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La Triperie - Bruder Bernhard
steht ein für die Inneren Werte!!!

22. November 2009

5 Minuten in der Schweizer Blogsphäre

Wahrscheinlich ist es nur Zufall, aber die Funde, die mir in den letzten 5 Minuten auf den Bildschirm gelangten, sollen hier kurz zur Thematisierung gelangen.

Etwa so geht Kandidatendeutsch, diesmal von der FDP Port, wo ein Herr Marc Schönholzer eine “Offene Antwort an Frau Elisabeth Waltenspül” absetzt. Das Witzige daran ist natürlich, dass Herr Schönholzer dermassen in seiner Porter FDP-Welt gefangen ist, dass ihm ganz klar ist: Wir verstehen alle, wovon hier die Rede ist. Deshalb nimmt er sich nicht mal die Mühe, uns zu erklären, was denn Frau Waltenspül in ihren Leserbrief schreibt, ausser dass er “Satire – ganz real” heisst und die Minarett-Initiative zum Thema hat. Von einem Link auf den Leserbrief ganz zu schweigen. Lieber täubelt er über einen “langwierigen Virus” in einer “vergifteten Athmosphäre”.

FDP-Port: http://fdp-port-blog.ch/?p=249


Nachtrag am folgenden Morgen: Das Posting wurde stillschweigend überarbeitet – die FDP Port schuldet mir jetzt wohl ein kleines Beraterhonorar – Ende des Nachtrags

Wie bin ich überhaupt auf diesen Eintrag gelangt? Irgendwie war ich vorher auf einen Otto Normal hingesurft, der auf die neuen Beiträge bei slug linkt (”Das läuft in Blogs”). Bei dem ist mir übrigens aufgefallen ist, dass er die Lyrik pflegt. Und zwar nicht irgend eine Lyrik. Nein, es ist die Lyrik der 70er Jahre, die in der Schweiz vor allem von Lehrern, Sozialarbeitern und Buchhändlern gepflegt wurde, und die ging etwa so:

Erfolgreich kommunziert
—————————————
Der Krug
geht
zum
Brunnen
hub Zumbrunn
an
Bevor
der Hieb
ihn
niederstreckte

Vor allem aber ist mir dort die Blogroll ins Auge gestochen – bei Otto steht diese unter der Überschrift “Sie haben Otto verlinkt”. Ein origineller Ansatz, fürwahr. Die übrigen Links sind allesamt Otto gewidmet. Ah nein, eine Zeitung und Google-News kommen noch vor. Spannend…

5 Minuten sind um – noch mehr gibt’s aber jederzeit in http://slug.ch.

Abgelegt unter: Kurz und gemein — Tags:, — Bruder Bernhard @ 19:00

13. April 2009

Klatsch, Tratsch: Notizen zu Namen, kurz und gemein

Je älter die Journalistenperson, desto vorhersagbar die Kumpels, die Sie+Er ‘ins Blatt rückt’.

Nehmen wir nur mal das älteste Journalistenbüro der Schweiz, welches sich vom sorgfältig gehegten Nonkonformistenimage der 60er Jahre mit der Gründung einer lokalen Gratiszeitung verabschiedet hat – vor 30 Jahren. Fast so lange schon konstatiert, wer mitliest, eine auffällig bevorzugte Behandlung eines lokalen Schönheitssalons, welcher fast genau gleich wie die Zeitung Beauty Biel-Bienne heisst.

Über die Gründe zu spekulieren, ist müssig. Elefanten können sich noch erinnern, dass die Tochter einer Verlegerperson zum Stammpersonal des Salons gehört(e?).

Aber das hier schrub ich nur einleitend, um mich von den strunzigen Zwitschern abzugrenzen, die etwa so gehen täten:

“Gesehen? Bauer rückt seine alten Kumpels in Blatt – dafür hätte er aber nicht in Tyo recherchieren müssen #sprütze”.

Die 333 wichtigsten Websites - warum nur erinnert mich so was an die Anfangszeiten des www, als gefitzte Verleger Internet-Adressen-Verzeichnisse druckten?

Abgelegt unter: Kurz und gemein — Tags:, , — Bruder Bernhard @ 15:19

28. März 2009

Alpha-Peinlichkeiten

Diese verdammte Blogsphäre! Macht mir aber langsam und sicher alles kaputt, rupft mal hier einen Schleier, mal da einen Paravent weg. Und zwar einfach durch die schiere Menge an Alpha-, Beta- und Metainformationen. Das habe ich grad vorhin gemerkt, auf meiner kleinen Samstagsrundschau in Postings, die ich wegen wochenlangem Offline-Fever (nein, ist keine Krankheit) wohl verpasst hatte.

