new kid on the blog seit 11-09-2008

La Triperie - Bruder Bernhard
steht ein für die Inneren Werte!!!

27. Dezember 2009

Freitag.de

Dies ist keine Medienkolumne, kein Mediawatchblog – dies ist ein Zufall!

Da ich drüben mein Archiv von vor 20 Jahren aus zerknautschten Schachteln ziehe, ein Archiv, das zum ersten Mal wieder das Licht des Tages erblickt, nachdem es mehrere Umzüge, feuchte Keller, einen Schopf im Jura und ein paar halb beschlossene Entsorgungsaktionen überlebt hat, welch ein Wunder, bin ich auch bis zum Rande der (in der Kulturberichterstattung vielfach falsch verwendeten) Schnittstellen gelangt, und heute gebe ich einen ersten kurzen Einblick.

Langsam könnte ich sowieso einen Blog aufsetzen mit dem Thema ‘Bieler in fremden Diensten’, soviele Geschichten sind mir unterdessen näher bekannt. Ach, vielleicht streue ich die eine oder andere Anekdote aus meinen Dossiers gelegentlich hier ein. Doch heute nicht mehr davon. Doch, vielleicht nur ein wenig: Dr. Michael Angele.

Dr. Michael Angele, mein früherer Chefredakteur beim weltberühmten Fanzine Angeldust, deren Nummern ich bei Gelegenheit drüben abdrucken werde, hat mich in den letzten Wochen überrascht. Womit? Vielleicht dazu später mehr, die Brille jedenfalls kann es nicht sein, denn als Verfasser eines Artikels über Szenemoden im Angeldust, 1985, weiss Angele genau, welche Codes er mit seiner Pilotenbrille ohne Sonnenschutz ‘ironisiert’… Heute ist er ja beim Freitag.de, übrigens komisch: Viele Bieler in fremden Diensten werden Bester Freund eines Millionärs, erinnert sich jemand Frank A. Meyers?

Später

Ich musste jedenfalls herzlich lachen angesichts des Interviews der Freitag-Redaktion mit Alexander Kluge, Augstein und Angele wie zwei Buben, fehlte noch das Gimme-Five, nachdem Augstein schon bei einer allerersten Frage scort, wahrscheinlich was Gescheites platziert, vielleicht haben die beiden gar eine Wette laufen, ähnlich den Donaldisten?

Und nachdem ich auf ein Interview des früheren Netzeitungs-Chefredakteur (hatten wir hier in Biel nicht einmal mitbekommen….) äh…. auf ein Interview gestossen bin, musste ich, das Kluge-Kolloquium noch frisch in Erinnerung, unbedingt googeln, nach “hat einmal gesagt” – den Trick, diese Wendung, die muss man sich merken, damit kommt man auf jedenfall überall durch, wie es scheint.

Das habe ich mal gesagt.

Da ich den Freitag schon mal im Titel habe, hier noch mein Eindruck dazu: Huch, ist das hochgestochen. Ob die das noch merken? Ob Angele sich deswegen im Impressum als Dr. aufführen liess? Und wenn nicht hochgestochen, dann wabert’s gar gefühlig – so geht also Community? Da haben wir ja in der Schweiz nochmal Schwein gehabt mit unseren User-Löschers, den Community-Killers vom unterdessen gänzlich überflüssigen crash. ch oder wie dieser gescheiterte Community-Versuch der Tamedia schon wieder hiess… Dieser Kelch ist an uns vorbeigegangen. Sonderfall Schweiz, halt, wie immer.

Abgelegt unter: Unterhaltungskunst — Bruder Bernhard @ 10:00

11. Dezember 2009

Dem Volk endlich zuhören!

Diese lockere Serie, die auch an der Triperie nicht spurlos vorbeigegangen ist, wollen wir heute um eine zu Recht stark funkelnde Fazette erweitern: Sexuelle Frustration führt in den Abgrund. Die Politiker sollen uns endlich mal zuhören, verdammt nochmal!!!

Der verlinkte Text von BB, geschrieben von seiner Parallelexistenz Rudy Vargyas über seine Parallelexistenz Nägeli, brachte das Malaise bereits 1985 auf den Punkt – passiert ist seither gar nichts! Ein weiterer Fehler der Linken und der Intellektuellen, die einfach nicht zuhören können!!! Bei der nächsten Abstimmung über ein Jugenzentrum werde ich aus Protest nein stimmen, hier ist nun die Politik gefordert, Zeichen müssen gesetzt werden.

Hier lesen: Alte nehmen die PDF-Version, die kann man vergrössern, sonst HTML, wer kein Acrobat besitzt. Text aus dem weltberühmten Bieler Fanzine Angeldust.

Abgelegt unter: Selbstreferenzialitäten, Unterhaltungskunst — Bruder Bernhard @ 11:11

9. November 2009

Cindy Sander: Paris den Finger

Ist sie nun ein Star oder nicht? Ich bin mir immer noch nicht sicher, selbst nach tagelanger Beschäftigung mit Cindy Sander.

Sagt selber: Wie findet ihr das hier? Ich empfehle zum Einstimmen eine Aufnahme aus dem Partykeller der Sanders, Cindy übt (mit Freundinnen?) die Choreographie zu ihrem Hit “Papillons de lumière”

http://www.youtube.com/watch?v=fNa34npPiwE



Hier gibt’s übrigens den Text für die der Sprache Alexandre Dumas Mächtigen http://www.tictacflo.com/paroles-cindy-sander-papillon-de-lumiere-clip

Wer ist Cindy Sander?

Ich habe wie gesagt Tage gebraucht, diese Frage zu beantworten. Das Material, alles im Netz zu finden, ist überwältigend, manchmal auch widersprüchlich, immer trivial, gerade deshalb faszinierend.

Cindy Sander: damals, 2008, ist sie 30 Jahre alt, verheiratet, ein Kind, sie führt ihr eigenes Nagelstudio im Keller ihres Eigenheimes in L’Hôpital, eine Kleinstadt in der Lorraine, an der Grenze zum deutschen Saarland, rund 5500 Einwohner, über 70 Vereine und Vereinigungen sind auf der Webseite der Stadt aufgeführt, darunter so exotische wie “Jojo’s Friends”, aber auch die AVAL, “Association à Vocations Artistiques de L’Hôpital”, die “Amicale des transplantes”, die “Amicale des sapeurs-pompiers”, was es halt so braucht in einer abgeschiedenen Kleinstadt. Die kulturelle Agenda der nächsten Wochen enthält ein Scrabble-Turnier, eine Ornithologische Ausstellung, den Weihnachtsmarkt der AVAL und einige Chorkonzerte. Immerhin wissen wir jetzt, was ‘vocations artistiques’ bedeutet – ein Hang zum Kunsthandwerk. Ein hartes Pflaster für eine Künstlerin wie Cindy?

Cindy will seit ihrem neunten Altersjahr Sängerin werden. Damals hat ihre Mutter, früher selber ‘chanteuse de bal’, für sie ein kleines Lied geschrieben, um sie über den Tod ihres Vaters hinwegzutrösten. Noch heute kann sich Cindy die Tränen nicht verkneifen, wenn sie davon erzählt, und noch heute führt sie ihren Vater ins Feld, dem sie den Erfolg quasi schuldet. Und ich bin überzeugt, sowohl die Tränen wie die Berufung sind echt. In 20 Jahren wird Cindy ein kleiner Star in ihrer Region, der Lorraine, mit über 100 Konzerten, einigen gescheiterten Castings und Eurovisions-Bewerbungen – und nun will sie ihre grosse Chance packen und an den regionalen Castings für die Sendung “Nouvelle Star” des Kommerzsenders M6 teilnehmen.

