Aber das Nackthalshuhn riss sich am Riemen: jetzt bloss nicht abschweifen. Bloss nicht dran denken, was wäre, wäre ich die Kuh, und er, der Melker, käme mit seinen kalten Händen auf mich zu, auf meinen Euter zu, zu melken mich und - nicht auszudenken.
Doch weil das ein Märchen ist, geht es wahrscheinlich am Ende gut aus. Doch: noch sind wir nicht dort. Noch ist alles in der Schwebe.
Und so nahm das Nackthalshuhn den Zug. Dritter Klasse, so dachte es bei sich, lässt sich weit fahren. Es wollte mal die Grosse Weite Welt sehen. Doch wo war seine Welt? Egal - nur fort, vom Melker Mit Den Kalten Händen. Es zitterte. Es vermisste seinen Nackthalshahn, der ihm jetzt hätte sagen können, wohin. Da fiel ihm ein: Die Bahnsteigkarte! Es hatte vom letzten Ausbruchsversuch noch eine Bahnsteigkarte in der Reisetasche, die es zum grossen Glück noch nicht ausgepackt hatte. Glück: Das Glück, wie lange ist das her, dass es so etwas empfunden hatte. Und mit diesem Gedanken schlief es ein: Vergessen war die Bahnsteigkarte, und als es am nächsten Morgen aufwachte, da war es wieder: Das Glück, das es so lange vermisst hatte.