So hatte ich die Geschichte hier, wo’s einmal mehr um Anonym-Pseudonym-Klaronym (APK) geht, gar nicht richtig mitbekommen. Ich fand ihn jetzt aber lustig, den Einblick in das Twitter-Gezwitscher der sog. ‘Alpha-Journalisten’. Nicht wegen APK, auch weniger wegen der gegenseitigen Schulterklopferei – diese ist schliesslich die allerwichtigste Grundlage von Twitter überhaupt und macht wohl 90% des Inhalts aus. Nein, lustig fand ich den offensichtlichen Zwang, unter dem diese Leute stehen, auch noch diesen Kanal für die Eigenpromotion auszunützen.

Blöd ist einfach, dass schnell gezwitschert anonym gelesen heisst. Gewisse Dinge sollten einfach nicht an die grosse Glocke gehängt werden. So weiss ich jetzt etwa über Michele Roten nicht nur, dass sie sich die Möse rasiert, dass sie mächtig stolz auf ihren Knackarsch und ihr so unglaublich gewagtes Tattoo ist. Genau ein Drittel dieses Wissens hätte mir eigentlich genügt.

Was ich jetzt aber wirklich nicht lesen wollte, das sind Sachen wie: “Elias Canetti  privat muss ein Riesenarschloch  gewesen sein”. Wenn eine gediente Journalistin so was zwitschert, dann ist er bei mir dahin, der Glaube an die ‘gute Allgemeinbildung’, welche doch sicher immer noch zum Berufsbild gehört. Fragezeichen. Und wenn dann einer der anderen Schulterklopfer zurückschreibt, ja, das stimme, er habe ihn mal privat getroffen, dann ist es wieder da, das Wissen um das aufgeblasene Ego von Popjournalisten.

Anmerkung eines normalen Lesers: Dass Canetti ein Superarschloch war, weiss jeder, der auch nur eine simple Rezension der ganz normalen Sachbücherabteilung-Canettibiografie in seiner Tageszeitung gelesen hat. Oder vor fünf Jahren die Besprechungsflut seiner Abrechnung “Die Party im Blitz”  nicht ganz überlesen hat. Der Stammvater der Alphajournalisten Frank A. Meyer hat sich ja unter anderem immer damit in Szene setzen können, dass er Bücher liest. So weit sind wir noch nicht, dass sich ein Journalist schon dadurch auszeichnet, dass er Zeitungen liest. Noch nicht. Aber mir schwant da was …

Abgelegt unter: Kurz und gemein — Tags:, — Bruder Bernhard @ 10:38

16. März 2009

Im Stall, bei die Ein-Trick-Ponies

Manchmal findet man manches total geil, dann plötzlich mal nicht mehr. Etwa das Pferd, das rechnen kann – bis man herausfindet, es kann eben nur das, aber nicht mal das – denn es rechnet ja gar nicht, es schaut dem Meister einfach aufs Maul, und so lange er lächelt, so lange klopft es, das Pferd – hört er auf zu lächeln, hört es auf zu klopfen.

So, diese Zeilen musste ich schon mal zu Beginn schinden, denn sonst wird mein langweiliger Beitrag ja überhaupt nicht voll. Justament so, wie jene Mark von Husslings (ein Autojournalist, glaube ich – den nichts kaputter macht als wenn man seinen Namen falsch schreibt. Behauptet er wenigstens. Weil das klingt ja so prominent….). Aber ich will ihn ja nicht kaputt machen, sondern was über die Ein-Trick-Ponies schreiben.

Zu den Ein-Trick-Ponies gehören: Mark von Husslings, die Weltwok (eine Zeitung), der Verlag Eichborn. Ein-Trick-Ponies bringen genau einen Trick, und der ist irgendwie so neu oder ungewohnt, dass sie damit früher oder später auffallen müssen. Von Hussling ist mir eher früher aufgefallen, deshalb könnte er für mich jetzt eigentlich aufhören mit seinem einen Trick und sich einen neuen einüben. Tut er aber nicht. Macht aber auch nichts. Denn seine Berichte erscheinen bei der Weltwok, ebenfalls ein Ein-Trick-Pony, wie gesagt, das mir eher früher aufgefallen ist und deshalb wohl unterdessen mich stink langweilt. Weshalb sie nicht mehr auf meinem “Radar” (Marcel Ospel, ein Bankangestellter) erscheint. Und so würde ich Von Husslings neuen einen Trick, so er denn mal einen fände, eh verpassen.