Hier rechnet sie sich grosse Chancen aus: Schliesslich ist sie bereits erfolgreiche Sängerin, mit eigenem Fanclub in der Lorraine, einem ergebenen Umfeld, sie ist sogar mal zusammen mit Jurymitglied Lio aufgetreten, einer der grossen Namen der französischen Show- und New-Wave-Szene. Lio wird sicher etwas für sie tun, sagt sie. Und alles lässt sich auch sehr gut an. Nach dem Vorgespräch interessiert sich die Redaktion der Sendung sehr für Cindy, dreht am Vortag einen kleinen Film mit ihr, empfiehlt ihr ein Medley statt ihrem geplanten Shakira-Song, welches sie unter Aufbietung all ihrer Showgestik dann der Jury darbieten soll. Cindy und ihr Mann Sébastien sind sich sicher: Das ist es jetzt, der Durchbruch ist da.

Sébastien, übrigens, ist Cindys allergrösster Fan. Wir konnten ihn kurz im Video weiter oben sehen. Er hat sich in die Sängerin verliebt, sie erobert und geheiratet, danach hat er seinen Coiffeursalon verkauft und ist in die Fabrik gegangen, um seine berufliche Belastung zu reduzieren und Cindy zu ihren Konzerten begleiten zu können. Er hat im Keller ihres gemeinsamen Hauses einen Partyraum mit Mischpult, Discolichtern und stimmungsvoller Deko eingerichtet, ist ihr Impresario und Tontechniker im heimischen Studio. Ich finde den Mann beeindruckend, muss ich sagen.

Das Casting

Das Casting macht Webgeschichte. Cindy tritt vor die Jury, , singt mit grossem Haar und grosser Gestik ihr Medley, eine Mischung aus Pop, Music-Hall und dem Musical “Die Zehn Gebote”; Feixen bei der Jury, danach vernichtende Kommentare wie “Du singst wie Dalida 1973″, “mit allen tölpelhaften Ticks die’s gibt”, “wir suchen hier die Sängerin des Jahres 2008, und du kommst mit einem Stil des letzten Jahrtausends” – Konsternation beim Gatten Sébastien, der sich das alles in den Kulissen anhören muss, Stoik und Abgang bei Cindy. Danach, in den Gängen, Tränen, sie will ihre Karrierepläne aufgeben. Heimreise nach L’Hôpital, zu Partyraum und Kellerstudio, Nagelstudio und Eigenheim im Einfamilienhausquartier.

Der Buzz

Am andern Tag schon geht der Buzz im Web los: Es gründen sich Unterstützungsgruppen für Cindy, die ihre Rehabilitierung verlangen, ihre Rückkehr in die Sendung. Blogs setzen sich für sie ein, Fanvideos werden auf Youtube und Dailymotion eingestellt. Schon da ist allerdings nicht ganz klar, kommt diese Unterstützung von Herzen oder ist da auch Häme dabei, das diebische Vergnügen, etwas zum “So- schlecht-es-ist-schon-wieder-gut” hochzujubeln. Bestimmt aber spielt der Reflex gegen die Parisiointellos mit, diese Stilpolizisten aus der Hauptstadt, die meinen, über den einzig guten Geschmack zu verfügen. Lächerliche Figuren wie Jurymitglied Philippe Manoeuvre, Chef von “Rock et Folk”, der grundsätzlich seine Lederjacke und Sonnenbrille nie abnimmt, was ihm den Look einer Mumie verleiht, er aber bestimmt arschcool findet. Ein armer Kerl. Wie auch die andern drei Jurymitglieder, bei denen man sich schon mal fragen muss, was bringt angeblich erfolgreiche Musikstars wie Lio, Sinclair oder André Manoukian dazu, ihre Zeit in solch einem Ausbund an Seichtigkeit zu verbringen? Geld? TV-Geilheit? Torschlusspanik? Verzweiflung?

Und es melden sich Produzenten zu Hause bei den Sanders, die den Buzz ausnutzen wollen. Aber die Familie ist gewarnt. Schon einmal hat ein sogenannter Produzent ihnen 20′000 CHF aus den Rippen geleiert, um danach natürlich seine grossen Versprechungen nicht zu halten. Sie fahren trotzdem in ihrem Kleinwagen zu einem benachbarten Komponisten, der ein Lied für Cindy geschrieben habe und es nun mit ihr aufnehmen und veröffentlichen wolle. Die Besprechung findet stilgerecht in der kleinbürgerlichen Küche des Komponisten statt, auch dessen Mutter ist anwesend, und beide haben schon recht konkrete Pläne, wie die Single ‘Papillon de lumière’ zu promoten wäre, etwa in Discos, deshalb müsste dann bald eine englische Version folgen, denn in den Clubs sei vor allem das Englische gefragt. Cindy ist skeptisch, sie weiss, sie hat nur diesen einen Schuss, sie muss unter vielen Angeboten auswählen, jetzt darf sie keinen Fehler machen.

Sie ist aber sehr angetan von der autobiographischen Komponente des Liedes, der Schmetterling im Licht der Scheinwerfer, der allen Lästermäulern zum Trotz seinen Weg geht, falls man solches von einem Schmetterling überhaupt sagen kann. Das ist natürlich sie. Und schon gehts hinunter ins Kellerstudio des Komponisten, das mit digitalen Midi-Apparaturen verstellt ist, und innerhalb eines Tages nimmt sie eine Version des Songs auf – geiles Synthie-Riff am Anfang, im Fall, ich kann davon gar nicht genug kriegen.

Die lokalen Medien springen auf den Cindy-Hype und das “Alle gegen Paris” an, die Auftritte und Berichte häufen sich, der lokale TV-Sender NRJ bringt ein längeres Porträt vom Kinderstar zum Schmetterling, und nun kann M6 nicht mehr anders, sie bitten Cindy zurück auf die ganz grosse Bühne! Cindy hat einen triumphalen Auftritt, bei dem wieder nicht zu unterscheiden, wieviel ist Ernst, wieviel ist Ironie. Sicher ist es Trash, wahrscheinlich sogar Camp. Aber das interessiert jetzt nur noch einen Aficionado wie mich. Aber wer bis hierher gelesen hat, gehört sowieso auch zu Letzteren.

