossen Überraschung: Die zusätzlichen Leser kamen praktisch alle von Lupe! Offenbar hatte er kurz vorher einen Link auf La Triperie gesetzt. Das nenne ich Networking, mein Güte.

Bevor ich jetzt auf den Zug rennen muss, ein paar Worte zum Networking in der Blogsphäre.

Wie euch vielleicht schon aufgefallen ist, ist meine Blogroll, welche ich auch gerne den Selbstbeweihräucherungsbalken nenne, gut bestückt. Ich ändere auch immer wieder, füge Links hinzu, entferne ein paar wenige. Und ich bin seit Anfang der Meinung, ein guter Blog hat eine gut bestückte Blogroll, und die ist nicht auf einer separaten Seite untergebracht, sondern sie steht rechts aussen, wo man sie auch erwartet und sucht. Ich toleriere ein paar Ausnahmen, aber grundsätzlich mag ich keine Blogs, die sich nicht mit anderen verlinken.

Warum man sich mehr verlinken sollte, kannst Du heute auch hier in der Aktion “Von Blogger zu Blogger” nachlesen.

linkliebe - logo der aktion Von Blogger zu Blogger

linkliebe - logo der aktion "Von Blogger zu Blogger"

Mir ist aufgefallen, dass das gegenseitige Verlinken die Aufmerksamkeit für Blogs stärkt. Mir selber geht es so, dass ich mich gerne von Blog zu Blog hangle, und wenn ich das nicht kann, weil zum Beispiel Flaute herrscht, weil nicht verlinkt wird, dann stelle ich den PC frustiert in die Ecke. Weiter habe ich gemerkt, dass das Verlinken auf die Postings anderer unter anderem dazu führt, dass das Thema bei rivva.de gelistet wird. Und Breitenwirkung sollte doch eigentlich das Ziel sein.

Wer hat schon Lust, für seine eigene kleine Ecke zu bloggen?

Abgelegt unter: Selbstreferenzialitäten — Tags: — Bruder Bernhard @ 11:46

14. September 2009

Für die, die schon alles haben:

(Zu diesen gehöre ich auch)…

Seit ein paar Tagen verlustiere ich mich an der Diskussion um ein Internet-Manifest. Dabei hätte ich ja Dringendes zu tun, zu dumm… Also, nur kurz heute:

Stefan Niggemeyer lese ich ja gerne, weil unterhaltsam. Viel mehr weiss ich nicht über ihn, ist ja auch nicht nötig. Das zu erwähnen, scheint mir hier aber wichtig. Denn andere scheinen ihn ganz gut zu kennen und mit ihm ein paar Rechnungen offen zu haben. Und er hat seinen Namen unter dieses ominöse Manifest gesetzt, zusammen mit einigen Anderen, deren Namen ich zum kleinsten Teil wenigstens schon mal gelesen oder deren Frisurenprofil ich schon mal gesehen habe. Was sie schreiben, ist hier nicht wichtig. Lies es selber nach.

Nein, wichtig ist die Diskussion, die um dieses Internet-Manifest entbrannt ist. Ich habe mir fast den Kiefer ausgerenkt beim Lesen, tiefer und tiefer ist er gefallen. Vom ausgeschütteten Hass will ich mal nicht reden hier. Sonstige Höhepunkte waren so Sachen wie: Man hätte das Manifest nicht veröffentlichen dürfen, ohne das durch Arbeitsgruppen demokratisch zu verfassen!!! Oder alte Männer, die frustriert herummäkeln, das sei im Fall nicht Internet, was hier zur Debatte stehe, sondern nur Journalismus im Internet, und natürlich kenne niemand von den jungen Schnöseln hier die alten Kämpen wie Donnerhacke. Donnerhacke? Ich will nicht ungerecht sein, aber der ist mir tatsächlich mal begegnet, vor der Jahrtausendwende, wenn’s mir recht ist, in den straff geführten deutschen Newsgroups. Das war damals auch ein Brüller

Kurz: welche Informationen im Netz stehen, ist nämlich relativ unerheblich. Es sind die Kommentare, stupid!

Abgelegt unter: Selbstreferenzialitäten — Tags: — Bruder Bernhard @ 11:29

8. September 2009

Was war wohl da los?

kein Schwein am 5. September

kein Schwein am 5. September

Dazu mal kein Kommentar! Aber dass mir das nicht noch einmal vorkommt!!!

Übrigens, wenn wir uns schon mal gemeinsam über meine Server-Statistiken beugen: Dies hier ist wohl der einzige (?) Blog, der nur eine globale Statistik über die Anzahl Zugriffe, Besuche und Rechner führt – man könnte ja noch so viel mehr machen. In Echtzeit den Zugriffen zusehen, in Falschzeit das Benutzerverhalten aufzeichnen: Wie lange wird auf dem Blog verweilt, welche IP-Nummer, welches Computersystem, welcher Browser – aber all das hatten wir ja schon ein paar mal, es hat mich einen Kollegen gekostet. (ah, nein, hier war’s ja..)

Weshalb ich wieder drauf herumreite? Hach, man kann einfach nie genug diese Statistiktoolmanie der Blogger anprangern, erstens ist ihr Nutzen überhaupt nicht einsichtig und zweitens arbeiten sie damit meistens grad den auch von ihnen so zerhassten Datenkraken in die Hände. Aber Kinder spielen ja auch gern mit Käpslipistolen.

Und es hat einen Grund gegeben, dass ich mir die Aufzeichnungen in der Serverstatistik meines Providers näher anschaue.

Nur Minuten nach der Publikation des letzten Beitrags über die Schächtkritiker ging mein Blog in die Knie und war während gut 20 Minuten auch für mich nicht erreichbar! Tags darauf habe ich dann die Stundenstatistik des 1. September angeschaut, ist so eine Säulengrafik, und da war es deutlich zu sehen: Genau zu dieser Stunde eine Salve von Zugriffen von einem Rechner aus, den Balken hat’s richtig oben rausgehauen!!! Was der Idiot nicht bedacht hat: Seine IP-Adresse bei bluewin wurde natürlich gespeichert – und Provider sind normalerweise gegen solche Missbräuche allergisch. Zum Glück für den Buben bin ich zu faul, um ein Mail an abuse@bluewin.ch abzusetzen. Nähme mich bloss wunder, welches Tool der Knabe immer griffbereit neben seiner Tastatur liegen hat, weil die Reaktion erfolgte wirklich auf dem Fusse: Vielleicht eine halbe Stunde nach der Publikation ging die Attacke los…

Wessen Rächer bist du, sprich?

Abgelegt unter: Selbstreferenzialitäten — Tags: — Bruder Bernhard @ 04:33
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