Von Husslings wichtigste Kulturleistung: Er hat aufgedeckt, dass Stars wie Maria Käri viel netter sein sollen als ihre sie eifrig abschirmende Entourage glauben macht. Und davon zehrt er jetzt seit gefühlten 10 Jahren (wahrscheinlich sinds bloss fünf?). Ich harre immer noch der nächsten Enthüllung: Dass die Stars genau dieses Bild von sich mit Husslings Hilfe aufgebaut haben, und er enthüllt das jetzt als zynisch, berechnend, oder besser, da solche Wörter nicht zu seinem übrigens nur angelesen wirkenden Ennui passen, als “profund proletarisch”!

Bis es soweit ist, ergötzen wir uns schon mal daran, dass der Verlag Zweitausendeins, der Husslings Buch vertreibt, die Weltwok als “Zwitter aus Spiegel und TAZ” bezeichnet.

Und der Eichborn Verlag? Dort gehörte es eigentlich hin, das Buch - aber darüber ein ander Mal. In 10 Jahren. Denn das hat schon Züge eines neuen Themas.

PS: natürlich war ich jetzt unfair. Von Hussling hat ja einen zweiten Trick eingeführt, vor gefühlten fünf Jahren. Welchen? Auflösung im Text “versteckt”.

Abgelegt unter: Kurz und gemein — Tags: — Bruder Bernhard @ 18:58

3. November 2008

Jung, biegsam, verknöchert

Wir hatten ja bei uns im Dorf während einigen Jahren intensiven Kontakt zum damals kritischen Journalismus. In den 70er Jahren hatte dieser einen ersten Höhepunkt in Form von Dr. Schawinskis Ravioliskandal. Ja, der Kassensturz hatte herausgefunden, dass die Füllung der Büchsenravioli nicht etwa mit Filetfleisch, sondern mit Innereien gestreckt wird. Und, ja, Schawinksi ist Dr., kann man im Wikipedia-Beitrag über den Kassensturz nachlesen!

Dieser Eintrag sieht überhaupt aus wie wenn Dutzende Autoren verschiedenster Schulen drin herumgepfuscht hätten…

Die Innereien in den Ravioli kamen dann leider aus der Mode. Deshalb mein intensiver Kontakt zum kritischen Journalismus. Zunächst muss man wissen, dass in den 70ern Journalisten als sexy!!! galten!!!! Würde man heute nicht mehr denken!!! Aber damals: Da hatten grad Dustin Hoffmann und der Schönling Robert Redford (alias Woodward/Bernstein) den Watergate-Skandal Nixons aufgedeckt und diesen zum Rücktritt gezwungen. Heute machen junge, leicht beeinflussbare Menschen bei strunzdummen Casting-Sendungen und Dumpfbackenwahlen mit – damals wollten sie Journalist werden!!!! Und am Abend tüchtig im Glamour baden, bei gutem Essen und aufmüpfiger Rede am grossen Tisch, so wie es halt damals Mode war – die Romands galten noch als leger, die Italiener noch nicht als komplette Dummköpfe (dieses TV-Programm! Diese Politiker! Und dann lassen sie noch Starbucks ins Land!!!)

Und nirgends war der Tisch grösser als bei uns im stillgelegten Heuschober, wo es jeden Tag Schlachtplatte aus grossen Töpfen gab. Am Liebsten aber war den Herren von den kritischen Pressebüros unser Adrio (mit Herz und Lunge) und die gebackenen Hühnerklauen (der Sehnen wegen) sowie natürlich die berühmten albanischen Schnitzel. All das gab es nämlich in der Stadt seit dem Ravioliskandal schon längst nicht mehr!!! Ironie der Kulinahrungsmittelgeschichte…

Das ist mir in den Sinn gekommen, als ich heute morgen als erstes das Internet aufschlug und von diesem preisgekrönten Jungjournalisten erfuhr. Die Zeitung (am Sonntag) selber tue ich mir ja nicht mehr an – pures Recycling der Woche, ansonsten weiche Magazinthemen oder ärztliches Grundwissen für Simulanten.