Der ganz grosse Auftritt soll Cindys Rache an der Jury sein; eine Rache, die gelingt, denn Manoeuvre zeigt während ihrer umjubelten Performance ein angeödetes Gesicht und seine Humorlosigkeit, Klavierspieler Manoukian setzt gar noch einen drauf. Am Ende des Vortrags und bevor Cindy auf der Bühne einen Scoop verkündet, entschuldigt er sich mit diesem blasierten scheinheiligen Lächeln mit einem Dada-Gedicht, das ihm während ihres Auftritts eingefallen sei: “rose est la vie et moi est-ce qui vont les équimoses des eskimos homo est-ce qui” (oder so irgendwie) – Cindy guckt zuerst verständnislos, was Wunder auch, bedankt sich dann aber ganz artig und von ganzem Herzen, als hätte er sie nicht grad verarscht, sondern sei wirklich echt bekehrt und zerknirscht. Genau hier wieder zeigt sich dieses arrogante Pariser Getue, woraus der Cindy-Kult ja auch genährt wurde. Mit anderen Worten: 2:0 für Cindy, und die Tölpel merken das nicht mal. Ah nein, 3:0, denn vorher hat die Jury über Cindy diskutiert und gemeint, sie sei halt eine unmögliche Figur, bei ihr seien “alle Codes total falsch”. Ah nein, eigentlich 4:0, denn vorher noch hatte Lio auf Cindys Äusserung in einem Film, sie sei schon mal mit Lio zusammen aufgetreten, gemeint, sie könne sich nicht entsinnen, sie hätten sich möglicherweise mal gekreuzt, das müsse bei einer dieser GDM gewesen sein – GDM, “Galas de merde”, die man halt in schlechten Zeiten einfach machen müsse. Schenkelklopfen bei der Jury.
ah, noch der Clip, hier ist er: http://www.youtube.com/watch?v=ZgTk0xc9a-E

Der Scoop, den Cindy an diesem Abend auf der Bühne stolz verkündet: Sie hat einen Vertrag mit dem Sender abgeschlossen, der ihre Single ‘Papillon de lumière’ und weitere Titel veröffentlichen will.

Leben eines Stars

Von nun an gehört Cindy zur Andouillette-Prominenz der Franzosen, wo sich die Containerbewohner, Castingsieger, Nacktmodells etc. versammeln. Irgend wann übrigens hat es auch eine Zeitschrift mit Nacktfotos von Sander gegeben, aber vor allem ist sie überall hingegangen, wo man ihr einen Auftritt bot, mit oder ohne Musik, egal. Kein Wunder, erlebte man sie zwischendurch ausgelaugt, ja gar ernüchtert. Aber für mich macht sie in allen Aufnahmen aus dieser Zeit eine starke Figur. Gleichgültig, wer alles versucht, von ihrer Popularität zu profitieren, sich über diese Landpomeranze erhaben zu fühlen, sie vorzuführen als eine, die nicht mal merkt, dass sie verarscht wird. Blonde Schnepfen mit spitzen Bemerkungen, vordergründlicher Freundlichkeit und gleichzeitig unverkennbarem Spott, die sie in Glanz-und-Gloria-Sendungen aufs Glatteis zu führen versuchen. An ihr tropft das alles ab, sie bleibt nett, tut, als merke sie nichts – Klasse, muss man einfach sagen.

Da ist zum Beispiel diese Kuh, die sie einführt mit “sie sind ja ein grosser Star im Spital”, weil ihr Wohnort ja L’Hôpital heisst. Oder jene, die sie verspottet, weil Cindy von sich sagt, sie sei eine ganz gewöhnliche Person, und die ihr und uns zu verstehen gibt, dass das doch bei Gott niemand anzweifle. Häme macht auch das schönste Geschöpf hässlich – Cindy lässt sie voll in diese Falle laufen. Köstlich.

Und in diesem Gewitter von dummen Kommentaren wie dick, dumm, hässlich, schlecht angezogen geht die Karriere von Cindy Sander weiter. Sie veröffentlicht eine zweite Single, die allerdings nicht mehr an “Papillon de lumière” heran reicht. Der Trash-Faktor ist immer noch sehr sehr hoch, aber die Aufnahme ist dünn und dumpf. Schade.

Heute spielt sich Cindy Sanders Karriere vor allem in der heimatlichen Lorraine ab, wo sie zu einer Ikone der Gays geworden ist, was eigentlich ganz folgerichtig ist, denn sie hat halt von Natur aus diesen Travestie-Touch von Glitter Glimmer Federn Solarium und dicker Schminke, und auch ihre Auftritte scheuen die ganz grosse Geste nicht. Das müssen tolle Abende sein!


Die kommentierte Filmografie

Das TV-Porträt in zwei Teilen auf nrj2

Teil 1: Die harten Jahre, Studio im Keller, der Mann als grösster Fan
http://www.dailymotion.com/video/x5qhi0_lincroyable-ascension-de-cindy-sand_fun

Teil 2: Cindy’s Geburtstagsfeier im Keller mit Freunden und Familie, Polonaise, die Hintergründe ihrer Choreographie
http://www.dailymotion.com/video/x5qhtm_lincroyable-ascension-de-cindy-sand_fun

Die Rückkehr zur Castingshow

– ich hätte mir schon Hilfe von Lio erhofft
— ich muss ihr mal begegnet sein, bei einer dieser GDM, die man einfach machen muss, wenn es noch nicht so gut läuft
— Sie hat alle, aber auch alle Codes falsch
(Dailymotion http://www.dailymotion.com/video/x4lp66_cindy-sander-nouvelle-star-debat-su_music)
Der Gala-Auftritt, der die Jury zum Schweigen bringen soll: http://www.youtube.com/watch?v=ZgTk0xc9a-E

TV-Shows

Cindy erklärt, wie sie vom Sender manipuliert worden ist, um beim Casting eine möglichst lächerliche Figur abzugeben http://www.youtube.com/watch?v=9nMXVXvWpdk

20minutes.fr zeigt die Cindy, wie sie eigentlich am Casting auftreten wollte, mit dem Shakira-Song (glaube ich zumindest…) http://www.wat.tv/video/cindy-sander-chez-20minutes-fr-ja8h_h9ao_.html
Dies untermauert ihre Behauptung, von der Redaktion in einen tölpelhaften Auftritt gelockt worden zu sein. Denn hier ist sie bestimmt nicht tölpelhaft. Langweilig? Kann ich nicht widersprechen, bei allem Respekt. Aber ich finde dieses Gute-Gesinge sowieso ganz grundsätzlich etwas vom Allerlangweiligsten, ich nenne das seit ewig, politisch unkorrekt zwar, aber deutlich: Vokalfaschismus. Korrekt wäre, ich gebe zu, Vokalfetischismus – aber das schlägt halt weniger ein. Vielleicht könnte man es, als Parallele zum Gitarrenwixer, Stimmbandwixerei nennen. Inhaltslos, unbedeutend, aufgeblasen. Gut singen ist schlecht singen. Und umgekehrt.

Ein typisches Beispiel für die Süffisanz der ‘Mandarine’, Moderatoren und Präsentatoren von TV-Sendungen:
Die subtile Fertigmacherei der blonden Schnepfe einer lokalen Fernsehstation prallt an Cindy ganz einfach ab und fällt auf sie selber zurück: http://www.youtube.com/watch?v=mtvlNWfKhqY&NR=1&feature=fvwp

Die selbe TV-Station, eine andere blonde Schnepfe macht sich über Cindy lustig, auf diese typisch bourgeoise subtile Weise, die an Cindy Sander so schön abtropft, dass man nicht weiss, merkt sie es nicht, oder weiss sie, dass solche Attacken zu ihrem Vorteil sind: http://www.youtube.com/watch?v=8gIMAMtJRO4&feature=channel

Hier wird Cindy von einer auffallend schönen Moderatorin mit einem leicht hinterhältigen Lächeln befragt zu ihrem zweischneidigen Erfolg, zur Verarschung ihres Stils; Cindy meint, wichtig sei, dass von ihr gesprochen werde, gut oder schlecht sei letztlich egal, und sie danke allen, auch ihren Kritikern
http://www.youtube.com/watch?v=_9IQcoWoIWw

Hier wird Cindy Sander auf offener Szene als talentlos beschimpft http://www.youtube.com/watch?v=PLILQjmpwiI. Dumm nur, dass die Beschimpfung von einem erfolglosen Sänger kommt, der meint, er müsse hier noch seine Myspace-Seite erwähnen, weil dann alle an den Rechner spurten würden und sich seine Musik anhören täten. Damit beweist er nur, dass er zu Recht erfolglos ist – keine Ahnung von den Gesetzen des Pop.

