new kid on the blog seit 11-09-2008

La Triperie - Bruder Bernhard
steht ein für die Inneren Werte!!!

17. Oktober 2011

Mein Wahlzettel

So schnell ging wählen noch nie. Eine einzige Bedingung mussten die in Frage kommenden Kandidaten erfüllen: Jahrgang 1985 oder jünger.

Hier nun die Namen der Glücklichen, die je zwei Zeilen meines Wahlzettels erhalten:

[30 Minuten später]

Zu früh triumphiert. Sechsundzwanzig Zeilen habe ich zur Verfügung. Auf den ersten Listen finde ich wie erwartet nur ein paar wenige, die dem Kriterium entsprechen. Liste 1, SVP, wegen dem Multiplikationsfaktor 1933 chancenlos. Liste 2 und 3, SP-Mannen und -Froue, bringen zusammen drei Namen auf meine persönliche Liste. Aber dann, Liste 9, Junge Grüne – 22 Kandidatinnen beider Geschlechter füllen meinen Wahlzettel fast bis zur letzten Zeile. Und da hatte ich die Liste 4 noch gar nicht gesehen: Zwei Namen muss ich dort streichen, bleiben immer noch 24 Wählbare!

Ich telefoniere herum, ob ich einen zweiten Wahlzettel für mich auftreiben kann, aber keine Chance. Ob Lumengo wohl schneller war? Immerhin kandidiert er für eine eigens gegründete Sozial-Liberale Bewegung (SLB) – Mouvement socio-libéral (MSL) auf Liste 20. Zwei Studentinnen, Jahrgang 1988 und 1990, müsste ich aus seiner Liste 20 auf meinen schon jetzt überfüllten Wahlzettel übertragen.

Die ganz Rechten sind natürlich kein Problem. Nach Stufe BDP wird das Alter automatisch mit dem Faktor 1933 multipliziert, siehe SVP weiter oben.

Aber Oh Du Mein Schreck, da gibt es ja nicht bloss die Wahlpropanda in Form schöner Prospekte, die auszuwerten sind. Unter dem Kochbüchlein aus der Bundeskanzlei

In der Kürze liegt die Würze – Kleine Staats- und Wahlkunde für die Nationalratswahlen ….

Die Suppe am Tisch aus einer Kanne dazugiessen

[Wer um Gottes Willen hat noch eine "Kanne" zu Hause? Mit Gamelle könnte ich aber dienen] –

finde ich einen gebundenen A5-Block mit 28 Listen, darunter zwei jungfreisinnige Regionallisten mit 22 Wählbaren aus der Gleis-Sieben-Generation.

Und dann all die Vertreter der Randgruppen und -Regionen: Les Rauraques (RAU), 11 meist junge Jurassier, als Beispiel, die kicken sich zum Glück mit ihrer Listenverbindung mit dem Bünzlirocker Jimmy Hofer gleich selbst aus dem Rennen. Oder die Tierpartei Schweiz TPS hahahahahaha. Weiter eine sogenannte Eidgenössische Demokratische Union (EDU), sogenannte Schweizer Demokraten (SD); findet sich dort mal ein Jungpolitiker unter all den Altersguillotinierten, muss er wegen dem 1933er Multiplikationsfaktor ausgemerzt werden, um es in der in jenen Kreisen sicherlich verstandenen Sprache LTI auszudrücken.

Am Schluss bleibt ein Eindruck zurück: Die Grossparteien setzen gerne junge Listen ein, auf denen wirklich echte Junge vorgeführt werden. All diese Listen sind mindestens mit einer Mutterpartei verbunden, logisch, und dienen ganz unverhüllt dem Stimmenfang für ihre Silberrücken. Die Aufmüpfigen hingegen schwanken in ihrer ganz grossen Mehrheit zwischen reif und uralt, wie etwa die “Grüne: GrünAlternative” mit ihrem ewigen Spitzenkandidaten Luzius Theiler, 72.

Und ich muss mich nun wohl einfach entscheiden. Entweder für Liste 9 “Grüne – Junge Grüne und Junge Alternative JA!” – fast alle wählbar, zudem hat ihre Spitzenkandidatin Aline Trede, Jg. 1983, das beste Plakat überhaupt aushängen lassen. Oder für Liste 4, “JUSO und Second@s Plus (Juso-Second@s)”, wo nur zwei Namen der Jahrgänge 1982 und 1981 gestrichen werden müssten.

Die Jungen Grünen JA! haben nicht nur Trede, sondern auch Pablo Donzé, der mich sehr beeindruckt, weil er mich seit Jahren so nett grüsst. Die JUSO andrerseits habe ich am Samstag auf der Bahnhofstrasse beim Wahlkampf angetroffen, einige Halbpunks, ein Second@-Mädchen, wahrscheinlich war auch ein Hund dabei – ich würde die sofort wählen, aber je länger ich den durchsichtigen Populismus auf mich einwirken lasse, welcher sich im völlig deplatzierten @ äussert, desto mehr tendiere ich zur staatsbürgerlich korrekten Wahl der Jungen Grünen JA!, ergänzt um einige Halbpunks und Second@s. Andrerseits – normalerweise mag ich ja das Deplatzierte grad erst recht!

Muss ich doch zwei Listen einschmeissen? Oder die Rückseite des Wahlzettels verwenden?

Mal nachschauen, was die Bundeskanzlei zu diesem Problem anbietet?

Alles Gemüse und den Rohschinken fein würfeln und in der Butter dünsten….

Abgelegt unter: Praxistest — @ 09:19

1 Kommentar

  1. Kommentar von Ugugu — 26. Oktober 2011 @ 10:17

    Die Silberrückenproblematik hat mich in diesem Jahr auch beschäftigt. Junge Listen: Eine Alibiübung sondergleichen.

RSS-Feed für Kommentare zu diesem Artikel.

Die Kommentarfunktion ist zur Zeit leider deaktiviert.

Wordpress Classic Theme, gespielt à la Bruder Bernhard's Nackthalshuhn
Abzeichnen vom Bildschirm bei Angabe der Quelle (url) ausdrücklich erlaubt!!!