Welch ein Unterschied zum Recherchierjournalismus: Der Archivjournalismus. Als fleissiger Zeitungsleser kenne ich den gut. Wenn ein Journalist bei einem neuen Medium mitschreibt, wird er früher oder später seine alten Themen aus dem Archiv hervorholen, umschreiben und einreichen. Bei David Bauer ist dies nun eher früher geschehen – wenn ich mich nicht irre, ist diese Uralt-Story sein Einstand bei der neuen Zeitung. Nicht gerade der Knüller, für welche die SoZei ja gerne bekannt wäre. Dafür haben sie aber jetzt einen echt studierten und geschulten Preisträger – wobei angesichts dieser dünnen Story die Frage erlaubt sei, was es da eigentlich zu studieren und zu lernen gibt, was nicht besser am grossen Tisch bei einem Topf dampfender Innereien viel lustvoller erledigt werden könnte.

Soviel weiss ich allerdings: Ein Blog würde zum zitierten Buch verlinken. Und er würde sich schämen, eine Fibel für Fans als Beleg für eine herbeigezurrte These zu nehmen. Drei Namen mit austauschbaren Statements zu Blogs zu bringen, ist zudem auch nicht grad ein Beleg für Recherche – die Leute haben hier bloss eine Feigenblattfunktion, um auch mal was in direkter Rede bringen zu können.

Rechercheanteil: drei Mailanfragen rauslassen, ein Uralt-Buch von der Lektüreliste zum Studium vom Estrich holen: 10 Minuten?

Themensetzung kann ich auch nicht finden – grad kürzlich hatte sich ja ein Kurt W. Zimmermann mit dem selben Thema unmöglich gemacht…

Mir ist allerdings schleierhaft, wie Bauer zwei themensetzende CH-Blogs der jüngsten Vergangenheit nicht kennen kann: Nelly Wenger stolperte am Ende über einen Blog, und erst vor wenigen Wochen musste die Stadtregierung von La Chaux-de-Fonds eines Blogs wegen einen peinlichen Rückzieher in der Museumsaffäre machen. Bauer, Sie lesen Zeitung? Oder doch nur veraltete Fachbücher? Ist es Ihnen nicht ein wenig peinlich, so untermunitioniert einen Strauss vom Zaun zu brechen?
Alles in allem ein liebedîenerischer Artikel, mehr für die Geschäftsleitungen und das Bühnenpersonal als für einen Zeitungsleser geschrieben. Komisch, dass Bauer offensichtlich denkt, man merke das nicht.

Zeit nun für Dr. Bugsierer’s Analyse, aber auch für Pixelfreund’s Breitseite oder Thinkabout’s Fragen

Abgelegt unter: Kurz und gemein — Tags: — Bruder Bernhard @ 11:41

27. Oktober 2008

Die Schande der weissen Frau

Wieviele Milliarden haben die Regierungen des Westens innerhalb eines Nachmittags für ihre Banken locker machen können? Habe ich heute morgen 1700 Milliarden gehört? Nachdem jahrelang beim Sozialen aufs Schäbigste nur bessere Almosen verteilt worden sind? Nachdem politische Brandstifter jahrelang auf die einprügelten, denen es weniger gut geht als mir und ihnen selber? Fühlen Sie sich jetzt nicht auch ein wenig verarscht?

Ich bin halt etwas ab von der Welt, hier. Sobald die Kühe draussen sind, stört das Methangas zudem den Radioempfang – deshalb höre ich vor allem früh morgens, wenn’s noch dunkel ist. Heute morgen Jean Ziegler zu Gast bei den Libraires francophones. Es war also noch dunkel, ich hatte ein T-Shirt an (Takashi Miike, ihr entsinnt euch? Habe ich schon in einem früheren Beitrag unterbringen können :-) …. Und ich muss das jetzt noch raushauen, bevor die Kühe ins Freie gebracht werden müssen!!!! Also, überprüft die Zahlen selber!!!! Bittschön.

Auf 100 Milliarden mehr oder weniger kommt’s heute sowieso nicht mehr an – so sind fangs die Verhältnisse, blödsinnig.


In der Radiosendung wurde auch gesagt, 82 Milliarden würden genügen, den Hunger in der Welt zu besiegen!!!! Gopf!!!

“Die Schande des weissen Mannes” gibt’s bei Google gar nicht – in meiner Erinnerung ist damit die Ausrottung der Indianer gemeint.”Die Schande der weissen Frau” nun ist dieses Verreckenlassen von Kindern und ganzen Familien, Tag für Tag, Stunde um Stunde, Minute um Minute. Schliesslich haben die Frauen die Mehrheit in den täglich siegreichen Ländern.