Cindy gibt ihren Hit in einer kleinen TV-Show zum besten, das ist nun nur noch hier, um auch diese Seite zu zeigen (beschissenes Playback, unsicherer Gesang, nicht-existentes Dekor, katastrophale Choreographie, lasches Publikum – Lokalfernsehen halt, da muss man durch auf dem Weg zur Spitze) http://www.youtube.com/watch?v=OkGoMmYJeKw

Coverversionen Persiflagen im Web

eine schöne Metalversion: http://www.dailymotion.com/video/x5nikl_cindy-sanders-papillon-de-lumiere-c_music

Diese Kunstgewerbeschülerinnenperformance wird hier verlinkt, weil sie bei einem späteren Auftritt Cindys vor richtigen Studenten zitiert und deshalb auch die Breitenwirkung des Youtube-Underground aufs Schönste illustriert http://www.youtube.com/watch?v=OtDiQgXcKwA

eine weitere Persiflage: J’ai le fion en chou-fleur besteht aus Anspielungen auf zu scharfes Essen, welches bekanntlich zweimal brennt…

Es ist unglaublich, welche Kreativität die Cindyparodiewelle auf den Dörfern hervorruft. Hier die Parodie von Elise et Christelle, an der mir vor allem der Aspekt “totale zen” gefällt http://www.youtube.com/watch?v=yCExGyJpCAc

Oder hier: superschlecht, aber eben doch eine Hommage, da steckt Arbeit dahinter, immerhin haben sich alle umgezogen, vorher geübt… Man beachte das Kind, das plötzlich nach seiner Mutter zu schreien beginnt. Cindy Sander als Animatorin lustiger Nachbarntreffen auf dem Land http://www.youtube.com/watch?v=LKc4D5DB_5Q

es finden sich aber natürlich auch Hommages an Cindy; diesen Tek Kitsch Lorraine Mix mag ich besonders

noch mehr Medienclips

Cindy zu Gast bei den Freaks von Fun Radio (”stimmt es, dass du die ersten Hundert bezahlst, die den Song downloaden?”) – Cindy macht wieder mal jeden Scheiss mit, scheinbar ohne sich durch den Spott beeindrucken zu lassen – a real trooper, wie es sich gehört, sie imponiert mir immer mehr http://www.youtube.com/watch?v=l3dWJ0FJEJA

Cindy Sander macht wirklich bei jedem Seich mit, solange es nur fürs TV ist: http://www.youtube.com/watch?v=OspXx3P7g-o&feature=related, hier singt sie, begleitet nur von einem Notebook, Plastic Bertrand Ca plane pour moi. Das kann man nur noch Todesverachtung nennen.

Hier tritt Cindy Sander in einer studentischen Talkshow auf, wirklich nicht ihr Publikum, man lässt es sie auch merken, zum Beispiel durch den offensichtlich ungeplanten Auftritt der Schmetterlinge, die wir schon von Youtube her kennen, eine eindeutige Anspielung auf die Parodien und Persiflagen – Cindy lässt sich überhaupt nichts anmerken und nimmt wie immer alles als Kompliment. Diese Taktik sollte man sich merken! http://www.youtube.com/watch?v=8epgDQQ_xMY Am Schluss entlarvt der Moderator durch einen fiesen Trick das Vollplayback – oder ist er nur total unprofessionnell? Könnte ja auch sein…

Es gibt noch eine zweite Aufnahme desselben Anlasses aus dem Publikum, wo man die Tristesse solcher GDM sehr gut erkennt http://www.youtube.com/watch?v=ebDpT8CZydk

Mir gefällt dieser Bootleg-Clip eines Discoauftrittes vom Mai 2008 sehr gut, denn hier spürt man diese Mischung aus Verarschung und Verehrung, wobei letzteres überwiegt. Total camp, schon nur wegen der billigen Deko (das Wort ‘Papillon’ aus Buntpapier im Hintergrund, der wichtigtuerische Security-Herr auf der Bühne) http://www.youtube.com/watch?v=2nGaR45h3Tk

Cindy Sander, Star von Lorrainegay – hier Video einer Soirée spéciale Cindy Sander http://www.youtube.com/watch?v=eWSXlsNWEfs in der Gd’O Bar Metz http://www.gdobar.com/, wo es wirklich toll abgehen muss. Die Site unbedingt ganz anschauen! Auch dem Link nach Lorrainegay http://www.lorrainegay.com/ folgen, wer sich über “3000 ans d’homosexualité à Metz” informieren will. Eine sehr gute Site.

neuer Song

Cindy’s aktueller Song als Clip auf youtube http://www.youtube.com/watch?v=mbMzsPwehNg
Hier gefällt sie mir nicht mehr so gut, der Song ist lasch, nennt man das eigentlich R’n'B? Der Sound ist auch nicht so gut, schlechte Kopie? Aber er ist absolut sehenswert, und sei es nur wegen der “scène culte” in der Mitte, die hier auch alleinstehend angeschaut werden kann http://www.youtube.com/watch?v=UBrKrvC3Ga4

Entsprechend ist leider die Parodie ihrer Fans von Lille Loves Cindy geraten, aber die Site ist wirklich schön http://lillelovescindy.neuf.fr/

Live dröhnt der Song trotzdem toll aus den Boxen, hört euch nur mal das hier an http://www.youtube.com/watch?v=vP8dEK0awdQ

Zum Schluss

Heute findet Cindy Sander ihr Publikum vor allem im Milieu Gay, wie die Franzosen das ganz schön sagen, und der Moderator bezeichnet sie gar als “Icone gay” – Ende gut, alles gut, findet auch Cindy http://www.youtube.com/watch?v=R-uQo3I9bSw

Cindy Sander bei der Talkshow “ça se discute”, im Januar 2008, noch vor dem Casting und der darauffolgenden Cindymania: Träume, Tingeln durch über 50 Castings, Absagen, ein erster Erfolg http://www.dailymotion.com/video/x4k173_cindy-sander-dans-ca-se-discute_news

Cindy Sander: Einträge in der Datenbank Ozap

Cindy Sander auf Wikipedia

Bericht vom Casting, wo Cindy Sander so heruntergemacht worden ist (Blog): http://fr.tv.yahoo.com/blog-nouvelle-star/article/18/

Ein längerer Blogeintrag über Cindy Sander, einer der wenigen echten Texte: http://trashpolitique.blogspot.com/2008/12/cindy-sander.html

Cindy Sander, offizielle Myspace-Seite

Der Blog von Cindy Sander!!!

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21. Oktober 2009

Blogger’s Paradise

Gemerkt? Dieser Beitrag spielt an auf Läden wie ‘Johnny’s Paradise’, also auf Johnny Hallyday, also auf Frankreich, also auf den Clan Sarkozy. Logischer Durchstich… selbstrefentieller Einstieg für neblig-trübe Tage und lange Nächte. Also, schalte das Radio ein, nimm dir Zeit und folge mir ein oder zwei Stündlein. Das hier ist nichts für 20 Minuten..

Apropos 20 Minuten: Je langweiliger die Schweizer Presse geworden ist in den letzten Monaten, desto mehr frequentiere ich die französischen Medien, vor allem im Netz natürlich – denn TV habe ich nicht, Presse ist teuer und papierverschwenderisch, und das Zusammenwachsen der Medien ist in Frankreich schon so weit fortgeschritten, dass die Verlinkereien uferlos sind. Ich kann locker einen ganzen Tag im Franzosennetz verbringen, und finde Material für eine Woche, wahrscheinlich gar für einen Monat.

Zusammen ohne die HIV-Positiven, die Schwulen, die Obdachlosen, die Immigranten, die ...

Zusammen ohne die HIV-Positiven, die Schwulen, die Behinderten, die Immigranten, die ...

Allein die Eskapaden des Staatspräsidenten Nicolas Sarkozy, der aus Frankreich eine präsidentielle Monarchie gemacht hat, mit Königin Carla und Thronfolger Jean – das allein gibt Tag für Tag neuen Stoff her, Dallas im Elysée, sozusagen. Mit Nebendarstellern wie der in Ungnade gefallenen Alibi-Immigrantin Rachid Dati oder dem bedingungslosen Polanskiverteidiger Frédéric Mitterand, dem nun seine früheren Ausflüge als Sextourist nach Thailand um die Ohren geschlagen werden, vor einer Kulisse eher dumpfer Sozialdemokraten, die immer mehr vermuten lassen, dass sie keine Alternative zu den Rechten sind. Lektüre, Stoff für Stunden, eben.

Und Videos für Tage, wie hier auf Le Post, wo die frappante Ähnlichkeit in der Rhetorik von Vater und Sohn auf die Schippe genommen wird, oder hier, wo in Sekunde 12 der kleine Sarko denselben Trick wie sein Vater verwendet, indem er den Interviewer direkt mit seinem Namen anspricht: “Jamais, Jean-Jacques Cros, depuis le début de mon parcours politique…”. Auf der selben Seite übrigens wird beschrieben, welche Klimmzüge die TV-Redaktion vorführen musste, um Prinz Jean in der Sendung zu haben: Vorbesprechung der Fragen, fast doppelte Redezeit gegenüber ‘normalen’ Politiker – diese Unverfrorenheit ist fast nicht zu glauben, aber vielleicht sieht das nur für uns hier so aus, und unsere Blochers Mörgelis Brunners wirken genau so. Oder? Mit dem Unterschied natürlich, dass sie keine vergleichbare Macht haben.

Louise Bourgoin, Schönheit als Strategie

Louise Bourgoin, Schönheit als Strategie

Bei dieser Devotheit allethalben muss Schützenjäger Sarkozy Père schäumen wegen der stinkfrechen Schönheit Louise Bourgoin, deren Spezialität vor allem die Persiflage aufgeblasener Personen ist. ‘People’ heissen diese ‘Promis’ in Frankreich. Und Louise Bourgoin ist mir begegnet als Jean Sarkozy, einfach göttlich, wenn man die Anspielungen halbwegs versteht – etwa auf den gestohlenen Roller des Präsidentensöhnchen, und den Aufruhr, den der damalige Innenminister und Chef der Polizei, Papa Sarkozy, deswegen veranstaltete. Aber auch als Carla Bruni, als Ségolène Royale, als Shawne Fielding beim Pistolenschiessen hehehe (allerdings ohne Brustimplantate), Louise Bourgoin in Cannes, Louise Bourgoin überrumpelt Eli Roth am Internationalen Tag der Blutspende – ich kann nicht mehr, schaut selber weiter, es scheint noch Dutzende der Clips zu geben.

le 7 sur Sète

le 7 sur Sète

So darf man ruhig sagen, die Ära Sarkozy, die länger dauern kann, da der Thronfolger ja bereits installiert wird, hat sicher ihr Gutes. Sintemalen man mal davon ausgehen darf, dass die Franzosen sich mehr für ein gutes Essen als für Politik interessieren. Das habe ich nicht aus einer wissenschaftlichen Studie, nur aus unzuverlässigen Quellen wie ‘Une année en Provence‘ oder eigenem Erleben als alleiniger Chef, Redakteur und Gourmettester für die Website ‘Gargantuas Homepage’, seit 1997 im Projektstadium; in dieser Funktion habe ich mich vor allem auf die französischen Lastwagenfahrer- und Land- sowie Kleinstadtbeizen kapriziert. War ganz fein, und ich vermisse den Meerfrüchte- und Meerschneckensalat im ‘7 sur Sète‘ ganz extrem, dort, wo sie dir ungefragt einen Liter Rotwein auf den Tisch stellen, das Menu €12.50 kostet, vin café compris, das Dessert wahlweise aus etwas Süssem oder einer freien Auswahl von der Käseplatte besteht (unbedingt den Käse nehmen und noch einen Nachschlag Wein dazu!!!). Unbedingt mal hinfahren, liegt zwar an einer lebensgefährlichen Raserstrecke, aber wer es lebend schafft, wird mit einem gratis Schlafplatz belohnt – hinterm Haus hat es einen grossen gekiesten Parkplatz, wo man sehr gut im Auto übernachten kann. Tja, das ist das einzige, das ich am Autofahren vermisse… Die Lastwagenfahrerbeizen in Frankreich… Und die anschliessende Siesta.

Relais de Donzère - die beste Beiz Frankreichs, mit dem schlechtesten Werbefoto

Relais de Donzère - die beste Beiz Frankreichs, mit dem schlechtesten Werbefoto

Wenn ich grad dabei bin: Unbedingt das ‘Relais de Donzère‘ besuchen, an der berühmt-berüchtigten Route Nationale 7, unter anderem von den belgischen New Waver Honeymoon Killers und in der Folge von den adjektivimmunen Stereo Total besungen. Allein die Salatbar lohnt den Umweg – alles was Kalorien nicht scheut ist dort vertreten, Kartoffel- Linsen- Ochsenmaul- Thon- Sardinen- Taboulé- Mayonnaise- und so weiter-Salat zur freien Auswahl in beliebiger Menge, Wein kommt ungefragt inbegriffen auf den Tisch, Dessert süss oder Käseplatte à discretion, wie es sich gehört, das für 12 € inklusive Kaffee. Schlafen kann man ebenfalls auf dem riesigen Parkplatz zwischen den 40-Tönnern oder, weinbeschwingt, auf der windigen, übersichtlichen, fast geraden Strecke weiter gen Süden hinunter blochen – bald schon kommt dann der Midi, wo die Coopératives vinicole an den Dorfeinfahrten mit Wein ab Schlauch für 3 €/Liter locken… Nichts wie hin! Leere Kanister hat man am besten immer dabei!!

Tja, und so voll gefressen und der Siesta willige Beute ist es kein Wunder, lässt der Franzose die Französin in Ruhe den schönen Sarkozys huldigen, denen nur ein paar ewige Meckerer wie rue89.com immer wieder am Zeug flicken, so etwa mit einer kritischen Recherche über die dubiose Universitätskarriere des Jungen, die die wenigen Lorbeeren brutal in der Luft zerfetzt und so den Eindruck erweckt, wir würden dann bald einen 23-jährigen Minimalisten und Schwätzer an einen ganz wichtigen Posten der französischen Wirtschaft geschoben sehen.  Den Papa vorher listigerweise frei machte, indem er den jetzigen Amtsinhaber unvermittelt einer Altersguillotine unterstellt hat, heisst es. Wohlgemerkt: Es geht um Europas grösste Bürostadt, um den Vorsitz in deren Entwicklungs- und Planungsbehörde!!!