Abgelegt unter: Kurz und gemein — Tags:, — Bruder Bernhard @ 07:42

21. Oktober 2008

Eltern sind Mörder! Alle!!!

Das denke ich jedes mal, wenn ich Papi mit dem Auto zur Arbeit, Mami die lieben Kleinen zur Nachhilfstunde fahren sehe. Aber ich muss es gar nicht mehr weiter ausführen: Schon in der Papierversion hat mir dieser Artikel hier sozusagen das Thema gestohlen… Brutale Wahrheiten. Ihr werdet euch im 2050 nach einer leckeren kleinen Banken- und Wirtschaftskrise, die man locker mit ein paar Billionen beherrschen kann, sehnen!!! Und das Dumme ist: Es werden euch keine Ospels und sonstigen Abzocker als Sündenböcke herhalten – alle werden es gewusst haben …

Sagt B.B., der die 1 komma 1 Pendler per Auto nicht einmal mit einem Fluch bis ins 7. Glied belegen muss – die erledigen das selber. Aber noch was: Wann das letzte mal einen voll besetzten Personenwagen gesehen? Schon mal aufgefallen, dass darin meistens dunkelhäutige Ausländer sitzen? Sie sind vom Mördervorwurf hiermit ausdrücklich ausgenommen!!!

Abgelegt unter: Kurz und gemein — Tags: — Bruder Bernhard @ 10:16

19. Oktober 2008

Facts 2.0 hat leider verloren

Tja, leider hat es nicht gelangt für Facts 2.0. Der Big Brother Award ging dieses Jahr noch an die Konkurrenz. Dabei hat der Facts-Geschäftsführer doch wirklich alles versucht, um die Jury noch auf der Zielgeraden in seinem Sinne zu beeinflussen. Chancen hätten durchaus bestanden, da die Preisträgerin Securitas schon vor Wochen verlauten liess, sie wolle die gewürdigten Praktiken nicht fortführen. Christoph Lüscher hingegen beharrt auf der Rechtmässigkeit seiner Schnüffelei. Er greift sogar zu einer ganz offensichtlichen Lüge. Wir hier nennen das eine Fick-Dich-Lüge: “Du siehst, dass ich lüge, kannst es aber nicht beweisen”.

Nun, dass die ominösen 32/17′000 nicht stimmen können, lässt sich leicht nachweisen: Wenn ein Postfach geöffnet wird, wird ähnlich wie in einem Blog nicht einfach eine bestimmte Nachricht angezeigt, sondern ein ganzer Rattenschwanz, je nach Länge der einzelnen Nachricht sind das zwischen so 5 und 10 – oder noch mehr.

Nicht nur keine Reue, keine Entschuldigung, kein “Wir werden das in Zukunft nicht mehr tun”. Nein. Es wird sogar der Leiter Unternehmenskommunikation der Tamedia mit dieser erfundenen Zahl munitioniert, und dieser traut sich tatsächlich mit diesem Unsinn an die Öffentlichkeit.

Also, gute Chancen für Facts im nächsten Jahr. Vielleicht plaudert ja mal ein Whistleblower bei Ugugu? Die Internet-Adresse www.bigbrother.ch hat der Kandidat jedenfalls bereits für sich reserviert. Kein Kohl! Hier musst du kucken, he, voll krass, Mann, sach ich mal… (Originalmonolog aus der TV-Sendung)

Also, dann, tschüss, bis im nächsten Jahr!


Hier nochmals die Links zur Facts-Story in der richtigen Reihenfolge:
Teil 1
Teil 2
Teil 3
Nachtrag


Abgelegt unter: Kurz und gemein — Tags:, — Bruder Bernhard @ 11:06

20. September 2008

In der Eau-de-Cologne-Hölle

Es war eine schöne Reise mit unserem Jodelchörli – Paris, Pigalle, Crazy Horse. Lange ist’s her. Aber den Duft habe ich immer noch in der Nase. Den Duft frisch eingeseifter Körper.