Wie gesagt, Blogger’s Paradise. Deshalb gibt es in Frankreich auch mehrere Blogs, die sich ausschliesslich dem Tag-für-Tag Sarkozys widmen. In meiner Blogroll könnt ihr schon lange Les coulisses de Sarkofrance finden, unter Neu nun auch Sarkofrance, den Unterschied zwischen beiden lest ihr hier. Eine wahre Fundgrube ist auch die Website der Zeitschrift Bakchich und vor allem deren TV-Kanal bakchich.tv. Weniger frech, aber ausgiebig ist auch die französische Ausgabe des Videokanals Daily Motion.

Ich hab’s ja gesagt – nimm dir Zeit, ein Stündlein oder zwei. Ich lasse euch jetzt wahrscheinlich auch ein paar Tage in Ruhe, damit ihr den Links folgen und euch so richtig rhizomatisch vertöhrlen könnt – au revoir, à bientôt. Und wenn ihr mal nach Sète hinunter fahrt und noch einen gut gesicherten Platz frei habt – meldet euch bei:

le frère Bernard

Abgelegt unter: Unterhaltungskunst — Tags:, , , , — Bruder Bernhard @ 19:01

19. Oktober 2009

Radio La Triperie: Programm

“Zwei blaue Vaegissmainicht
Solln deine Augen mir sein
Zwei blaue Vaegismainicht
Bitten mich blaibe main”
(Singen Bob Gerry und die Rivieras)

Vor einem Jahr habe ich meine Radiostation im Internet aufgesetzt und seither ungefähr 3000 Songs heraufgeladen. Ein guter Teil stammt von Schallplatten und entspricht meinem schrägen Geschmack.

Komischerweise scheint dieser Geschmack übrigens niemand zu entsprechen, niemand ausser mir. Egal. Ich bin trotzdem immer noch dabei, das Weihnachtsgeschenk für den durchschnittlich einen Hörer vorzubereiten, wie ich hier schon mal angetönt habe. Digitalisiere grad massenhaft Singles, Schlager und Beat habe ich schon fast durch. Im Moment bin ich bei den Italos (Celentano, Festival San Remo) und den Franzosen (Dutronc, Ferrer, Polnareff). Doch davon später, wenn ich das Programm aufschalte.

Im Moment mache ich mir noch einen Spass daraus, die 3000 Songs in wilder Mischung runter zu nudeln, heute morgen um 0:00 habe ich begonnen, am Sonntag um 24:00 ist das Programm zu Ende und startet dann wieder von vorne. Da kann und soll es vorkommen, dass auf so ein ‘Liseli’s Brünneli’-Lied wie eingangs zitiert ein Hammer von Black Sabbath oder eine Improvisation von Sun Ra folgt.

Ich brauche das so, die ständige Überraschung – vielleicht passt euch das auch. Dann profitiert noch von diesem Programm, das ich mindestens drei mal zu wiederholen vorhabe. Garantiert ist jedoch nichts.

Viel Vergnügen mit laut.fm/latriperie! Hier im Anhang noch ein paar Bildeli von Hüllen aus dem Programm dieser Woche.

Da ein Tagesprogramm zwischen 19 und 23 Stunden dauert, wird es praktisch keine Wiederholung geben!!!

Abgelegt unter: Unterhaltungskunst — Tags:, — Bruder Bernhard @ 08:59

12. Oktober 2009

Der Trompete Fluch

Man kann den 60er Jahren Vieles ankreiden. Lasst mich mein Hirn kurz in den Random Access Modus schalten. So, gemacht.

Nehmen wir nur mal die Erhöhung eines reaktionären Krauteri wie Jean-Philippe Smet zum französischen Superstar aller Generationen, Johnny Hallyday. Man muss die Verwandlung ganz normaler französischer Kondukteure im Nachtzug nach Paris gesehen haben, die beim Anblick einer Gitarre im Reisegepäck ihre Uniform vergessen, sich ins Abteil setzen und eine gute halbe Stunde in den Erinnerungen an ihre Jugend als halbstarke Rocker sich ergehen können, deren Leitstern Johnny war und ist. Man muss die Läden gesehen haben, die es nicht nur in Frankreich allethalben, sondern sogar in der französischen Schweiz gibt, mit Namen wie “Johnny’s Paradise” – der Name ist Programm: voller Memorabilia, Devotionalia, Liturgica, geführt von schwärmerischen Rockerinnen jeglichen Alters. Smet-Hallyday, der seine Millionen mit den Plagiaten internationaler Hits für ausschliesslich den französischen Markt gemacht hat, und diese nun ausser Landes, nach Gstaad, geschafft hat. Und trotzdem bei den Franzosen einfach nichts falsch machen kann.

Oder stellen wir uns kurz diese ersten Gammler vor, wie dieser, der in seiner speckigen Armyjacke mir kleinem unschuldigen Knäblein gegenüber, anlässlich des Konzerts der Berner Lives im Bären Aegerten, hübsche Blondine neben sich, lautstark sich brüstet damit, dass er in diesem Saal schon Jede gehabt hätte! Solche Grüüsel, so viele Chancen!

Barbet Schroeder: More

Bald rutscht die Decke weg...Foto aus dem Film More (dt.: Gier nach Lust (hahaha)) von Schroeder und Pink Floyd

Da blieben den weniger Aufgeklärten nur die miesen Filme ohne ersichtliche Handlung, aber mit der dreifach abgestuften Nippelgarantie: im Relief, durch die Bluse bedeckt, oder brauner Fleck sichtbar, oder gar ganze Brust! Mit viel Glück war in einer Unterwasseraufnahme auch mal eine Schambehaarung zu erahnen… Die Handlung war meist etwas mit Drogen, Haschisch in Katmandu mit Gainsbourg, Heroin in Ibiza mit Barbet Schroeder Pink Floyd Mimsy Farmer, oder dann ging’s um Morde im Callgirl-Milieu. Oder auch um Revolution, diese Filme kamen ebenfalls meist mit Nippelgarantie. Mit Freude entsinne ich mich etwa des jugoslawischen Filmes über Wilhelm Reich, wo vögelnde Hippies Revolutionsparolen rezitierten – ganz köstlich.

Das alles ist wirklich schlimm und es gibt der Kreide kaum genug.

Aber das schlimmste sind die allgegenwärtigen Trompeter, die damals die Hitparaden vergifteten. “Il Silenzio” zum Beispiel machte sich in x Versionen breit, von Nino Rosso sowieso, aber auch von den Werner Müller Singers, und sicher auch vom schwedischen Trompeter Arno. Wieso ich jetzt da drauf komme? Ich bereite ja grad ein Riesenweihnachtsgeschenk für meine Radiohörer jeglichen Geschlechts vor und digitalisiere bei jeder Gelegenheit meiner Singles liebste. Und da drängt sich immer wieder so ein Trompeter dazwischen… Singles, diese kleinen Schallplatten, die man bei hoher Geschwindigkeit abspielt. Ich kann euch sagen, die Tonqualität selbst der verdrecktesten und zerkratztesten ist ziemlich unerreicht. Aber das werdet ihr ja dann merken, wenn ich dann ein paar Hundert Titel wieder auf meine Radiostation La Triperie lade.

Wenn ich Cover heraufladen könnte, täte ich für Herb Alpert, den coolen Trompeter, übrigens eine Ausnahme machen.

Herb Alpert And His Tijuana Brass And Their Wild Cover

Herb Alpert And His Tijuana Brass And Their Wild Cover

Affaire à suivre, wie der Romand sagt. Affaire à écouter, wie ich sage.

Abgelegt unter: Unterhaltungskunst — Tags: — Bruder Bernhard @ 14:10

2. Juli 2009

Vacances à Cornaux

LAMMCURRY UND FERIEN AM BIELERSEE – WENN REGISSEURE KAMPFANZUG TRAGEN – FUSSFETISCHISMUS AM NIFFF – COMEBACK DER INDUSTRIAL MUSIC

Cornaux von vorne:

Cornaux von vorne

Cornaux von vorne

 

Cornaux von hinten:

Cornaux von hinten

Cornaux von hinten

 

Kurz: Ferien am Bielersee. Vielleicht bis bald, vielleicht bis später als bald, vielleicht bis in 2 Monaten (hm … das glaub’ ich eher nicht, hab’ ja noch Altlasten im Köcher, die ich schon lange aufbereiten will)

Ah ja, zum NIFFF noch: Das läuft ja jetzt, bis am Sonntag, für mich eine Gelegenheit, die Strecke Biel-Neuchâtel per Velo zu geniessen (Bilder siehe oben – hat im Fall mächtig gestunken im ganzen Dorf, und keine Sau hat’s gekümmert, nur ein wahrscheinlich neuer Einwohner hat von seinem Balkon aus nachgesehen, wieso die Sägerei so raucht).

Zum Nifff: Scheint mir dieses Jahr etwas zahmer als in den Vorjahren, wo man so Knüller wie Park-Chan Wooks Rachetrilogie sehen konnte (Old Boy, Lady Vengeance, Sympathy for Mr. Vengeance), oder George A. Romero mit seiner anthropologischen Studie Diary of the Dead etc. etc. Romero, eindrücklich gross, übrigens, trägt seine Altersheimturnschuhe in Würde – er war letztes Jahr zu Gast.

Dieses Jahr ist wohl speziell die Rückschau des noch ganz jungen Ex-Daniel-Schmid-Assistenten Shinji Aoyama die Reise wert. Obwohl er sich wie alle Regisseure beschissen anzieht: GI-Look mit Kampfdächlikappe und irgendwie Kämpferhose und irgendwie Khaki T-Shirt – ich behaupte, Regisseure sind ausserhalb ihres Terrains total unsichere Menschen, wenigstens jene, die sich so kleiden müssen. Abgesehen von diesem katastrophalen Look habe ich schon lange nicht mehr so viele irgendwie unschön geformte Füsse gesehen wie gestern beim Anstehen in der Menge und an der Kasse und vor dem Foodstand. Fazit: Heute habe ich mir vorher ein Riesenlammcurry gemacht, und breche dann mit vollem Bauch Richtung NE auf. Autarkie regiert!

Adriano Celentano soll Fussfetischist sein, hat mir übrigens gestern ganz zufälligerweise jemand beim Mittagessen im wunderbaren Bahnhöfli Mett erzählt! Ohne dass ich das Thema selber angeschnitten hätte. Was hat das wohl alles zu bedeuten? Ob mich wohl das Internet bald wieder anruft?

Noch was zu Aoyama: Sein Science-Fiction-Film “Mein Gott mein gott…” wurde von ihm selber als Musikfilm angekündigt. Ich war zuerst etwas enttäuscht, aber nicht lange: Die Musik ist sozusagen kultverdächtig, denn es handelt sich um ein Recycling der Industrial Culture der 80er Jahre, wie sie von Calypso Now hierzulande ja bekanntlich (ich liebe dieses Wort, grad dort wo’s überhaupt nicht passt, aber da bin ich bekanntlich nicht der Einzige), hm, bekanntlich vertrieben, produziert, aufgenommen wurde. Stay tuned für das grosse Catalogue Ausgrabing, wofür ich die nächsten paar Monate vielleicht Zeit haben werde. Man muss die Sau melken, wenn sie im Dorfe ist.

Am Anfang sieht man sogar einen Sticker von Borbetomagus. Und dann geht’s die nächsten 90 Minuten nur noch um das Aufnehmen und Aufführen von harschen Geräuschen und windigem Pfeifen. Musik ist eben wie Zombies: Du kannst sie so oft töten, wie du willst, sie kommt immer zurück.

Wenn der Film bei euch vorbeikommt, dann wisst ihr jetzt, was ihr zu tun habt!

Sehe jetzt grad noch, da gibt’s ja einen Liveblogger vom NIFFF! Und sehe noch mehr: Heute in der Zeitung ein Interview mit Jurypräsident Bong Joon-ho, Regisseur des Riesenfilms The Host; Bong äussert den Wunsch, während seines Schweizer Aufenthalts unbedingt Thomas Ott zu treffen. Ihr habt wahrscheinlich keine Ahnung, was das bedeutet. Es ist eine 80’s-Sache…

Schöne Ferien, bis ich dann sage: So, Halt, Stopp!!!

Abgelegt unter: Unterhaltungskunst — Tags:, , — Bruder Bernhard @ 15:24

29. Juni 2009

Der Nackthalshühnerzüchterkönig und die Beauty Queen

FIELDING KRAMT IM FAMILIENALBUM – BERNHARD EBENFALLS – DIE BEWEISLAGE WIRD KOMFORTABEL

Somewhere in the USA:

Meanwhile, in Shinjuku, Japan, 1995:

Der Nackthalshuhnzüchterkönig - Goldmedaillen 1995 Shinjuku (Japan) - Pic shot on location

Der Nackthalshühnerzüchterkönig - Goldmedaillen 1995 Shinjuku (Japan) - Pic shot on location

 Falls es noch des Beweises bedarf: Hier die Urkunde!!!!

Die Urkunde

Die Urkunde

Übersetzung gefällig?

“Geflügel- und Nutztierausstellung Shinjuku 1995 Goldmedaillen Bruder Bernhard Nackthalshühner sehr schön, am Schönsten. Hugh!!!”

Abgelegt unter: Unterhaltungskunst — Tags:, — Bruder Bernhard @ 16:47

27. Juni 2009

Ich wollte nett sein zu Shawne, wirklich!

RÜHMTE SICH FIELDING ALS MISS TEXAS? – LÖSCHT FIELDING NUN BLOGBEITRÄGE? – IST MEIN HERZ EINE MÖRDERGRUBE?

Mein Herz ist weich. Deshalb wollte ich das arme Milliardärstöchterchen jetzt in Ruhe lassen, obwohl meine republikanischen Reflexe eigentlich jeglichen vererbten Pfründen speziell kritisch gegenüber stehen.

Mein Herz ist schwarz. Und gelb. Und auch rot. Deshalb hat mich das folgende grad ein wenig zu sehr auf die Palme gebracht, als dass ich meiner Nachsicht folgen will.

Ich war also grad so ein wenig am prokrastinieren. Und wollte deshalb auf Shawne’s Blog den Eintrag nachlesen, den sie in Twitter so angepriesen hatte:

Who is this Miss Texas?

Who is this Miss Texas?

 

www.shawnefielding.com ist allerding offline – das ist ganz neu. Aber über http://shawnefielding.blogspot.com kommt man direkt auf den Blog.