Damals gab’s nämlich noch keinen TGV, und wir mussten wie die hinterletzten Gammler den Nachtzug nehmen – Fahrzeit gute 8 Stunden ab Basel. Auf der Rückfahrt ist’s dann passiert: Bei Mulhouse im Elsass, es war so um die 6 Uhr morgens, quetschten sich noch ein Halbes Dutzend Elsässer in unser Abteil. Wir, die wir die ganze Nacht z Bluemete Trögli gesungen hatten, waren entsprechend müde und mussten übernächtigt gewirkt haben. Die verächtlichen Blicke dieser penetrant rechtschaffenen Elsässer sind mir heute noch gegenwärtig. Aber viiiieeeel schlimmer: Der Gestank dieser Pendlerclique, siehe oben, als wären sie beim Seifensieden in den Topf gefallen. Etwa so muss Kurt Beck, der aufrechte Deutsche Sozialdemobart, riechen. Sie glichen ihm auch, äusserlich. Sie sprachen aber dieses Halbfranzösisch (wenn überhaupt ein Wort fiel…)

An diese markante Episode musste ich denken, als ich auf einer Blogwerbung dieses Argument für ein gebrauchtes Einfamilienhaus auf dem Land fand:

.

Ja, so ist sie wohl, die Ostschweiz. Nur dort sind solche Argumente vorstellbar, oder Schilder wie dies hier, auf dem Sportplatz von Rebstein im Kanton St. Gallen:

öffnungszeiten sportplatz rebstein eingeschränkt

Es scheint, manche Leute können die Grabesruh kaum mehr erwarten! Wenn Sie auch dazu gehören: Das gebrauchte Einfamilienhaus hat 240 Quadratmeter und kostet knapp unter einer Million. Die Elsässer Pendlerclique würde sich dort jedenfalls wohl fühlen.

Schön eingerichtet ist es auch – ganz gediegen, äusserst geschmackvoll, und vor allem: gäbig zu Putzen! Was allerdings kaum nötig sein wird: wenn kein Besuch da ist, werden die Möbel ja mit Tüchern schonend gedeckt. Ich jedenfalls mach’ das.

Abgelegt unter: Kurz und gemein — Tags:, — Bruder Bernhard @ 12:48

19. September 2008

Gönnerhafte Plagöri

Ein zwei Tage altes Thuner Tagblatt, welches im Bähnli rumlag, feierte sie einmal mehr: Die Powerfrau. Diesmal im Zusammenhang mit irgend einem Vereinsanlass, weiss nicht mehr genau. Da kräuseln sich mir jeweils die Fussnägel, wenn ich diese gönnerhafte Zuschreibung lese. Den Powermann gibt es typischerweise nicht. Weil: Power ist sowieso eine männliche Eigenschaft, die muss gar nicht extra erwähnt werden. Hoden hingegen, das nur am Rande, haben offenbar nicht alle Männer, deshalb wird ja gerne hervorgehoben, dass einer Eier hat.

Sprache ist verräterisch. Körpersprache sowieso. Wörter genau so. Schlag nach bei André Dosé, dem man den zu gross geratenen Businessanzug buchstäblich anhören konnte, wenn er über sein Komitment sprach, um die Ehrlein nicht in den Defohlt rutschen zu lassen. Das reichte für den Aufstieg zum Manager des Jahres. Solche Leute werden in 50 Jahren chinesische Ausdrücke in ihr Imponiergehabe einfliessen lassen, und sie werden immer noch genau so lächerlich wirken wie heute.

Wo steht eigentlich Angela Merkel (um auch mal eine Frau ganz leise zu kritisieren), wenn sie immer wieder ‘die Menschen draussen‘ in den Mund nimmt? Immerhin noch auf der Erde. Sie spräche sonst wohl von den Menschen drunten. Wenigstens ist die hölzerne Sprache der Politiker in ihrer Dumpfheit absolut erheiternd und auch erhellend. Da kann ich lachen.

Das Lachen wird zum Gröhlen, wenn Fritz Bünzli uns von seiner Quality Time was vorlügt, die er gemeinsam mit seiner Familie in einem Zeitfenster verbringt, um so irgend etwas zu generieren.

So tönen Hirne, welche im Leerlauf mit Vollgas laufen – mit Gedankenmüll als Kraftstoff. Hm … das tönt jetzt schon fast wie ein Songtitel – zur Melodie von “That’s the sound of the men – working on a chain gahang” (Sam Cooke). Passt haargenau. Züri West, bitte übernehmen.


Hier noch ein bisschen ‘des Kaisers alte Kleider’ – Ospel-Bashing vom Schweizer Fernsehen.

Übrigens ein blatant passionantes Videoarchiv, die Emission ‘Reporter’

Abgelegt unter: Kurz und gemein — Tags:, — Bruder Bernhard @ 08:50
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