Nahm mich doch noch wunder, wer mit Miss Texas nun gemeint war? Shawne kann es ja nicht sein, denn sie selber ist nie Miss Texas gewesen, ja, sie hat sogar Journalisten korrigiert, die ihr diesen unverdienten Titel gaben - wenn sie ihnen damit eins auswischen konnte. Ganz unten steht die Zurechtweisung, in der Akte. Wer also ist diese Miss Texas, die Shawne nun am 14. Juni 2009 in ihrem Blogteaser twittert? Nicht vielleicht doch am Ende wieder sie?

Nun, ich konnte auf ihrem Blog beim besten Willen nichts mit den Begriffen Snowboard, Champs, Miss Texas finden. Aber auch keine Story, die auch nur im Entferntesten mit ‘winning Gold with Swiss Snowboard Champs’ zu tun hat. Könnte es sein, dass sie unterdessen entfernt worden ist?

Ich nehme es doch stark an, denn wenn nun auskommt, dass Shawne sich noch vor zwei Wochen selber als ehemalige Miss Texas gerühmt hat, dann wäre das doch langsam hochnotpeinlich.

So, und warum mein weiches Herz sich nun seiner Farbe besonnen hat und dieser Beitrag doch geschrieben wurde: Mich macht es ganz einfach wütend, wenn eine Vertreterin der studierten weissen Oberschicht der USA es so furchtbar lustig findet, mit einer Winchester im Schiessstand herumzuballern und dazu auf ihrem Blog mehrfach zu betonen, dass so der Westen erobert worden ist. Ganz unten im Beitrag, da ist das Filmlein, das mich so wütend macht.

Frau Fielding, es gibt im Fall Leute, die diese Eroberung des Westens als Völkermord bezeichnen. Da das ja irgendwie ein juristischer Begriff ist, lassen wir das mal so in der Schwebe. Schliesslich ist ihr Mann ja auch Anwalt. Sagen wir einfach mal: Es ist absolut empörend, mit dem Tod von zig-Millionen Menschen seine Lifestyle-Spässchen zu treiben, Frau Fielding. Und darum hoffe ich von Herzen, dass ihnen ihre Misstritte nun um die Ohren fliegen.

Abgelegt unter: Unterhaltungskunst — Tags: — Bruder Bernhard @ 14:01

26. Juni 2009

Klatschheftli im Irrtum?

Vor einigen Tagen hat meine tägliche Lektüre Klatschheftli über meine Lieblingspromi Shawne ganz was Freches ins Netz gerückt. Klatschheftli beweist, Shawne Fielding Borer ist nie Miss Texas gewesen, obwohl sie das behaupte. Und die Weltwoche druckt das am Donnerstag auch noch nach.

In meinem Stöckli steht halt kein TV-Apparat, deshalb weiss ich jetzt nicht, war das ein Primeur oder schon kalter Kaffee? Denn Klatschheftli erwähnt ja in seinem Blog eine TV-Reportage, die angeblich mal zum selben Resultat gekommen sei. Kurz gegoogelt, nur eine kleine Runde, das langt mir jetzt aber schon. Denn sofort öffnen sich lange Listen der falschen Zuschreibung durch Tagesanzeiger, Spiegel etc. Alle führen sie als ‘ehemalige’, als ‘Ex’-Miss Texas. Also ist mal klar: Das Missenspiel hat System beim Schosskind des Glücks Shawne. Denn auch in Wikipedia steht, sie sei allerhand Missen gewesen.

Shawne: Nur in der deutschen Wikipedia, dafür voller Titel

Shawne: Nur in der deutschen Wikipedia, dafür voller Titel

Allerdings: Würde ich als ‘der erfolgreiche, mehrfach preisgekrönte Nackthalshuhnzüchter Bruder Bernhard (Goldmedaillen Geflügel- und Nutztierausstellung Shinjuku (Tokyo))’ in allen Zeitungen der Deutschschweiz herumgeschleipft – ich wäre doch einfach nur dumm, würde ich das richtig stellen. Richtig ist – ach, nein, ich will das jetzt nicht richtig stellen!!!

Also, Miss Texas: Danke erstmal an Frau Müller, die mir in diesem Kommentar den Link zur echten Krönungseite liefert. Und so stellt sich Shawne Fielding Williams dort dar:

Mrs. Texas

Mrs. Texas

Gut, ich könnte jetzt meinen vielgerühmten Jagdinstinkt von der Leine lassen und minutiös überprüfen: Wenn Shawne nie Miss Texas war, wie auch Frau Müller schreibt, sondern eben Mrs.: Was hat es dann mit den anderen Titeln auf sich, mit denen sie in Wikipedia immer noch eingetragen ist? Kann sie Zweite einer nationalen Konkurrenz werden, was in ihrem Fall den Gewinn des Titels Miss Texas USA voraus setzt? Wieder ist sie in den offiziellen Listen nicht zu finden.… Ausser sie hiess damals Christine Friedel.

War Shawne vielleicht schon mal ein paar Missen, aber eher obskurer Prägung? Misswahlen gibts ja für jeden Geschmack, jedes Alter, jedes Kaff. Aber das überlasse ich jetzt euch. Diese Ansammlung von Horrorkabinetten (erinnert an den Film Camping, oder?) ist doch eine Reise wert? Klar ist: Wikipedia liefert wieder mal eine Fehlinformation. Würde gerne wissen, wer den Brunz geschrieben hat, und aus welchem Grund…. Da gab’s doch diese Story über den Köppel von der Weltwoche, der selber an seinem Wiki-Porträt Hand angelegt hat? Weiter klar: eigentlich sind das überhaupt keine schönen Leute, diese Missen. Diese Frisuren!!! Diese Farben!!!! Bling-Bling überall!!!!

Mir ist meine Zeit jetzt grad zu schade für eine Webreise. Obwohl, interessant wär’s allemal. Warum? Nun, warum lese ich etwa Alexandre Dumas? Oder die gefälschten Memoiren von Shostakovitch? Oder Hodels Entlarvung seines superintelligenten Vaters als Serienmörder Black Daliah Avenger? Warum lese ich Klatschheftli?

Update: hatte grad ein bisschen Zeit zu killen und habe mir den Quelltext der mrstexas-Seite angeschaut. Nun bin ich erst recht verwirrt: Mal wird sie als Mrs. Texas 1995 (siehe Bild oben), mal als Siegerin 1997 aufgeführt (Screenshot unten). Wird wohl ein Irrtum des Webmasters sein, aber wirft nicht unbedingt ein günstiges Licht auf den einzigen Beleg für Shawne’s Krönungen. Ob die Webseite wohl von einem der Sponsoren selber (oder dessen Sekretärin) gestaltet wurde? Pst: Ich tippe auf Grandma’s Secret Spot Remover!

Im Quelltext mal als 1995-er, mal als 1997-er Queen ausgewiesen

Im Quelltext mal als 1995-er, mal als 1997-er Queen ausgewiesen

 

 

Nun wundere ich mich doch, wie bereitwillig die J* diese Mär immer geglaubt und tapfer voneinander abgeschrieben haben. Muss man denn alles selber kontrollieren? Aber wahrscheinlich verstehe ich einfach weniger vom J* als ein J* vom Bloggen.

Update von 17:25 Uhr

Abgelegt unter: Praxistest, Unterhaltungskunst — Tags:, — Bruder Bernhard @ 13:09
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